Anwohner beklagen Müllberge auf altem Dingener Sportplatz - und es tut sich nichts

hzWilde Müllkippe

Der SV Dingen spielt längst nicht mehr. Aus der Zeit des Sportvereins muss aber der Müll stammen, der am Rand des Areals lagert. Nachbarn wollen das ändern. Aber sie brauchen viel Geduld.

Dingen

, 06.11.2019, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Untätigkeit kann man Antje Winter nicht vorwerfen: Seit über zwei Jahren versucht sie, die Stadt dazu zu bringen, wilde Müllkippen auf dem hinteren Teil des alten Sportplatzes in Dingen zu beseitigen. Erfolg ihrer Bemühungen: Null.

Und so wandte sich die Dingenerin nun doch an unsere Redaktion. „Ich wollte das eigentlich gar nicht, aber wenn bei der Stadt so rein gar nichts passiert, bleibt ja kein anderer Weg“, erklärt die Anwohnerin der Westheide.

Ihr Grundstück liegt unmittelbar neben der früheren Sportanlage, ist im vorderen Bereich durch einen Weg getrennt, grenzt im hinteren Teil aber unmittelbar an das Sportplatzgelände, das der SV Dingen vor Jahren aufgab und das lange brach lag.

Müll erst entdeckt, als Hecke beseitigt wurde

Inzwischen hat die Stadt das Gelände an eine Hundeschule verpachtet, was Antje Winter super findet. Endlich sei nebenan wieder Leben eingekehrt, das Gelände nicht verwaist. Dadurch sei es manchmal Ziel von Menschen gewesen, die hier gar nichts zu suchen hatten.

Nun wäre es aus Antje Winters Sicht noch schön, wenn die Stadt das Gelände von dem Schutt und Müll befreie, der da schon seit „ewigen Zeiten“ liege. Antje Winter: „Wir haben eine hohe Hecke auf unserem Grundstück beseitigt, die direkt am Sportplatz lag. Danach ist uns aufgefallen, wie viel Müll da liegt.“

Anwohner beklagen Müllberge auf altem Dingener Sportplatz - und es tut sich nichts

In einem abgebrochenen Gebäude auf dem alten Sportplatzgelände tummeln sich nach Beobachtung von Anliegern die Ratten. © Thomas Schroeter

Da es sich unter anderem um uralte Kühlschränke und Elektrogeräte handelt, die Wind und Wetter ausgesetzt sind, alarmierte Antje Winter zunächst persönlich, später auch noch telefonisch die Stadt. „Denn wer weiß, was da so alles in die Erde gelangt.“

Zum ersten Mal wandte sie sich vor zwei Jahren an die Stadtverwaltung, genauer das Ordnungsamt. Ohne Ergebnis. Dann noch einmal, auch per Eintrag in den Mängel-Melder der CAS-App. Weiter ohne Ergebnis.

In einer Ruine sollen Ratten ihr Unwesen treiben

Die Müllhalde unmittelbar hinter einem Metallcontainer an ihrem Grundstück ist nicht die einzige Altlast auf dem Grundstück. Dort steht auch noch die abgebrochene Ruine eines Gebäudes, das früher wohl einmal von einem Schützenverein genutzt wurde. Um die Ruine herum wurde ein Bauzaun aufgestellt, sonst nichts. In dem Abbruchgebäude beobachteten Nachbarn schon des Öfteren Ratten.

Als Antje Winter nebenan einmal eine Gruppe von Stadtmitarbeitern bei einem Ortstermin beobachtete, gesellte sie sich dazu und brachte ihr Anliegen noch einmal vor. „Dabei bin ich von einem der Mitarbeiter sehr belehrend darauf hingewiesen worden, dass das ja schließlich keine öffentliche Müllkippe sei, dass von den Kühlschränken keine Gefahr ausgehe und dass Ratten unter der Erde leben würden“, erinnert sich Antje Winter noch immer an die Abfuhr. Als barsch empfand sie sie und war empört.

Der Bürgermeister sagte seine Hilfe zu

Sie ließ sich damit aber nicht abspeisen, sondern nutzte die Gelegenheit, Bürgermeister Rajko Kravanja kurz vor der Europawahl an einem Wahlkampfstand auf dem Markt persönlich auf ihr Problem anzusprechen. „Er hat sich auch die Zeit genommen, sich alles anzuhören und mir gesagt, dass er sich auf jeden Fall um die Angelegenheit kümmern werde“, so die Dingenerin.

Einige Zeit später habe sich eine Frau aus dem Bürgermeister-Büro gemeldet und Vollzug gemeldet. Als die erstaunte Antje Winter ihr jedoch erzählte, dass gar nichts passiert ist, sei die Gesprächspartnerin aus dem Rathaus ausgesprochen perplex gewesen und habe erneut Hilfe zugesagt.

Geschehen ist auf dem Gelände bis heute nichts

Geschehen ist: nichts. Und so hat Antje Winter jetzt unsere Redaktion angerufen. Wir haben die Stadt gefragt, wann den wohl etwas passiert. Bis jetzt ohne Antwort.

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