Bahnübergang Westring: Stadt und Bahn haben unterschiedliche Ideen

hzSchranken-Ärger

Die Stadt möchte eine technische Lösung von der Bahn, die Bahn einen Straßenumbau von der Stadt. Ein Ende der großen Warterei am Bahnübergang Westring in Castrop-Rauxel scheint nicht in Sicht.

Castrop-Rauxel

, 02.06.2020, 14:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Westring-Bahnübergang ärgert Verkehrsteilnehmer seit drei Jahren mit teilweise massiven Wartezeiten. 2017 hatte die Bahn den Bahnübergang mit Vollschranken statt der bis dahin eingesetzten Halbschranken ausgerüstet. Das sollte Sicherheitsgründe haben.

Für den Verkehr rechts und links der Schienen hatte es einen zusätzlichen, sehr spürbaren Effekt: Autofahrer berichten, dass sie seit Sommer 2017 teils mehr als 20 Minuten vor geschlossenen Schranken stehen müssen.

Bahn: Stadt prüft Bau einer höhenfreien Kreuzung

Die Bahn hatte ursprünglich angekündigt, dass eine technische Lösung des Problems möglich und nur eine Frage der Zeit sei. Nach Darstellung der Bahn-Pressestelle in Düsseldorf sieht die Situation mittlerweile anders aus.

Demnach, so hieß es in einer Antwort auf eine Anfrage der Redaktion, werde „seitens der Stadt Castrop-Rauxel die Machbarkeit und Umfang einer höhenfreien Kreuzung am Westring unter Berücksichtigung der zukünftigen Verkehrsprognosen geprüft“.

Offenbar nicht so ganz, denn wie eine Antwort der Stadt am Dienstag (2. Juni) zeigt, gibt es wegen des Bahnübergangs nach wie vor Dissens zwischen Stadt und Bahn.

Stadt: Bahn soll technische Lösung umsetzen

Stadt-Sprecherin Nicole Fulgenzi schreibt: „Die Verwaltung präferiert nach wie vor eine technische Lösung seitens der Bahn, da eine bauliche Lösung einen deutlichen Eingriff in die Landschaft bedeuten und enorme Kosten verursachen würde.“

Damit bleibt die Situation also wie gehabt: Die Bahn möchte, dass die Stadt das Problem mit einer Beseitigung des Bahnübergangs löst. Das ist einfacher und preiswerter für die Bahn. Die Stadt möchte, dass die Bahn das Problem technisch löst. Das ist einfacher und preiswerter für die Stadt.

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Eine von der Stadt initiierte Prüfung der Schließzeiten durch die DB habe, so erläutert Nicole Fulgenzi weiter, vor einiger Zeit stattgefunden. Diese Prüfung der durchschnittlichen Wartezeiten habe ein Ergebnis von „mehreren Minuten“ ausgewiesen.

Stadt und Bahn wollen weiter im Dialog bleiben

Dass Autofahrer mit ihren Erfahrungen von teilweise deutlich längeren Wartezeiten nicht falsch liegen, bestätigt Nicole Fulgenzi: „Der Verwaltung sind dennoch erhebliche Wartezeiten bekannt, die von der Erhebung der Bahn abweichen.“

„Die Verwaltung sieht sich daher weiterhin im Dialog mit der Bahn, um auf eine gemeinsame, tragfähige Lösung hinzuarbeiten“, schreibt die Stadtsprecherin. Nach einer Lösung in absehbarer Zeit klingt diese Formulierung nicht.

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