Castrop-Rauxel nähert sich der 300. Corona-Infektion an. Die Infektionszahlen sind zuletzt sprunghaft gestiegen. Wir geben in Grafiken einen Überblick über aktuelle Entwicklungen.

Castrop-Rauxel

, 12.10.2020, 16:38 Uhr / Lesedauer: 2 min

Diese Grafik ist der „Klassiker“: Seit März zeigen wir hier die kumulierten Fälle. Wie viele Menschen haben sich seit dem Ausbruch der Sars-CoV2-Pandemie mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt? Wie viele sind seither als genesen gemeldet? Wie viele Todesfälle gab es? Man erkennt hier, dass die Kurve der Infektionen sich in den vergangenen Tagen deutlich nach oben entwickelt und so steil steigt wie im Frühjahr. Der größere blaue Bereich zeigt die höhere Zahl der akut Infizierten. Gute Nachricht: Die Zahl der Todesfälle liegt nach wie vor bei „nur“ fünf Personen.


Wenn man diesen Akut-Bereich aus Grafik 1 herausgreift und die Werte in einer anderen Grafik visualisiert, wird besser deutlich, wie hoch der Wert im Vergleich zum zeitlichen Verlauf wirklich ist. Bei 46 akut Infizierten lag die Zahl am Montag (12.10.) – das ist der höchste Wert seit dem 4. Mai. Damals gab es das Ausbruchsgeschehen im Wohnkomplex Wittener Straße. Heute anders als damals: Das Geschehen lässt sich derzeit nicht auf einzelne Hotspots eingrenzen.


Um das Niveau der Neuinfektionen besser in einer Grafik anschaulich zu machen, haben wir hier eine Kurve, die die Zahl der gemeldeten neuen Infektionen in den vergangenen sieben Tagen anzeigt. diese Zahl lag bei 30. Das ist nicht zu verwechseln mit dem Inzidenz-Wert, denn der bezieht sich auf 100.000 Einwohner. Die Einwohnerzahl von Castrop-Rauxel liegt bei 73.425 (also etwa bei drei Vierteln).


Beim Blick in den gesamten Kreis Recklinghausen erkennt man noch besser das große Ausbruchsgeschehen derzeit: Die Zahl der Tag für Tag gemeldeten Neuinfektionen (heute 46) lag in der vergangenen Woche an zwei Tagen über 70 Personen. Das ist mehr denn je. Der bis Ende September verzeichnete Tag mit den meisten Infektionen war der 9. April mit 49 Neuinfektionen.


Inzwischen hat sich diese Kurve als ein entscheidendes Kriterium herausdestilliert: Sie zeigt die Inzidenz im Kreis Recklinghausen an. Sprich: Wie viele Menschen haben sich in den vergangenen Tagen neu infiziert, berechnet auf 100.000 Einwohner, um eine Vergleichbarkeit herzustellen. Da der Kreis Recklinghausen rund 615.000 Einwohner hat, liegt die 50er-Schwelle bei absoluten 308 Neuinfektionen in sieben Tagen. Der Kreis RE überschritt die rote Schwelle erstmals in der Nacht vom 9. auf den 10.10., als der Wert von 44,1 auf 55,3 stieg.


Wo im Kreis Recklinghausen ist das Infektionsgeschehen aktuell am höchsten? Wir haben die Werte, die der Kreis Recklinghausen tabellarisch liefert, hier auf einer Karte dargestellt. Wichtig: Der Infektionsindex ist eine ganz andere Ziffer als die Inzidenz. Hier berechnen wir nur die Zahl der akut Infizierten auf 10.000 Einwohner. Achtung, Verwechslungsgefahr!


Bleibt noch eine Karte, die die „Durchseuchung“ der Region anzeigt: Wie viele Menschen haben in den Städten des Kreises Recklinghausen nun schon eine Corona-Infektion durchgemacht? Es kristallisieren sich nach wie vor zwei Hotspots heraus: Gladbeck, das sowohl einen recht frühen Groß-Ausbruch im Frühjahr und einen zweiten im Herbst hatte, und Oer-Erkenschwick, wo noch immer die Masseninfektion bei Westfleisch ablesbar ist. Die bisher am geringsten durchseuchte Stadt ist Datteln mit 30,3 Infektionen auf 10.000 Einwohner.


Und zu guter Letzt kehren wir nach Castrop-Rauxel zurück: Die bekannte 7-Tage-Inzidenz (Neuinfektionen je 100.000 Einwohner) auf Stadtebene liegt zwischen den beiden Schwellenwerten, noch knapp unterm bisherigen Höchststand vom 4. Mai.

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