Albtraumtäter will Urteil nicht „kampflos“ abnicken

Mädchen betäubt und missbraucht

Der Vater aus Datteln, der auch ein elfjähriges Mädchen aus Castrop-Rauxel missbraucht hat, wird die Justiz wohl noch Monate beschäftigen.

Castrop-Rauxel/ Bochum

, 07.04.2020, 12:05 Uhr / Lesedauer: 1 min
Hat für seinen Mandanten Revision gegen ds Urteil des Landgerichts Bochum eingelegt: Verteidiger Jens Tuschhoff

Hat für seinen Mandanten Revision eingelegt: Verteidiger Jens Tuschhoff. © Jörn Hartwich

Das Urteil ist gesprochen, die Akten können trotzdem nicht geschlossen werden. Der vielfache Missbrauch kleiner Mädchen aus Castrop-Rauxel, Datteln und Umgebung wird die Justiz wohl noch monatelang beschäftigen.

Wie am Dienstag bekannt geworden ist, hat der Angeklagte Revision eingelegt. „Bei so einer hohen Strafe kommt man nicht umhin, das Urteil durch den Bundesgerichtshof noch einmal auf Rechtsfehler überprüfen zu lassen“, sagte Verteidiger Jens Tuschhoff auf Anfrage.

Jetzt lesen

Der Angeklagte hatte jahrelang Mädchen und Frauen betäubt, missbraucht und anschließend auch noch gefilmt. Dafür war er am Bochumer Landgericht in der vergangenen Woche zu elfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Außerdem wurde die anschließende Sicherungsverwahrung angeordnet. Die Richter hatten den 55-jährigen Vater aus Datteln im Urteil als gefährlichen Hangtäter bezeichnet.

Angeklagter hatte auf Strafe ohne Sicherungsverwahrung gehofft

Der Angeklagte selbst hatte im Prozess gestanden und auf eine Strafe von unter zehn Jahren gehofft - ohne Sicherungsverwahrung.

Aufgefallen waren die Taten, nachdem ein elfjähriges Mädchen aus Habinghorst nach einer Übernachtung in der Wohnung des Angeklagten durch die heimliche Verabreichung von Schlafmitteln auch am nächsten Tag schwer benommen war. Der Bundesgerichtshof wird wohl frühestens Ende 2020 über den Fall entscheiden.

Lesen Sie jetzt