Wie der ausgebrannte Bus am Abend nach dem Brand von der Autobahn A2 befördert wurde

hz20 Tonnen Schrott

Über 15 Kilometer Stau, ein Schock für 65 Kinder, ihre Lehrer und Eltern: Der Busbrand wirkte sich stark aus und hatte viele Beteiligte. Zumindest eine Baustelle ist inzwischen beseitigt.

Henrichenburg, Dortmund

, 25.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Alle Bus-Insassen, darunter 65 Fünftklässler, konnten das brennende Fahrzeug unverletzt verlassen. Das war nach dem Busbrand auf der Autobahn A2 am Montagmorgen auch schon am Vormittag erledigt, die Kinder wieder in ihrer Klasse. Die schwere Bergung des ausgebrannten Busses verlegte die Polizei dann in die Abendstunden. Wir waren auf einer der europaweit am meisten frequentierten Autobahnstrecken dabei.

Brandgeruch liegt in der Luft. Vor einigen Stunden haben sich hier, 500 Meter hinter der Ausfahrt Henrichenburg, dramatische Szenen abgespielt. Neben dem beißenden Geruch zeugt vor allem das ausgebrannte Wrack des Busses noch davon.

14 Meter hoch, 20 Tonnen schwer

Der Heckmotor liegt blank, gezeichnet von den Flammen. Auch im Innenraum ist zu sehen: Das hätte übel enden können. Verkohlte Sitze, die Bord-Toilette rußgeschwärzt. Nur an der Front kann man noch halbwegs den Fahrzeugtyp erkennen: Setra-Doppeldecker, drei Achsen, knapp vier Meter hoch, 14 Meter lang, rund 20 Tonnen schwer. Und der muss nun irgendwie weg von der Autobahn.

Wie der ausgebrannte Bus am Abend nach dem Brand von der Autobahn A2 befördert wurde

An den Haken zweier Autokrane wird der Bus auf den Tieflader gehoben. Feinarbeit für die Kranfahrer. © Christian Püls

Kurz vor 20 Uhr treffen wir mit der Autobahnpolizei uns. „Zwei bis drei Stunden wird es dauern“, kündigt Polizei-Oberkommissar Sebastian Remp an. Die Autobahn ist sein Revier.

Dreispurige Straße wird auf eine Fahrbahn verengt

Eine der drei A2-Spuren ist gesperrt, gleich wird die wichtige Ost-West-Achse wieder auf eine Spur verengt. Zwei große Autokrane und ein lang ausladender Tieflader brauchen halt Platz. Daher wurde die Bergung in die Abendstunden verschoben, wofür viele Autofahrer vermutlich dankbar sind - zu heftig war der Stau bei der Vollsperrung am Tag zuvor, er soll über 15 Kilometer lang gewesen sein.

Während der Verkehr vorbei fließt, bringt sich das Bergungsteam in Stellung. Die Radschrauben des havarierten Busses werden gegen Halterungen getauscht. Die eingeschlagenen Seitenscheiben werden von Glassplittern befreit. Dann vollführen die beiden Autokrane ein beeindruckendes Hebe-Ballett, das nur kurz zum Stillstand kommt, als der für den Abtransport bestellte Tieflader rückwärts unter das Wrack fährt.

Auf dem Tieflader fixiert und mit Plane überspannt

Der ausgebrannte Bus steht nun auf dem Tieflader, wird an den zuvor angebrachten Halterungen fixiert. Dazu gibt es eine Plane übers Dach, damit keine weiteren Teile herunterfallen.

Das war es wohl für den Bus: Er kommt auf den Schrottplatz. Zwischen 5000 und 7000 Euro kostet so eine Bergung, erfahren wir. Rund 30 Leute wuseln um die Fahrzeuge, alles läuft ruhig ab, ohne gebrüllte Kommandos. Jeder weiß offenbar, wo er gerade anpacken muss.

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Nach Bus-Brand auf der A2: Die Bergung des Wracks

Zwei Autokrane und einen Tieflader brauchte es am Abend nach dem Brand des Doppeldecker-Busses auf der Autobahn A2 bei Henrichenburg, um das Wrack zu entsorgen. Der 20-Tonner wurde verladen. Wir zeigen die Arbeiten.
25.06.2019
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Ein Autokran rückt an: Auf der Autobahn A 2 werden gleich wieder zwei Fahrstreifen gesperrt. Die Bergung des Brand-Busses steht an.© Christian Püls
Die Bergung des Buswracks auf der A2© Christian Püls
Furchtbar zugerichtet ist das Bus-Wrack: In diesem Doppeldecker waren am Morgen zuvor 65 fröhliche Kinder unterwegs zu einer Klassenfahrt ins Sauerland. Am Abend schlagen die Mitarbeiter die Scheiben raus und bringen Transportscheiben an den Rädern an, um den Bus verladen zu können.© Christian Püls
Furchtbar zugerichtet ist das Bus-Wrack: In diesem Doppeldecker waren am Morgen zuvor 65 fröhliche Kinder unterwegs zu einer Klassenfahrt ins Sauerland. Am Abend schlagen die Mitarbeiter die Scheiben raus und bringen Transportscheiben an den Rädern an, um den Bus verladen zu können.© Christian Püls
Die Bergung des Buswracks auf der A2© Christian Püls
Furchtbar zugerichtet ist das Bus-Wrack: In diesem Doppeldecker waren am Morgen zuvor 65 fröhliche Kinder unterwegs zu einer Klassenfahrt ins Sauerland. Am Abend schlagen die Mitarbeiter die Scheiben raus und bringen Transportscheiben an den Rädern an, um den Bus verladen zu können.© Christian Püls
Die Bergung des Buswracks auf der A2© Christian Püls
Die Bergung des Buswracks auf der A2© Christian Püls
Die Bergung des Buswracks auf der A2© Christian Püls
Furchtbar zugerichtet ist das Bus-Wrack: In diesem Doppeldecker waren am Morgen zuvor 65 fröhliche Kinder unterwegs zu einer Klassenfahrt ins Sauerland. Am Abend schlagen die Mitarbeiter die Scheiben raus und bringen Transportscheiben an den Rädern an, um den Bus verladen zu können.© Christian Püls
Die Bergung des Buswracks auf der A2© Christian Püls
Furchtbar zugerichtet ist das Bus-Wrack: In diesem Doppeldecker waren am Morgen zuvor 65 fröhliche Kinder unterwegs zu einer Klassenfahrt ins Sauerland. Am Abend schlagen die Mitarbeiter die Scheiben raus und bringen Transportscheiben an den Rädern an, um den Bus verladen zu können.© Christian Püls
Furchtbar zugerichtet ist das Bus-Wrack: In diesem Doppeldecker waren am Morgen zuvor 65 fröhliche Kinder unterwegs zu einer Klassenfahrt ins Sauerland. Am Abend schlagen die Mitarbeiter die Scheiben raus und bringen Transportscheiben an den Rädern an, um den Bus verladen zu können.© Christian Püls
Ein Tieflader kommt zum Brandort. Auf diesem Auflieger-Fahrzeug wird der Bus später abtransportiert.© Christian Püls
Der Fahrersitz: Der Busfahrer forderte die Kinder und Lehrer noch rechtzeitig zum Aussteigen auf. Gemeinsam brachte man sich hinter der Leitplanke in Sicherheit.© Christian Püls
Furchtbar zugerichtet ist das Bus-Wrack: In diesem Doppeldecker waren am Morgen zuvor 65 fröhliche Kinder unterwegs zu einer Klassenfahrt ins Sauerland. Am Abend schlagen die Mitarbeiter die Scheiben raus und bringen Transportscheiben an den Rädern an, um den Bus verladen zu können.© Christian Püls
Die Bergung des Buswracks auf der A2© Christian Püls
In diesem Bus saßen 65 Kinder einer Hertener Realschule.© Christian Püls
In diesem Bus saßen 65 Kinder einer Hertener Realschule.© Christian Püls
In diesem Bus saßen 65 Kinder einer Hertener Realschule.© Christian Püls
Die Mitarbeiter der Spezial-Transportfirmen auf der Autobahn A2 am Montagabend nach dem Brand des Doppeldecker-Busses. Sie beraten, wie sie den Abtransport bewerkstelligen.© Christian Püls
Direkt an einer Notrufsäule kam der Bus zum Stehen.© Christian Püls
Der Mitarbeiter schlägt die restlichen Fensterscheiben aus dem Bus, damit die Glassplitter nicht während des Transports herunterfallen. Sie bleiben an Ort und Stelle und werden später zusammengekehrt.© Christian Püls
Der Mitarbeiter schlägt die restlichen Fensterscheiben aus dem Bus, damit die Glassplitter nicht während des Transports herunterfallen. Sie bleiben an Ort und Stelle und werden später zusammengekehrt.© Christian Püls
Der Tieflader aus Wuppertal setzt zurück zum Bus: Gleich wird das Wrack auf den Anhänger geladen.© Christian Püls
Furchtbar zugerichtet ist das Bus-Wrack: In diesem Doppeldecker waren am Morgen zuvor 65 fröhliche Kinder unterwegs zu einer Klassenfahrt ins Sauerland. Am Abend schlagen die Mitarbeiter die Scheiben raus und bringen Transportscheiben an den Rädern an, um den Bus verladen zu können.© Christian Püls
Rund 800 Meter vor Henrichenburg geschah das Unglück© Christian Püls
Transport-Traversen werden an den schweren Ketten und Haken des Autokrans montiert. Sie halten später den Bus gerade und sorgen dafür, dass er nicht zusammengequetscht wird.© Christian Püls
Die Tragekonstruktion wird nun unter dem Bus an den Achsen befestigt.© Christian Püls
Die beiden Fahrer der Autokrane müssen sich bei diesem Manöver genau untereinander abstimmen, damit das Heben reibungslos gelingt.© Christian Püls
Die beiden Fahrer der Autokrane müssen sich bei diesem Manöver genau untereinander abstimmen, damit das Heben reibungslos gelingt.© Christian Püls
Jede Bergung hat auch einen Leiter: Bergeleiter Klotzbach.© Christian Püls
Dann hängt der Bus am Haken und wird auf den Lastwagen gehievt. Rund 20 Tonnen ist der Doppeldecker schwer.© Christian Püls
Dann hängt der Bus am Haken und wird auf den Lastwagen gehievt. Rund 20 Tonnen ist der Doppeldecker schwer.© Christian Püls
Der Mitarbeiter prüft, ob alles seinen Sitz und Halt hat.© Christian Püls
Zurück bleibt reichlich Ruß und Brandschrott, den die Mitarbeiter zusammenkehren und auf einen Container verladen.© Christian Püls
Zurück bleibt reichlich Ruß und Brandschrott, den die Mitarbeiter zusammenkehren und auf einen Container verladen.© Christian Püls
Zurück bleibt reichlich Ruß und Brandschrott, den die Mitarbeiter zusammenkehren und auf einen Container verladen.© Christian Püls
Zurück bleibt reichlich Ruß und Brandschrott, den die Mitarbeiter zusammenkehren und auf einen Container verladen.© Christian Püls
Zurück bleibt reichlich Ruß und Brandschrott, den die Mitarbeiter zusammenkehren und auf einen Container verladen.© Christian Püls
Furchtbar zugerichtet ist das Bus-Wrack: In diesem Doppeldecker waren am Morgen zuvor 65 fröhliche Kinder unterwegs zu einer Klassenfahrt ins Sauerland. Am Abend schlagen die Mitarbeiter die Scheiben raus und bringen Transportscheiben an den Rädern an, um den Bus verladen zu können.© Christian Püls
Die Bergung des Buswracks auf der A2© Christian Püls
Furchtbar zugerichtet ist das Bus-Wrack: In diesem Doppeldecker waren am Morgen zuvor 65 fröhliche Kinder unterwegs zu einer Klassenfahrt ins Sauerland. Am Abend schlagen die Mitarbeiter die Scheiben raus und bringen Transportscheiben an den Rädern an, um den Bus verladen zu können.© Christian Püls
Die Bergung des Buswracks auf der A2© Christian Püls
Furchtbar zugerichtet ist das Bus-Wrack: In diesem Doppeldecker waren am Morgen zuvor 65 fröhliche Kinder unterwegs zu einer Klassenfahrt ins Sauerland. Am Abend schlagen die Mitarbeiter die Scheiben raus und bringen Transportscheiben an den Rädern an, um den Bus verladen zu können.© Christian Püls

Nach der Kür kommt die Pflicht: Der Standstreifen muss gereinigt werden. Unter dem Bus liegen haufenweise Glasscherben, viel verbranntes Zeug. Und ein Kinder-Pullover. Den wirft ein Bergungsmitarbeiter in den bereitgestellten Container – ohne Besen und Schaufel.

Nach rund zweieinhalb Stunden heißt es dann: freie Bahn. Der Brandgeruch verschwindet langsam, aber sicher.

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