Ab in den Wald: 10 Dinge, die man darf, 10 Dinge, die man nicht darf

hzTipp für Pfingsten

Pfingsten ist das Ausflugswochenende. Aber was macht man in Corona-Zeiten? Vielleicht einen Gang in den Wald. Dort gilt es auch außerhalb von Corona-Zeiten ganz klare Regeln zu beachten.

Castrop-Rauxel

, 29.05.2020, 20:55 Uhr / Lesedauer: 4 min

Was bietet sich bei schönem Wetter am Pfingstwochenende an Naherholung in Castrop-Rauxel an? Entweder ein Ausfug ans Wasser am Kanal. Oder ein Gang in den Wald. Gerade mit Kindern kann man daraus ein richtiges Abenteuer machen.

Dabei gibt es aber Regeln zu beachten. Wir haben noch einmal rausgesucht, was RVR-Revierförster Matthias Klar unserer Redaktion dazu schon 2018 erzählt hat. Hier 10 Dinge, mit denen man sich im Wald vergnügen darf und 10 Dinge, die man auf keinen Fall tun sollte:

Erlaubt:
1. Spazieren gehen

Man darf im Wald spazieren gehen, auf den Wegen und daneben. „Ich rate davon ab, die Wege zu verlassen. Gerade bei der Trockenheit der letzten Zeit können auch große Äste ohne ersichtlichen Grund aus einer Höhe von bis zu 35 Metern herunterfallen“, warnt Klar.

Aber: Es gibt auch absolute Sperrgebiete im Wald: Kulturen und Dickungen, Flächen, deren Neubepflanzung der Aufforstung des Waldes dienen, dürfen nicht betreten werden.

2. Fahrrad fahren

Wer lieber mit dem Rad unterwegs ist, kann dies auch im Wald tun. Allerdings nur auf den Wegen. Und hier gilt wie immer: „Rücksicht nehmen, auf Spaziergänger, auf Hunde und auf andere Radfahrer“, sagt Klar. Denn in den Castrop-Rauxeler Wäldern sind alle Wege kombinierte Rad- und Wanderwege.

Und bei der Fahrt durch den Wald gibt es Dinge, auf die Sie mehr aufpassen müssen als im Stadtverkehr. Denn herumliegende Äste oder aus dem Boden wachsende Wurzeln stellen ein zusätzliches Risiko da. Deshalb wird nachdrücklich zum Helm geraten.

3. Den Hund ausführen

Ein Wald ist für viele Hundebesitzer der perfekte Ort, um dem Haustier ein wenig Freiraum und Natur zu bieten. Auch dafür gelten klare Regeln. Solange man sich auf den Wegen aufhält, darf der Hund frei laufen. Verlässt man diese jedoch und es geht ins Gestrüpp, ist der Hund unbedingt an der Leine zu führen.

Und sollte der Hund sein Geschäft verrichten: Kein Problem, solange er es nicht auf dem Weg oder dem Parkplatz macht.

4. Picknicken

Gegen ein Picknick im Wald ist nichts einzuwenden, wenn man dafür nicht die Natur stört. Einfach auf eine Bank setzen oder einen der dafür vorgesehenen Picknickplätze aufsuchen. „Und natürlich nach dem Essen den Abfall und die Reste wieder mitnehmen“, sagt Klar.

Radfahren auf Waldwegen ist erlaubt. Abseits der Wege sieht das ganz anders aus.

Radfahren auf Waldwegen ist erlaubt. Abseits der Wege sieht das ganz anders aus. © Bernd Paulitschke

5. Klettern

Auch wenn es erlaubt ist: Das Klettern auf Bäume bleibt eine gefährliche Angelegenheit. Man gefährdet dabei nicht nur sich selbst. Wenn man die Tragkraft eines Astes überschätzt, können durch ihn auch am Boden stehende oder spazierende Menschen getroffen werden. Außerdem wird der Baum beschädigt. Alles in allem rät Förster Klar von Kletterpartien ab.

6. Reiten

Reiten ist erlaubt, aber nur auf speziell gekennzeichneten Reitwegen. Zum einen dient das dem Schutz der Wanderwege, da alleine schon das Führen eines Pferdes eine enorme Belastung für sie darstellt. Zum anderen dient es der Gefahrenvermeidung. Klar: „Bei dem großen Hundeaufkommen, das wir hier haben, kann es schon mal eng werden. Und wenn dann ein Pferd durchgeht...“

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7. Tiere beobachten

Wer Wildtiere beobachten will, ist im Wald richtig. Doch auch dabei gibt es Vorgaben zu beachten. Das Wichtigste ist: leise sein. Die meisten Tiere, wie etwa Rehe, werden durch Geräusche verschreckt und flüchten. Anders sieht das bei Wildschweinen aus. Diese können, vor allem wenn Frischlinge dabei sind, aggressiv werden. Deshalb wird geraten, Wildtiere nur aus Entfernung und mit Fernglas zu beobachten.

8. Tiere füttern

Noch eine Sache, die erlaubt ist, von der jedoch abgeraten wird: „Die Tiere haben hier genug Fläche zum Äsen“, sagt Klar. Sollte es nicht zu Extremsituationen wie einer lang anhaltenden Schneedecke kommen, „tut man dem Wild genug Gutes, wenn man es einfach in Ruhe lässt“.

9. Singen

Es spricht nichts gegen ein Liedchen beim Waldspaziergang. Kurzzeitige „Lärmbelästigung“ sei kein Problem für die Tiere. Selbst wenn jemand mit Bollerwagen, Bier und Musik durch den Wald gehe, sei alles in Ordnung. Solange man sich dabei nicht zu lange an einem Ort aufhalte und keinen Müll hinterlässt. Wichtig ist, weder Tiere noch andere Spaziergänger langfristig zu belästigen.

Auch in diesem Jahr ist es schon wieder viel zu trocken. Darum gilt: Im Wald auf keinen Fall ein Feuer machen und auch aufs Rauchen verzichten.

Auch in diesem Jahr ist es schon wieder viel zu trocken. Darum gilt: Im Wald auf keinen Fall ein Feuer machen und auch aufs Rauchen verzichten. © dpa

10. Beeren und Pilze sammeln

Wen bei einem gemütlichen Spaziergang durch den Wald der Heißhunger packt, der kann sich an den Beeren am Wegesrand bedienen. Allerdings sollte man sich auf Beeren beschränken, die in einer Höhe von mehr als einem Meter wachsen. Ansonsten läuft man Gefahr, sich einen Fuchsbandwurm einzufangen. Auch bei der Wahl der Beeren sollte man vorsichtig sein. Die Beeren des Schwarzen Holunders zum Beispiel kann man essen, nicht aber die des Hirschholunders. Generell rät Klar davon ab, Pilze zu sammeln, wenn man nicht Pilzexperte ist.

Verboten:
1. Feuer machen oder rauchen

„Feuer ist ein absolutes No Go im Wald“, betont Matthias Klar. Nicht einmal das Rauchen ist zwischen dem 1. März und dem 31. Oktober im Wald erlaubt. Denn auch im Jahr 2020 ist es schon wieder viel zu trocken. Wer trotzdem im Wald zündelt, kann mit Strafen von bis zu 2500 Euro rechnen.

2. Müll abladen

Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, aber: „Der Wald ist keine Müllkippe“, warnt Klar. Egal ob Coladose oder Autoreifen, Müll stört das Ökosystem. So kostet das achtlose Entsorgen einer Dose schon zwischen 10 und 25 Euro, bei einer Ladung Reifen oder Autobatterien kann das Bußgeld Zehntausende Euro betragen.

3. Auto fahren

Autofahren ist auf Waldwegen verboten. Darauf stehen Strafen von 25 bis 120 Euro und bei Gefährdungsfällen oder einem Unfall kommt sogar noch ein Punkt in Flensburg dazu. „Die Einzigen, die hier fahren dürfen, sind wir vom RVR sowie Polizei und Feuerwehr“, sagt Klar.

4. Querfeldein Fahrrad fahren/Downhill

Quer durch den Wald geht es nur als Fußgänger. Auch Mountainbiker haben auf den Wegen zu bleiben. Auch schnelle Bergabfahrten, Downhill genannt, sind im Wald verboten. Hierbei gefährdet man nicht nur sich selbst, sondern auch andere.

Das möchte niemand im Wald finden. Und es kann für den Verursacher auch richtig teuer werden.

Das möchte niemand im Wald finden. Und es kann für den Verursacher auch richtig teuer werden. © Bernd Paulitschke

5. Querfeldein reiten

Hierbei gilt das Gleiche wie für Radfahrer, nur dass hier nicht die Gefahr für andere im Vordergrund steht, sondern das Stören und Zerstören der Natur.

6. Campieren

Das Schlafen im Wald ist verboten, mit oder ohne Zelt. „Die Pfadfinder vom Stamm Nordlicht sind die Einzigen in der Stadt, die das dürfen. Und das auch nur mit einer Sondergenehmigung“, so Förster Klar. Die Strafen für unerlaubtes Campen im Wald rangieren zwischen 5 und 300 Euro.

7. Über Baumstämme laufen

Über Baumstamm-Stapel zu laufen, ist gefährlich. Und verboten. Man kann sich nicht nur verletzen, indem man vom Stamm abrutscht, man kann auch den gesamten Stapel ins Rollen bringen und sich dabei ernsthaft einklemmen oder Knochen brechen.

8. Etwas absägen oder abschlagen

Einzeln herumliegende Äste einzusammeln, ist kein Problem. Wenn man jedoch mit Axt oder Säge versucht, sich im Wald Holz zu beschaffen, sieht das ganz anders aus. Wer einen Baum fällt, muss mit einer Strafe von bis zu 12.500 Euro rechnen. Wer ihn dann noch mitnimmt, macht sich auch des Diebstahls schuldig.

9. Jagen ohne Genehmigung oder Fallen aufstellen

Das ist strengstens verboten. „Auch Bogenjagd ist Wilddieberei“, sagt Klar. Man wisse zudem nie, ob Spaziergänger in Zielnähe sind, die man treffen könnte, wenn man das Ziel verfehlt.

10. Hochsitze betreten

„Der Hochsitz ist eine Jagdeinrichtung, die der Pächter oder Besitzer benutzt, um Wild zu beobachten oder zu erlegen“, sagt Klar. Er ist somit fremdes Eigentum und denen vorbehalten, die ihn besitzen oder pachten. Also: Das Erklettern eines Hochsitzes ist tabu.

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