Absage von Veranstaltungen wegen Coronavirus: „Alles, was nicht notwendig ist“ (mit Video)

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Welche Veranstaltungen können noch stattfinden, welche nicht? Landrat Cay Süberkrüb hat jetzt das Vorgehen im Kreis Recklinghausen erklärt. Er formulierte auch ein gemeinsames Ziel.

Castrop-Rauxel / Recklinghausen

, 11.03.2020, 18:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dienstag legte das Gesundheitsministerium NRW eine konkrete Regelung für Großveranstaltungen mit über 1000 Teilnehmern fest. Nun sind laut Kreis Recklinghausen die Kommunen in der Pflicht abzuwägen, wie sie mit Veranstaltungen mit weniger Teilnehmern umgehen. Das geht aus einer Pressemitteilung des Kreises von Mittwochabend hervor.

Die Kreisverwaltung habe eine erste Empfehlung mit Blick auf große Veranstaltungen an die Stadt Recklinghausen gegeben, die dieser folgt: Aus Gründen des Infektionsschutzes wird der Circus Roncalli ebenso abgesagt wie die Palmkirmes. Der Comedy-Preis Hurz wurde auf den 31. August verschoben.

Diese Kriterien sind entscheidend

Der Erlass des Ministeriums sieht vor, dass die Gesundheitsämter für Veranstaltungen unter 1000 Teilnehmern eine Empfehlung an die Ordnungsämter der Städte geben, die dann für die Umsetzung des Erlasses zuständig sind. Die Empfehlung des Kreises richtet sich nach den Kriterien des Robert-Koch-Instituts (RKI), bei denen es um die Zahl der Teilnehmer, die Veranstaltungsart und den Veranstaltungsort geht.

Nicht nur die Zahl der Teilnehmer sei ein Indiz für das Ansteckungsrisiko, sondern zum Beispiel auch das Alter der Teilnehmer, die Intensität und Dauer des Kontaktes sowie die Frage, ob es sich um eine geschlossene Räumlichkeit oder um eine Open-Air-Veranstaltung handelt.

Für das Gesundheitsamt außerdem ausschlaggebend für seine Empfehlung: die Frage nach der Notwendigkeit der Veranstaltung. „Wenn eine Veranstaltung als nicht notwendig eingeschätzt wird, prüfen wir das Infektionsrisiko im Einzelfall“, erklärt Landrat Cay Süberkrüb. Notwendig seien zum Beispiel Ratssitzungen, unabhängig von der Zahl der Teilnehmer.

„Nachhaltig verzögern“

Süberkrüb am Mittwoch bei einer Pressekonferenz im Kreishaus: „Unser Ziel ist es, das Infektionsgeschehen möglichst nachhaltig zu verzögern. Es geht darum, unser medizinisches System nicht weiter zu belasten und auch um Solidarität denjenigen gegenüber, für die das Corona-Virus durch Alter oder Vorerkrankungen eine größere Gefahr birgt.“

Großes Verständnis habe Süberkrüb für die Veranstalter und enttäuschte Besucher. „Wir machen uns keine Entscheidung leicht. Doch unser gemeinsames Ziel muss es sein, das Ansteckungsrisiko durch das Corona-Virus zu minimieren“, sagte der Landrat.

Bei der Entscheidung, welche Veranstaltung abgesagt wird und welche nicht, handele es sich um Prognose-Entscheidungen. Demnach könne noch keine Aussage für Veranstaltungen getroffen werden, die in einigen Wochen stattfinden. Für Schulveranstaltung gelte die allgemeine Empfehlung, auf nicht für den Unterricht Notwendiges zu verzichten.

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