Rad- und Fußwege-Konzept: Bürger sollen sich bei Entwicklung für Castrop-Rauxel einbringen

hzNahmobilität

Castrop-Rauxel will „Fußgänger- und Fahrradfreundliche Stadt“ werden. Seit Juni wird an einem Konzept gearbeitet. Im Dezember soll es Planungsspaziergänge und eine Radtour mit Bürgern geben.

von Dieter Duewel

Castrop-Rauxel

, 21.11.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit einer Bürgerwerkstatt war die Stadt in die Konzeptarbeit zur Verkehrswende gestartet. André Sternemann, städtischer Verkehrsplaner und verantwortlich für den Nahmobilitätsbereich, verkündete jetzt den Abschluss der Bestandsanalyse: „Die beiden von uns beauftragten Planungsbüros haben sehr intensiv daran gearbeitet. Das gesamtstädtische Netz wurde befahren, um festzustellen, welche Straßen in das Konzept aufgenommen werden sollen.“

Hintergrund: Der Umweltausschuss hatte beschlossen, sich um die Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW (AGFS) zu bewerben. Ziel soll sein, den Anteil des motorisierten Individualverkehrs zugunsten der Fußgänger und Radfahrer zu verringern.

Bestandsaufnahme ist jetzt abgeschlossen

André Sternemann betont, dass die Bürgerbeteiligung bei der Entwicklung des Konzepts eine wesentliche Rolle spielt: „Die Bürgerwerkstatt war ein erster wichtiger Schritt, die Bürger und Interessenverbände mit ins Boot zu nehmen.“

Bevor es zu weiteren Aktionen kommt, musste zunächst eine Bestandsaufnahme durchgeführt werden.

Rad- und Fußwege-Konzept: Bürger sollen sich bei Entwicklung für Castrop-Rauxel einbringen

Im Juni waren bei einer Bürgerwerkstatt Anregungen interessierter Bürger entgegen genommen worden. © Dieter Düwel

Mitarbeiter der Planungsbüros VIA aus Köln und Planersocietät aus Dortmund prüften den Ausbaustandard der Straßen sowie ihre Oberflächen und Schadensklassen. Die Ergebnisse wurden in einem umfangreichen Kartenmaterial zusammen gestellt.

Planungsspaziergänge und eine Fahrradtour

Sternemann zum weiteren Vorgehen: „Jetzt ist der Weg frei für die Beteiligung von Bürgern und städtischer Politik. Noch im Dezember sollen Planungsspaziergänge und eine Fahrradtour stattfinden, um vor Ort Anregungen für unser Konzept zu sammeln.“ Denn viele Radfahrer sehen Castrop-Rauxel in Sachen Radverkehr als Entwicklungsland.

Im Moment plane man zu diesem Zweck Routen, die so geführt werden sollen, dass sie auch Änderungswünsche von Bürgern zulassen.

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Der Stadtplaner weist darauf hin, dass man gegenwärtig zweigleisig arbeite. Neben der Entwicklung des Nahmobilitätskonzepts gehe die Alltagsarbeit weiter, wie zum Beispiel die Förderung des sogenannten Bürgerradwegeprogramms. Sternemann: „Wir haben jetzt die Planung für einen Bürgerradweg Dortmunder Straße bei Straßen NRW eingereicht.“

Geschlossen werden soll damit die Lücke im Radweg zwischen der Adlerstraße und dem Neuroder Platz. Und auch die Fortsetzung des Radwegs vom Neuroder Platz bis etwa zum Hellweg ist schon in Planung.

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Sternemann zum Zeitplan in Sachen Rad- und Fußwegkonzept: „Nach den Spaziergängen und der Radtour werden wir die Anregungen der Bürger und der Politik auswerten. Das fertige Konzept sollte Ende März 2020 vorliegen, sodass wir dann die Bewerbungsunterlagen bei der AGFS einreichen können.“

Der Bürgerradweg

  • Das Landesverkehrsministerium hat das Modellprojekt „Bürgerradweg“ 2005 ins Leben gerufen und seitdem circa 27 Millionen Euro investiert.
  • Um Radwege auch dann verwirklichen zu können, wenn es auf dem herkömmlichen Weg kurzfristig nicht möglich erscheint, setzt Nordrhein-Westfalen auf den Einsatz lokaler Bauunternehmen in Kooperation mit den beteiligten Kreisen, Kommunen.
  • Von besonderer Bedeutung für das Projekt sind die Bürger vor Ort, die für „Bürgerradwege“ die Initiative ergreifen sollen.
  • Über 330 Kilometer dieser Bürgerradwege sind laut Straßen.NRW in den vergangenen Jahren bereits entstanden, vor allem in ländlichen Regionen.
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