„Bloßer Wahlkampf“ und „Vermögensschaden“: Das sind die sechs Kernaussagen von Dreigrund

hzAlte Eiche

Lange hüllte sich der Investor der Fläche rund um die Alte Eiche in Schweigen. Das hat Torsten Velhorst nun gebrochen. Er formuliert scharfe Kritik am Bürgermeister. Die sechs Kernaussagen.

Habinghorst

, 07.11.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit einem offenen Brief bricht Dreigrund - der Investor der Fläche rund um die Alte Eiche - nun das lange Schweigen. Torsten Velhorst, der Geschäftsführer von Dreigrund Development, antwortet Bürgermeister Kravanja auf seinen offenen Brief - und kritisiert diesen scharf.

Das sind die sechs Kernaussagen von Dreigrund:

(1) Velhorst hält den offenen Brief für puren Wahlkampf und möchte sich daran nicht beteiligen. Der Investor schreibt: „Nachdem wir bereits Ihrem Wunsch gemäß einen Gesprächstermin mit Ihnen vereinbart hatten, hat uns über die Presse Ihr offener Brief erreicht. Sie möchten ‚vermitteln‘ - und schreiben uns dies über die Presse? Dies scheint uns mehr Kommunalwahlkampf als ein ernst gemeinter Vermittlungsversuch zu sein. An bloßen Wahlkampfveranstaltungen werden wir uns nicht beteiligen.“

(2) Der vom Bürgermeister als Nötig erachtete „breite gesellschaftliche Konsens“ für das Vorhaben liege bereits vor: „Der Rat der Stadt Castrop-Rauxel hat die neue Wohnbebauung an der Heerstraße mit einer Dreiviertelmehrheit beschlossen“, schreibt Dreigrund. Und weiter: „Wie wir an dem Kaufinteresse sehen können, begrüßen auch viele Bürgerinnen und Bürger, dass Wohnbaufläche zur Verfügung gestellt werden kann. Denn Wohnbaufläche ist in Castrop-Rauxel knapp. Sie selbst hatten es deshalb begrüßt, dass wir mit eigenen finanziellen Mitteln diese Fläche entwickeln.“

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(3) Der Bürgermeister selbst sei für den Bebauungsplan verantwortlich. Dreigrund kritisiert, dass Kravanja sich von seinem eigenen Plan distanziere: „Der Bebauungsplan, der die Wohnbebauung auf dieser Fläche ermöglicht, ist von der Stadt Castrop-Rauxel in eigener Verantwortung aufgestellt worden, also unter Ihrer Leitung und mit Ihrer Zustimmung. Und jetzt distanzieren Sie sich von Ihrem eigenen Bebauungsplan und wollen die Rolle eines ‚neutralen‘ Moderators einnehmen?“

(4) Die Flächen, auf denen die Alte Eiche steht, könnten nicht verkauft werden. Die Alte Eiche müsse für eine Neubebauung fallen. „Aus Ihrem eigenen Bebauungsplanverfahren dürfte Ihnen bekannt sein, dass ein Verkauf der Grundstücke, auf denen die alte Eiche steht, gar nicht möglich ist, da die Eiche zum Teil in der neuen Erschließungsstraße steht“, so Velhorst. „Darüber hinaus besteht gemäß den Regelungen des Erschließungsvertrages inzwischen ein Kaufvertrag zur Abtretung der öffentlichen Erschließungs- und Grünflächen mit der Stadt und den Wirtschaftsbetrieben. Wieso beziehen Sie hierzu nicht klar Stellung? Ein Verkauf der Fläche, auf der die alte Eiche steht, würde eine Entwässerung und Erschließung des gesamten Plangebiets unmöglich machen.“

(5) Der Investor betrachtet die Klimaschutzdebatte, „die sich an einem Baum festmacht“, als völlig unangemessen. Sowohl die Verwaltung, als auch der Rat und verschiedene Gremien hätten sich zuvor umfangreich mit dem Bebauungsplan beschäftigt, schreibt Dreigrund: „Im Verfahren wurde ausführlich geprüft, ob die alte Eiche sowie die anderen Bäume auf der Fläche erhalten werden können. Es wurde ein Umweltbericht angefertigt.“

Ersatzpflanzungen seien für die Beseitigung der Bäume vorgesehen: „Gemäß den bestehenden Verträgen sind wir zu einer Ausgleichzahlung in Höhe von rund 250.000 Euro verpflichtet. Im Wohngebiet selbst sollen große Grünflächen angelegt werden. (...) Erst nach Abwägung aller Für und Wider ist (der Rat) zu dem Schluss gekommen, dass ein Großteil der Bäume, so auch die alte Eiche, nicht erhalten werden können.“

(6) Der Investor betrachte die öffentliche Infragestellung des beschlossenen Bebauungsplanes mit Sorge, „da mit jedem weiteren Tag nicht nur der Vermögensschaden (z.B. durch Baukostensteigerungen/Mieten etc.) für die potentiellen ‚Häuslebauer‘ immer weiter steigt, sondern auch ein großer Vertrauensschaden für die Stadt Castrop-Rauxel und ihre weitere Stadtentwicklung entsteht“, so Velhorst. „Potenzielle Investoren werden über einen sehr langen Zeitraum davor zurückschrecken, in Castrop-Rauxel zu investieren, wenn keine Planungssicherheit gegeben ist.“

Dreigrund fühle sich dennoch weiterhin den Käufern und Interessenten verpflichtet und möchte das Projekt „Wohnen an der Emscher“ zu einem Erfolg für Castrop-Rauxel machen. „Wir werden daran arbeiten, zügig die Voraussetzungen zu schaffen, dass alsbald mit dem Bau der geplanten Einheiten begonnen werden kann.“

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