Brücken-Posse: Lkw-Fahrer wird zur Lachnummer auf Facebook

hzHöhenprobleme

Die Situation an der Becklem-Brücke wird immer mehr zur Posse. Auch die neu installierten Höhenwarner halten Lkw-Fahrer nicht ab und wurden schon demoliert. Es geht aber sogar noch dümmer.

Becklem, Henrichenburg

, 16.07.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Vorgeschichte ist bekannt: Die Becklemer Brücke ist mit einem Höhenportal ausgerüstet. Nur Fahrzeuge, die unter 2,30 Meter hoch sind, können die schmale Brücke im Verlauf der Lambertstraße passieren. Das hat nicht immer geklappt. Bereits 2013 fuhr sich hier ein Paketwagen den Aufbau kaputt und Ende Januar 2020 knallte ein Rettungswagen der Castrop-Rauxeler Feuerwehr gegen das Höhenportal. Dabei wurden vier Menschen verletzt.

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Die Konsequenz daraus: Das Wasser- und Schiffahrtsamt (WSA) installierte im Frühsommer zusätzliche Schilderbrücken als Vorwarner. Aus Richtung Henrichenburg steht solch ein Vorwarner kurz vor der Autobahnbrücke, aus Richtung Becklem etwa 200 Meter vor der Brücke.

Höhenbegrenzer sorgen für einigen Spott

Als die neuen Höhenbegrenzer installiert wurden, regten sich in der Nachbarschaft und auf Facebook Spott und Kritik. „Ich lach mich schlapp, für so eine Scheiße wird Geld ausgegeben?“ Ein User verweist auf die auch schon existierenden Verbotsschilder: „Wer nicht lesen kann, ist selber schuld.“

Den nächsten stört der Standort vor der Autobahnbrücke. Und eine Facebook-Nutzerin echauffiert der Anblick des Höhenportals aus ihrem Garten. Jetzt wird auf Facebook wieder diskutiert. Denn auch die neuen, nun wirklich kaum zu übersehenden Warnelemente halten Lkw-Fahrer offenbar nicht davon ab, ihr Glück zu versuchen.

Gut zu erkennen ist das völlig verbeulte Warnelement an der Höhenbergrenzung.

Gut zu erkennen ist das völlig verbeulte Warnelement an der Höhenbergrenzung. © Privat

So konnte man jetzt in mehreren Facebook-Posts komplett verbogene Warnelemente bestaunen. Die hängen an den Warnbrücken an Ketten herunter. Wenn ein Wagen dagegen fährt, wird das Fahrzeug nicht komplett demoliert, der Aufprall aber sollte auch den unaufmerksamsten Fahrer alarmieren.

Die verbogene rot-weiße Barke ist schon wieder ausgetauscht worden, an der Vernunft der Lkw- und Transporterfahrer aber bleiben massive Zweifel. Denn die sollten eigentlich, da sie beruflich mit ihren Fahrzeugen unterwegs sind, ganz genau wissen, wie hoch ihre Wagen sind.

Auch das gerade erst ausgetauschte Blechschild hat schon wieder die erste Macke.

Auch das gerade erst ausgetauschte Blechschild hat schon wieder die erste Macke. © Thomas Schroeter

Das scheint aber nicht der Fall zu sein. Und so dürfte das Wasser- und Schifffahrtsamt in den nächsten Monaten und Jahren noch so manches rot-weiße Blechschild erneuern müssen.

Anwohner erzählt haarsträubende Lkw-Geschichte

Es geht aber offenbar noch dümmer: Wie uns ein Anwohner am Dienstag (14.7.) auf der Lambertstraße berichtete, habe er erst vor wenigen Tagen eine mit Gerüstteilen beladenen Lkw beobachtet. Als der an die Warnbrücke kam, sei er nicht etwa umgekehrt. „Der Beifahrer ist ausgestiegen, auf de Lkw geklettert und hat das lose Warnschild hochgehalten, damit der Lastwagen durchfahren konnte“, so der Anwohner.

Nach längerer Zeit sei der Lkw wieder aufgetaucht. Denn die Brücke konnte er natürlich nicht passieren. Wenden geht dort auch nicht und so musste er mühsam rückwärts zurück rangieren.

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