Der Black Friday lockt Konsumenten mit günstigen Preisen in die Geschäfte (Archivfoto). Zumindest mancherorts. © Thomas Schroeter
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Black Friday: Nicht alle Händler in Castrop-Rauxel setzen auf fette Rabatte

Es geht wieder los: Am Freitag beginnt die jährliche Rabattschlacht vor Weihnachten. Beim Black Friday können Kunden auch in Castrop-Rauxel Schnäppchen ergattern. Aber nicht überall.

Es ist mal wieder so weit: An diesem Freitag (26.11.) ist der Tag der Rabatte. Der Black Friday läutet das Weihnachtsgeschäft ein und soll Kunden mit niedrigen Preisen zum frühzeitigen Geschenke kaufen verführen.

Die aus den USA stammende Verkaufsidee hat längst auch in Deutschland Anklang gefunden. Nicht alle Castrop-Rauxeler Händler beteiligen sich allerdings an der Aktion.

„Black Friday ist nicht wirklich ertragreich“

Dirk Kowalski ist ein Befürworter des Black Fridays. Der Besitzer des Elektrofachmarkts Expert Loskill nimmt seit mehreren Jahren an dem Aktionstag teil und möchte auch dieses Jahr durch Angebote überzeugen. „Was das Internet kann, sollten wir auch können – und das tun wir auch“, sagt der Ladenbesitzer.

Dabei seien die Black Week oder auch nur der Black Friday nicht lukrativ für das Geschäft. Grund dafür seien die teilweise sehr günstigen Angebote. Kowalski ist es aber trotzdem wichtig, mit größeren Unternehmen wie Saturn oder Mediamarkt mithalten zu können. „Der zweite Preis ist nämlich der erste Verlierer.“

Die großen Ketten dominieren auch in diesem Jahr wieder den Black Friday. Ob Aldi, Kaufland, JYSK, Media Markt oder Witt Weiden – sie alle haben am Freitag besondere Rabatte. Kleinere Unternehmen wie eben Expert Loskill oder auch die Tegro Home Company versuchen, in Castrop-Rauxel mit ihren ganz eigenen Black-Friday-Rabattaktionen dagegen zu halten.

Aktionstag wichtig für Kundenbindung

Der Elektrofachmarkt Loskill erhofft sich von den Angeboten am Black Friday vor allem auch, in die Köpfe der Kunden zu kommen, so Kowalski. „Das zeigt unsere Wettbewerbsfähigkeit. Sonst würden wir in der Weihnachtszeit nicht mehr angefahren werden.“

Eine solche Bedeutung misst Detlef Kipar der Verkaufsveranstaltung nicht zu. In seinem Elektrofachmarkt wird es keine Angebote oder Rabatte geben. „Wir legen Wert auf einen guten Service“, erklärt Kipar, Besitzer des Ladens. „Und Qualität hat nun mal ihren Preis.“

Umsatzeinbuße im Weihnachtsgeschäft befürchtet der Geschäftsmann im Gegensatz zu Dirk Kowalski dabei aber nicht. Kipar ist sich sicher: Wer auf Qualität Wert lege, werde auch weiterhin seinen Laden aufsuchen.

Ähnlich sieht es Jens Reiter von Reiter Fashion. Er will neue und besondere Kleidung verkaufen. Das würden die Kunden auch so erwarten. „Wir kaufen keine Altware, um diese dann in den Sale zu packen“, sagt er. Zudem sei es vor dem Hintergrund der Warenknappheit scheinheilig, nun Massen an Kleidung günstig „rauszukloppen“.

Bewussteres Konsumverhalten erwünscht

Natürlich habe er auch Rabatte, die gebe es immer, gerade im Weihnachtsgeschäft, so Reiter. Doch beim US-importierten Konsumfestival „Black Friday“ möchte er nicht mitmachen. So sieht er den günstigen Verkauf von massenhaft Ware auch im Sinne der Nachhaltigkeit kritisch – auch Kunden sollten das hinterfragen.

Detlef Kipar wünscht sich ebenfalls ein bewussteres Konsumverhalten der Konsumenten: „Die Kunden sollen wirklich Preise vergleichen und nicht mit Scheuklappen herumlaufen.“ Denn Black Friday suggeriere oft, dass die Preise von Geräten und Dienstleistungen reduziert worden seien. Bei vielen Angeboten sei das dann aber gar nicht der Fall, so Kipar. Auch Dirk Kowalski warnt davor, sich von Werbung verführen zu lassen. Entsprechende Preisvergleiche seien daher auch seiner Ansicht nach sinnvoll.

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