Karin Gaudigs, Rektorin der Grundschule am Alten Garten in Henrichenburg, hat in der Schule für jeden Mitarbeiter inzwischen zwei Schnelltests pro Woche zur Verfügung. © Grundschule Alter Garten
Coronavirus

An einigen Castrop-Rauxeler Grundschulen gibt es schon Corona-Schnelltests

Die Kindertagesstätten warten weitgehend noch. Einige Grundschulen in Castrop-Rauxel aber sind schon einen Schritt weiter: Es gibt schon vereinzelt Schnelltestungen – aber die regelmäßig.

Einige Lehrer- und Betreuungs-Kollegien an Castrop-Rauxeler Grundschulen sind anderen schon um einiges voraus, vor allem aber den meisten Kindertagesstätten in Castrop-Rauxel: Bei ihnen gibt es Corona-Tests, und das regelmäßig.

In einem Telefonat mit unserer Redaktion erklärte die Henrichenburger Rektorin Karin Gaudigs am Dienstag (2.3.), man sei schon jetzt regelmäßig mit Testmöglichkeiten für die Beschäftigten ausgerüstet. Das ist seit dem 22.2. auch wichtig, denn: Seit jenem Montag gilt ein Wechselunterricht an den Schulen.

An der Grundschule Alter Garten in Henrichenburg bedeutet das: Von den 280 Kindern kommen in der vergangenen und in dieser Woche täglich 140, also die Hälfte, plus 20 Kinder, die in der Ganztagsbetreuung sind. Klappt das gut? „Das ist auch mit den Hygienevorkehrungen gut händelbar“, sagt Karin Gaudigs.

Jedes Kind hat einen eigenen desinfizierten Tisch

Es gebe verschlankte Sitzpläne, jedes Kind hat also einen eigenen Tisch. Der wird desinfiziert, wenn der normale Unterricht endet. Die Kinder tragen den ganzen Tag über Masken – Alltagsmasken zwar, aber auch die schützen ja zumindest das Gegenüber vor größeren Tröpfchen. Das Kollegium trägt zudem medizinische Masken. Nur zwei Ausschnitte eines strikten Hygienekonzeptes.

Schulleitung unter Corona-Bedingungen sei auch mehr Aufwand als ohne Corona, sagt Karin Gaudigs, die jetzt nach Jahren kommissarischer Leitung ihre Urkunde mit der Ernennung zur Rektorin erhielt: „Man schreibt mehr Pläne, man muss auf viel mehr achten. Ich habe sonst ja auch immer noch Unterricht gemacht. Und wenn uns am Freitagabend ein Brief von Mathias Richter aus der Staatskanzlei in Düsseldorf erreicht, dann muss man eben auch samstags reagieren“, sagt Gaudigs.

Grundsätzlich, sagt sie, sei sie froh: „Wir hatten ja Gottseidank noch keinen Coronafall an unserer Schule.“ Das aber sei wirklich nur Glück, sagt sie auch. Und dann würde der Aufwand für sie sicher noch steigen, glaubt sie.

Dass es aber nicht mehr dazu kommt, ist wegen der Schnelltests wahrscheinlich: Die sollen schneller identifizieren, wenn ein Kollege infiziert ist. Dann kann man die Person schneller isolieren, noch bevor sie Symptome entwickelt.

110 Tests pro Woche allein an zwei Schulen

In Henrichenburg läuft das so: „Ein befreundeter Arzt organisiert die Tests für uns“, erklärt Gaudigs. „Wir testen jeden Kollegen nun zweimal die Woche. Ich bin die Beauftragte dafür bei uns im Team. Vorteil ist: Dann muss nicht jeder immer zum Arzt gehen.“ So kommt man auf 60 Tests pro Woche für Lehrer und OGS-Mitarbeiter.

Und sie hat noch eine gute Nachricht: Da sie nun auch abgeordnet ist als Ersatz-Leiterin der Elisabethschule Obercastrop, etabliert sie das System auch da. Das sind rund 50 weitere Schnelltests pro Woche. Es ist keine Pflicht, aber: „Jeder macht da gern selbst mit“, sagt Gaudigs. Und wie hat sie das organisiert? „Naja“, schmunzelt sie, „… wenn man Leute kennt… Ich will es meinem Kollegium ja so einfach wie möglich machen. Und uns stehen diese Tests ja gesetzlich zu.“

Die Grundschule Alter Garten und nun auch die Elisabethschule in Obercastrop sind damit aber nicht allein: Auch an die Marktschule in Ickern kommt offenbar jetzt ein Arzt, der regelmäßig Schnelltests im Kollegium vornimmt.

Zum Vorgehen an weiteren Schulen liegen uns derzeit keine Informationen vor.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen in der Medienwelt der 2010er-Jahre.
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