„Ab ins Zelt“ und Weihnachtsmarkt: Überlegungen laufen noch

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„Ab ins Zelt“ geht es immer im Advent auf dem Markt. Während Casconcept alle Veranstaltungen coronabedingt abgesagt hat, zögern die Veranstalter von Weihnachtsmarkt und Adventszelt noch.

Castrop

, 27.08.2020, 16:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wird das Adventszelt auf dem Castroper Markt stehen? Wird es „Ab ins Zelt“ und damit den satirischen Adventskalender geben? Und den Weihnachtsmarkt mit Eisstockschießen? Das alles fragen sich viele Castrop-Rauxeler, gerade nachdem Casconcept wegen der Coronakrise alle Veranstaltungen in diesem Jahr abgesagt hat. Eine klare Antwort gibt es noch nicht. Auf der Homepage von „Ab ins Zelt“ findet sich noch das Programm des Vorjahrs und der Eröffnungstermin 2020 – mit einem Fragezeichen versehen.

„Wir werden es im September oder Oktober entscheiden“, sagt auf Anfrage Peter Berg, der für die Pressearbeit für „Ab ins Zelt“ zuständig ist. „Wir wissen nicht, wie sich die Lage entwickelt. Da wird es auch Gespräche mit dem Ordnungsamt geben.“ Neben den rechtlichen Bestimmungen sei es aber auch die Frage, ob sich der Aufwand finanziell lohne, wenn beispielsweise weniger Zuschauer zugelassen würden.

Auch Gastronom Volker Castrup sieht die Frage ähnlich. Schließlich würden hochkarätige Künstler verpflichtet. Wenn man die Gastronomie verdonnere, Mindestabstände einzuhalten, sei es auch eine Frage der finanziellen Berechnung. In der Nachbarstadt Dortmund hätten die Veranstalter von „Ruhrhochdeutsch“ das Glück, vom Zelt in eine große Halle ausweichen zu können, auf dem Markt in Castrop-Rauxel gebe es keine andere Möglichkeit. Das Programm für den „satirischen Adventskalender“ steht übrigens bereits seit Mitte Januar.

Adventszelt ohne Seitenwände wird als eine Alternative diskutiert

Wie das Ganze unter Corona-Bedingungen stattfinden kann, dazu gab es bereits Gespräche. So wurde diskutiert, das Zelt ohne Seitenwände aufzubauen. Ob das angesichts der Jahreszeit durchführbar ist, scheint den Organisatoren aber fraglich.

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Auch der EUV als Veranstalter des Weihnachtsmarkt hat sich noch nicht festgelegt. Pressesprecherin Sabine Latterner berichtete vom regelmäßigem Austausch mit dem Betreiber des Adventszeltes: „Da es allerdings keine Planungssicherheit gibt und die Corona-Schutzbedingungen zu berücksichtigen sind, kann ein Format in der Größenordnung wie im vergangenen Jahr nicht stattfinden. Insofern überlegen wir, ein Format anzubieten, das den Corona-Schutzbedingungen entspricht – dabei stets die Entwicklungen im Blick und immer mit dem Risiko, dass die Veranstaltung nicht stattfinden kann.“

EUV-Vorstand Michael Werner erklärte am Donnerstag auf Anfrage, man versuche, eine frühe Lösung zu finden. „Es wird immer schwieriger“, sagte er zur Situation. Auf dem Marktplatz einen coronagerechten Glühweinstand aufzubauen – das sieht er als schwierig zu realisieren.

Schaustellerbund: Weihnachtsmärkte sind keine Großveranstaltungen

Die Lage ist nicht einfacher geworden, seit jetzt klar wurde, dass Großveranstaltungen bundesweit bis Ende des Jahres nicht erlaubt sind. Der Deutsche Schaustellerbund erklärte allerdings am Donnerstag dazu: „Der Beschlussvorlage der Ministerpräsidentenkonferenz entnehmen wir erleichtert, dass die beabsichtigte Untersagung von Großveranstaltungen bis zum 31. Dezember Weihnachtsmärkte nicht auflistet.“ Weihnachtsmärkte seien weder Großveranstaltungen noch Feste oder Mega-Events, sondern Märkte, die „unter freiem Himmel und damit an frischester Luft stattfinden“.

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Mit einer Verlängerung der Veranstaltungszeiträume, einer angepassten Bebauung und mit durchdachten und erprobten Hygienekonzepten, so der Schaustellerbund, böten sich vielfältige Möglichkeiten, die Infektionsrisiken zu minimieren. Der Bund verweist dabei auch auf die Bedeutung, die Weihnachtsmärkte für den von der Coronakrise gebeuteten Einzelhandel in den Innenstädten hätten.

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