Anonyme Spenderin übergibt Kleidung im Wert von 18.000 Euro - Kurze Zeit später stirbt sie

hzCaritas-Kleiderkammer

Eine Spende im Wert von 18.000 Euro hat die Caritas Castrop-Rauxel seit mindestens 18 Jahren nicht erhalten. Dahinter steckt eine traurige Geschichte von Krankheit und Tod.

Castrop-Rauxel

, 18.11.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Markus Kümmel erzählt es so, als wäre es erst gestern gewesen. Dabei ist es schon einige Monate her. Im Frühjahr war er zu einer Spenderin unterwegs, die eigentlich Kleidung abgeben wollte. Wo das war, kann und darf er nicht sagen, um die zugesicherte Anonymität zu wahren.

Kümmel war sich darüber im Klaren, dass es eine große Spende werden würde. Er war mit seinem Transporter unterwegs. Was er vor Ort sah, ist ihm in seinen drei Jahren als Tafelfahrer der Caritas aber noch nicht untergekommen.

Markus Kümmer wollte seinen Augen nicht trauen

Es handelte sich um eine Boutique, die kurz vor der Schließung stand, weil die Inhaberin erkrankt war. „Es war ein unscheinbares Geschäft“, beschreibt Kümmel seinen ersten Eindruck. Er wurde von der Besitzerin und ihrer Familie empfangen, die ihn freundlich begrüßten.

Abgabezeiten für Spender und Einkaufszeiten für Kunden in der Kleiderkammer

  • Caritasverband für die Stadt Castrop-Rauxel, Lambertusplatz 16, 44575 Castrop-Rauxel.
  • Bedürftige können mittwochs und freitags von 10 bis 12 Uhr einkaufen.
  • Spendenzeiten: Montags bis donnerstags von 9 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr, freitags von 9 bis 12 Uhr.

„Als ich gesehen habe, was ich abholen sollte, musste ich erst einmal tief Luft holen und habe große Augen gemacht“, sagt Kümmel. Während er das sagt, reißt Kümmel seine Augen auf, so, als ob er die Kleidung vor seinem geistigen Auge sehen würde.

Die höchste Spende seit 18 Jahren

Er sah ganze Regale und Ständer voller hochwertiger Kleidungsstücke. „Der Gesamtwert beträgt in etwa 18.000 Euro“, schätzt Nina Diring. Sie ist seit 18 Jahren bei der Caritas und koordiniert Suppenküche, Tafel und Kleiderkammer. An eine so hohe Sachspende in 18 Jahren kann sie sich nicht erinnern.

Die Freude über die Kleidungsstücke sieht man ihr an, wenn sie mit strahlenden Augen davon berichtet. Aber plötzlich wirkt sie nachdenklich. „Die Spenderin ist aufgrund ihrer Erkrankung gestorben.“

Aber kurz zuvor habe sie noch eine gute Tat vollbracht, ergänzt Diring: Die Spenderin hatte eine Freundin, die bei Kleiderkammer tätig ist, und wurde so auf die Caritas aufmerksam. Sie habe nicht lange gezögert, die Kleidungsstücke zur Verfügung zu stellen.

Einzelne Kleidungsstücke kosten neu bis zu 150 Euro

Fast ein halbes Jahr später gibt es immer noch einige Hosen, Strickjacken und Röcke, die jeweils zwischen 40 und 150 Euro kosten. In der Kleiderkammer zahlen die Kunden für sechs Kleidungsstücke gerade mal 1,50 Euro.

Nina Diring erzählt von Kunden, die sehr glücklich über die günstigen und hochwertigen Kleidungsstücke sind. In letzter Zeit beobachtet sie mehr Bedürftige in der Kleiderkammer. Woran das liege, könne sie nicht sagen. Möglicherweise an einer zunehmenden Armut.

Lesen Sie jetzt