Beulen-Streit mit Autohaus: Käufer zieht vor Gericht - und muss doch für Reparatur zahlen

hz250 Euro

Der Käufer war vom gebrauchten Seat Leon begeistert. Nach zwei Wochen entdeckte er dann eine Beule im Stoßfänger. Das führte zu einem zähen Streit, der nun vor dem Zivilrichter endete.

Castrop-Rauxel

, 24.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Der Kunde hatte 17.000 Euro auf den Tisch geblättert, um den vier Jahre alten Seat Leon zu kaufen. Er war überzeugt davon, ein tolles Auto gefunden zu haben, obwohl er den Sportauspuff, der nach einem Rückbau im Kofferraum lag, eigentlich nicht brauchte. Genau dieser Auspuff war dann aber wohl der Grund für einen langandauernden Zwist zwischen Verkäufer und Käufer.

Schlussendlich landete der Streit jetzt rund ein Jahr nach dem Kauf vor dem Zivilrichter. So verhärtet waren die Fronten, nachdem der Käufer einen Anwalt eingeschaltet hatte.

Kläger äußert Sportauspuff-Vermutung

„Ich vermute, dass der Rückbau des Sportauspuffes die Ursache für die Beule war“, sagte der Kläger. Die im Stoßfänger für diesen Auspuff benötigte Aussparung war nach dem Rückbau geschlossen worden. Vielleicht sei dabei die Beule entstanden, die ihm erst nach dem Kauf auffiel.

Mit dem Verkäufer, einem großen Autohaus, wurde er sich nicht einig. Während er sagte, vergeblich auf Rückrufe und akzeptable Angebote gewartet zu haben, sagte die beklagte Seite, dass der Kunde die Gespräche abgebrochen habe.

Dann irgendwann kam Post von dessen Anwalt. Darin wurde unter anderem eine Rechnung aufgemacht, wonach die Reparatur rund 1000 Euro kosten werde - notfalls durchgeführt in einer anderen Werkstatt.

Anwälte untermauerten die Positionen

Auch im Gerichtssaal schienen die Fronten jetzt verhärtet. Beide Parteien waren anwaltlich vertreten und ließen ihre Positionen juristisch untermauern. Dem Richter war in dieser Verhandlung, die ja vorrangig auf eine gütliche Einigung abzielt, an einem Kompromiss gelegen.

Beim Beklagten stieß der Richter auf offene Ohren. Schließlich, so sagte dieser, verkaufe sein Unternehmen rund 2000 Autos im Jahr. Und Fälle wie dieser seien die absolute Ausnahme.

Der Kläger war anfangs weniger begeistert, obwohl er mit dem Auto ansonsten, wie er ausdrücklich beteuerte, nach wie vor sehr zufrieden war. Dann brachte der Richter die Summe von 300 Euro in die Debatte, etwa ein Drittel des genannten Schadens, zu zahlen vom Kläger, wenn die beklagte Firma seinen Wagen wunschgemäß instand setzt.

Käufer lenkt nach Beratung mit Anwältin ein

Nach einer kurzen Beratung mit seiner Anwältin lenkte der Mann ein, versuchte jedoch, die von ihm zu zahlende Summe auf 200 Euro zu drücken.

Schließlich traf man sich in der Mitte bei 250 Euro. Dafür baut der Händler einen neuen Stoßfänger ein und lackiert ihn passend zur Karosse.

Das hätte sicher bei ruhigen Gesprächen und der Klärung von möglichen Missverständnissen auch schon vor Monaten geschehen können. Ohne Gericht, was noch zusätzliche Kosten verursacht hat.

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