Besitzer zeigten erstmals Inneres von Haus Henrichenburg: Früher Gutshof, heute Wohnhaus

hzTag des offenen Denkmals

Zum Tag des offenen Denkmals öffneten Christiane Schröder und Magnus Heier erstmals die Pforten des historischen Landgutes Haus Henrichenburg. Eindrucksvoll berichteten die beiden Bewohner über die Geschichte des Hauses.

Henrichenburg

, 11.09.2019, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mehr noch: sie gewährten den interessierten Besuchern Einlass in ihre Wohnung. „Mit so viel Zulauf haben wir gar nicht gerechnet“, wunderte sich der heutige Besitzer des Hauses Magnus Heier. Mehr als 50 Besucher versammelten sich jeweils um 12, 14, 16 und 18 Uhr vor dem Eingangsportal.

Schon von außen präsentiert sich der Gutshof von 1787 mit einer schmucken Fassade. „Die Außenmauern sind das einzige, was von dem ehemaligen Gebäude noch erhalten ist“, sagte Heier. Die allerdings tragen eine lange Geschichte mit sich. Zum Bau des Hauses wurden damals die Ziegelsteine der zuvor abgerissenen Henrichenburg verwandt.

Hedwig Kiesekamp in Haus Henrichenburg geboren

Im Innern offenbart sich dem Besucher eine gelungene Symbiose aus alter und moderner Architektur. „Leider mussten wir die alten Stützbalken komplett entfernen“, bedauerte Heier. Aber mit den Ideen des Architekten Luckmann wurde Alt und Neu geschmackvoll miteinander verbunden. Grau lackierte T-Träger sorgen für die Stabilität des Hauses. Das Mauerwerk besteht, wie früher, aus einer Lehm-Grasmischung.

Besitzer zeigten erstmals Inneres von Haus Henrichenburg: Früher Gutshof, heute Wohnhaus

Unter diesem Dach wurde am 21.07.1844 die Dichterin und Sängerin Hedwig Kiesekamp geboren. Das und andere Infos bekamen die Besucher der Führungen am Tag des offenen Denkmals zu hören. © Volker Engel

„Auch der Geist des Hauses ist ein besonderer“, erklärte Heier. „Unter diesem Dach wurde am 21.07.1844 die Dichterin und Sängerin Hedwig Kiesekamp geboren. Überhaupt habe das Haus eine interessante Geschichte. Der Gutshof beherbergte früher viele Menschen. 50 Angestellte kümmerten sich um Haus und Hof. Der linke Flügel diente als Tenne und Unterkunft für Mensch und Tier.

Heute leben hier elf Mietparteien. Der rechte Teil des Gebäudes wird von den Besitzern bewohnt. Christiane Schröder und Magnus Heier führten die Gäste durch das geschmackvoll eingerichtete Wohnzimmer. Auch hier haben die Besitzer die Gegensätze Alt und Moderne geschickt verbunden. Über die Holzterrasse führte der Weg in den Garten und von dort in den Keller.

Besitzer zeigten erstmals Inneres von Haus Henrichenburg: Früher Gutshof, heute Wohnhaus

Christiane Schröder und Magnus Heier führten die Gäste durch den ehemaligen Gutshof. © Volker Engel

Hier offenbarte sich den Besuchern ein weiteres Stück Geschichte. Alte Fotos von früher und liebevoll eingerichtete Zimmer, wie sie damals einmal waren, ließen die Besucher staunen. Die historischen Möbel umrahmen den Original-Backofen, wo Brot, Kuchen und Obst gebacken wurden. Entstanden ist ein Museum mit Puppenstuben-Charakter.

„Es ist ein Privileg für uns, so zu wohnen“, sagte Heier. Und darum habe er sich auch entschieden, dieses Kleinod der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. „Die Idee haben wir aus unserem letzten Urlaub in England abgeguckt“, erklärte er. Auch dort sei es möglich, historische Gebäude zu besichtigen.

Aus Witten angereist

Die Besucher zeigten sich begeistert. „Wir sind hier aufgewachsen“, sagten nicht Wenige. Auch Gertrud und Klaus Blumenhofer ging es so. Sie sind extra aus Witten angereist, um sich das Haus Henrichenburg anzuschauen. Am Ende ließ Heier die Glocke ertönen, die sich im Türmchen auf dem Dach befindet.

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