Ausschläge und heftiges Jucken: Was tun gegen die Folgen des Eichenprozessionsspinners?

hzEichenprozessionsspinner

Die Aufregung in Castrop-Rauxel wegen der Eichenprozessionsspinner ebbt nicht ab. Ein Experte gibt Tipps, wie man genau handeln sollte, wenn man in Kontakt mit den giftigen Raupen kam.

von Lena Mreyen

Castrop-Rauxel

, 27.06.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Aufregung in Castrop-Rauxel wegen der Eichenprozessionsspinner ebbt nicht ab. Auch an der Kanalstraße wurden die Tiere entdeckt und verursachten fiese Ausschläge. „Wir sind alle mit Pusteln übersät, der Juckreiz ist unerträglich“, so Angela Robert in einer Facebook-Gruppe, in der sie die anderen Mitglieder warnt. Die Folge: 25 Kommentare innerhalb von 54 Minuten, in der sich weitere Betroffene melden und den Hinweis weiter verbreiten.

Auch die Schüler des Berufskollegs in Habinghorst spürten die Folgen des nervigen Schädlings. Für Mittwoch gab die Schulleitung sogar schulfrei. Die Gefahr, die die vielen befallenen Eichen auf dem Schulhof darstellen, ist einfach zu groß. Der Befall des Eichenprozessionsspinners sei in Castrop-Rauxel erheblich und über alle Ortsteile verbreitet, sagte auch Stadtsprecherin Nicole Fulgenzi vor kurzem.

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„Die Härchen des Eichenprozessionsspinners enthalten das Nesselgift Thaumetopoin. Bei Hautkontakt wird das Gift freigesetzt und kann zu allergischen Reaktionen führen“, erklärt Apotheker Claus Ehrensberger, Sprecher der Apothekerschaft in Castrop-Rauxel. „Von den Gespinstnestern sollte man sich deshalb fernhalten.“ Darum saugten am Freitag Schädlingsbekämpfer mehrere Nester von den Eichen auf dem Schulhof ab.

Eichenprozessionsspinner bringt Juckreiz mit sich

Die Raupen entwickeln ab dem dritten Larvenstadium sogenannte Brennhaare. Diese brechen leicht ab und werden sogar durch die Luft getragen. Bei Hautkontakt treten starker Juckreiz und Brennen auf, dazu kommen Hautausschläge an den betroffenen Stellen mit Rötungen und Pusteln. Was aussieht wie ein Insektenstich könnte also in Wirklichkeit durch Kontakt mit dem Eichenprozessionsspinner verursacht worden sein.

Ausschläge und heftiges Jucken: Was tun gegen die Folgen des Eichenprozessionsspinners?

So sehen die giftigen Raupen aus. © Michael Schuh

Wer mit den Härchen in Kontakt gekommen ist, hat häufig allerdings erst in der Nacht oder am nächsten Tag die typischen Beschwerden. „Zwischen Kontakt und ersten Symptomen vergehen in der Regel mehrere Stunden, sodass der Zusammenhang oft nicht erkannt wird“, erklärt Ehrensberger. Ausschlag und Jucken verschwinden meist nach rund zwei Wochen von selbst, sind bis dahin jedoch überaus lästig.

Auch Atemprobleme machen sich bemerkbar

Mit der Luft gelangen die Härchen zudem leicht in Augen und Atemwege und können dort Mund, Nase und Rachen reizen. „Schlimmstenfalls hat das schmerzhaften Husten oder asthmatische Beschwerden zur Folge“, so Apotheker Ehrensberger. „Häufige Begleitsymptome sind Schwindel, Fieber und Müdigkeit, in Einzelfällen kann es auch zum allergischen Schock kommen.“

Ausschläge und heftiges Jucken: Was tun gegen die Folgen des Eichenprozessionsspinners?

Beim Kampf gegen die Tiere ist Vorsicht geboten. © Michael Schuh

Was tun, wenn es zum Kontakt mit den gefährlichen Brennhaaren gekommen ist? „Als Erste-Hilfe-Maßnahme können kühlende Umschläge gegen Schwellungen, Präparate mit Kortison oder Antihistaminika, die die allergischen Symptome lindern, eingesetzt werden“, sagt Ehrensberger. Andere Ärzte empfehlen Lotionen oder Gele, die man auch zur Behandlung von Insektenstichen nutzt. Allerdings können diese nur bei leichten Beschwerden helfen. „Bei schweren Folgen schicke ich Patienten dann zum Arzt“, erklärt ein Mitarbeiter der City-Apotheke in Castrop-Rauxel. Er hat in diesem Jahr und im vergangenen Jahr, immer wenn es warm wird, vermehrt Patienten mit den prägnanten Symptomen des Eichenprozessionsspinners beraten.

Ausschläge und heftiges Jucken: Was tun gegen die Folgen des Eichenprozessionsspinners?

So sehen die Folgen des EPS aus. © Schulz-Gahmen

Zudem soll die getragene Kleidung gewechselt und gewaschen werden. Dabei sollte man vorher mit einer Bürste vorhandene Brennhaare von der Kleidung bürsten, denn: Die Raupenhaare haben Widerhaken und krallen sich in der Kleidung fest, so.

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Betroffene können sich beraten lassen, welche Wirkstoffe für sie in Frage kommen. Oft können örtliche Apotheken und die Hausärzte weiterhelfen. Sind Raupenhaare ins Auge gelangt, sollte man am besten einen Augenarzt um Rat fragen.

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