Wer übernimmt die Kanzlerkandidatur bei den Grünen - Annalena Baerbock oder Robert Habeck? © dpa
Umfrage

Baerbock oder Habeck: Klare Tendenz bei Castrop-Rauxels Grünen

Am 19. April wollen die Grünen die Kanzlerkandidatur klären: Tritt Robert Habeck an oder Annalena Baerbock? Die Castrop-Rauxeler Grünen finde beide gut, aber haben eine Vorliebe.

Am 19. April möchte der Bundesvorstand der Grünen vorschlagen, wer die Kanzlerkandidatur der Partei übernehmen soll. Vorab haben wir bei Castrop-Rauxeler Grünen nachgefragt, wen sie bevorzugen – Annalena Baerbock oder Robert Habeck. Beide werden geschätzt, doch in der K-Frage gibt es in Castrop-Rauxel zumindest eine leichte Präferenz.

Bert Wagener (Fraktionsvorsitzender der Grünen Ratsfraktion):

Was bei der Union passiert, dass sich also Markus Söder und Armin Laschet nicht einigen können, wer denn jetzt Kanzlerkandidat werden soll, sehe ich ganz und gar nicht mit Wohlwollen. Exakt das ist es, was zu Politikverdrossenheit führt. Die Bevölkerung bekommt den Eindruck einer völlig planlosen Politik.

Ich persönlich halte unsere Kandidaten beide für geeignet. Für Robert Habeck spricht seine Regierungserfahrung, für Annalena Baerbock ihr klares, gutes Arbeiten – als Kanzler bzw. Kanzlerin zu arbeiten, traue ich beiden zu. Zwei relativ junge und so gute Führungskräfte gibt es nicht so häufig – deshalb können wir uns darüber sehr freuen.

Dementsprechend denke ich, dass beide auch künftig wichtig für die Grünen sein werden. Egal wer es letztlich macht – die Person, die zurücksteckt, wird weiterhin eingebunden werden. Eine Niederlage hat natürlich niemand gern. Doch ich bin mir sehr sicher, dass beide auch nach der Entscheidung gut zusammenarbeiten werden – so wie bisher.

Gudrun Kaltenborn (Stadtverbandsvorsitzende):

Im Grunde ist es nicht entscheidend, wer es macht – unsere Themen sind die Hauptsache. Das will ich zu Beginn herausstellen. Ich hoffe, dass sich Annalena und Robert gut besprechen – und dass letztlich die Person den Vorzug erhält, die die größte Chance hat, in der Gesamtbevölkerung Zustimmung zu erhalten. Das wäre der logische Weg, zuletzt war Robert in den Umfragen ja vorne.

Ganz persönlich würde ich mich allerdings freuen, wenn Annalena Baerbock es machen würde. Sie hat so viel Power, ist sehr gut informiert – teilweise auch besser als Robert. Und sie bekommt all das mit ihren Kindern unter einen Hut.

Mit Regierungserfahrung kann Annalena nicht wuchern. Die hat nur Robert – wie ich in einem Interview las, wird er heute noch von den Fischern in Schleswig-Holstein gegrüßt. Dort hat er es sehr gut gemacht. Robert ist – wie ich ihn erlebe – kein Dogmatiker, er kann Kompromisse schmieden. Dass er sich in ein, zwei Interviews fachliche Fehler geleistet hat, zeigt allein, dass er nicht unfehlbar ist. Das macht ihn nur sympathischer.

Ulrich Werkle (Ratsmitglied und ehemaliger Stadtverbandsvorsitzender):

Ich glaube, dass Annalena Baerbock eine gute Wahl wäre. Sie ist klar in ihrem Auftreten und sehr kenntnisreich in vielen Themen. Außerdem fände ich es nicht verkehrt, wenn wir weiterhin von einer Frau regiert würden. Zuvor hatte ich Robert Habeck favorisiert, aber Annalena hat nach und nach aufgeholt.

Ratsmitglied Ulrich Werkle spricht sich für Annalena Baerbock aus.
Ratsmitglied Ulrich Werkle spricht sich für Annalena Baerbock aus. © Volker Engel © Volker Engel

Dennoch: Habeck bleibt selbstverständlich wichtig für die Grünen. Er kann Visionen formulieren. In Deutschland verfangen wir uns häufig im Klein-Klein, sind sehr detailversessen. Wir müssen aber auch überlegen, wie unsere Zukunft aussehen soll, wie unser Land in 15 Jahren sein soll – dabei kann uns Robert sehr gut helfen.

Ratsmitglied Timo Eismann (l.) hält sowohl Robert Habeck als auch Annalena Baerbock für geeignet.
Ratsmitglied Timo Eismann hält sowohl Robert Habeck als auch Annalena Baerbock für geeignet. © Tobias Weckenbrock © Tobias Weckenbrock

Timo Eismann (Ratsmitglied): Ich bin sehr gespannt, wer es final wird. Annalena Baerbock scheint mir thematisch sicherer zu sein; Robert Habeck aber hat in Schleswig-Holstein bereits regiert. Ich halte beide für geeignet. Am Ende läuft es auf einen Kanzler Habeck oder eine Kanzlerin Baerbock hinaus. Beides ist mir sehr recht.

Dass beide nach der Bekanntgabe weiterhin gut zusammenarbeiten können und werden, daran habe ich keinerlei Zweifel – null komma null.

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Schreibt seit 2015. Arbeitet seit 2018 für die Ruhr Nachrichten und ist da vor allem in der Sportredaktion und rund um den BVB unterwegs.
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