Rajko Kravanja: Betreuung wird ausgebaut, Schule wirft viele Fragen auf

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Die neuen Corona-Anweisungen werfen viele Fragen auf. Entsprechend viel zu tun hatte Bürgermeister Rajko Kravanja am Donnerstag bei seiner Facebook-Sprechstunde. Hier wichtige Antworten.

Castrop-Rauxel

, 16.04.2020, 19:40 Uhr / Lesedauer: 3 min

Bürgermeister Rajko Kravanja stellte sich im Ratssaal am Donnerstag wieder den Fragen der Facebook-Nutzer aus Castrop-Rauxel. Moderiert wurde die Runde von Guido Baumann, Administrator der Facebook-Gruppe „Du bist Castroper, wenn...“, übertragen vom Team des Bürgerfernsehens CasTV. Hier einige der wichtigsten Fragenbereiche, um die es ging und Kravanjas Aussagen dazu:

Allgemeine Situation: „Die Zahlen der Infizieren sind akzeptabel. Wir tasten uns daher vorsichtig an die Normalität heran. Wir tragen Masken, halten Abstand. Das gibt uns die Gelegenheit, auszutesten, was geht. Dabei stehen wir auch unter wirtschaftlichem und gesellschaftlichem Druck. Und so müssen wir alle 14 Tage neu denken“, sagte Kravanja.

Gastronomie: „Alles das, was bisher galt, gilt weiter. Also gelten die Regeln für die Gaststätten weiter. Bis zum 3. Mai bleiben sie geschlossen“, sagte Kravanja. „Ich kann nur dringend dafür werben, die Lieferdienste in Anspruch zu nehmen und schon mal Gutscheine für später zu kaufen. Das hilft den Gastronomen, über die Runden zu kommen.“

Notbetreuung: Es gibt noch keine Liste für die Gruppen, die künftig in diese Betreuung in den Kitas oder bei Tagesmüttern aufgenommen werden sollen. Bisher hatte die Notbetreuung Kapazitäten für ein Prozent der Kinder, das soll auf rund 10 Prozent der Kinder ausgebaut werden. Die Berufsgruppen, die davon profitieren, sollen am Freitag bekannt gegeben werden. Wahrscheinlich werden Lehrer dazu gehören, mehr sei aber nicht bekannt.

Sportstätten: Da gibt es keine Änderung. Alles bleibt bis zum 3. Mai geschlossen. Kravanja hofft, dass dann auch dort erste Lockerungen möglich sind etwa für einen Trainingsbetrieb. Und auch Sportstudios oder Sonnenstudios müssen weiter geschlossen bleiben.

Freibad: Für das Freibad werden alle Vorkehrungen für eine Öffnung getroffen, ob es im Sommer dann geöffnet werden kann – vielleicht auch nur für 500 Menschen – werde die Zeit zeigen.

Reisen: Die Beschränkungen bleiben bestehen, die Einschränkungen für Auslandsreisen bleiben. Es muss von Fall zu Fall geguckt werden, welche Reisen kostenfrei storniert werden können. Da lohne auch ein Blick auf die Homepage des Auswärtigen Amtes, riet Kravanja.

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Kita-Beiträge: Es werden nur die Tage abgerechnet, an denen auch eine Kita besucht wird. Das genaue Prozedere werde da noch überlegt.

Schule: Der Informationsfluss vom Land sei schwierig. Sicher sei, dass ab Montag Lehrer und städtisches Personal antreten. Ab dem 23. April können die Schüler, die vor dem Abi stehen, den Realschulabschluss machen oder am Berufskolleg Prüfungen haben, in die Schulen kommen. Ab 4. Mai gehen dann die Viertklässler zur Schule.

„Wie viele Lehrer zur Verfügung stehen, welche Hygienemaßnahmen genau zu treffen sind, wie die Gruppengrößen aussehen, wie der Schülerverkehr zu handhaben ist, wie ein Schichtbetrieb aussehen kann: Für all diese Fragen liegen noch keine Anweisungen des Landes vor“, sagte der Bürgermeister. Für Freitag und Montag seien aber weitere Auskünfte des Landes angekündigt.

Gerade in Sachen Desinfektion gebe es noch viele offen Fragen. „Den Informationsfluss“, so Kravanja wörtlich, „finde ich nicht gut.“ Bis zum 29. April soll aber ein Gesamtkonzept für die Schullandschaft vorliegen.

Bei der Facebook-Sprechstunde: Guido Baumann moderierte die Frage- und Antwort-Runde mit Rajko Kravanja.

Bei der Facebook-Sprechstunde: Guido Baumann moderierte die Frage- und Antwort-Runde mit Rajko Kravanja. © Thomas Schroeter

Dienstleister: Friseure dürfen, das ist explizit vom Land festgehalten, unter bestimmten Bedingungen des Schutzes öffnen, aber kein Tattoo- oder Fingernagel-Studios. Die Bedingungen will das Land noch mit den Friseurinnungen aushandeln.

Mundschutz: Die Frage, ob Masken getragen werden sollten oder nicht, auch in Kitas oder Schulen, sei schwierig zu beantworten. Eine Pflicht für Masken ist von Bund und Land bisher im öffentlichen Bereich nicht ausgesprochen worden. Wie die Situation sich entwickle, bleibe abzuwarten. Echte Schutzmasken blieben vorerst sowieso den medizinischen Bereichen vorbehalten.

Rathaus: Ab der kommenden Woche fange man im Rathaus wieder an, Termine im Bürgerbüro abzuwickeln. Wer also einen Termin vereinbart hat oder vereinbaren will, kann das dann wieder tun. Passabholungen sind erst eine Woche später wieder möglich. Bei Ummeldungen gebe es keinen Druck, dafür könne man sich jetzt aber wieder ab Montag anmelden.

Abstandsmarken: „Solche Abstandsmarken in Läden oder vor Ladentüren sind sinnvoll“, sagte Kravanja. Da gebe es viele kreative Maßnahmen. Pro 10 Quadratmeter darf ein Kunde in den Laden. Da sei er aber entspannt, so Kravanja, das habe sich in den geöffneten Läden bisher gut eingespielt.

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Großveranstaltungen: Eine Grenze sei hier noch nicht definiert, so Kravanja. Da brauche man Definitionen. Bei „Castrop kocht über“ sei das aber klar, so leid es ihm auch tue, das gelte auch für das Europafest. Ob aber auch Kleingartenfeste oder ähnliche Veranstaltungen verboten bleiben, sei noch abzuklären. Da sei auch die Frage, ob es eine Veranstaltung im Freien oder in geschlossenen Räumen ist.

Spielplätze: Da gibt es keine Neuregelung, die Plätze bleiben also leider geschlossen. Denn Kinder seien nicht in der Lage, Abstände einzuschätzen und einzuhalten.

Familientreffen: Es gibt keine Regelungen für den privaten Raum. Da könne man nur an den gesunden Menschenverstand appellieren. „Es kann gefährlich sein“, so Kravanja. Daran müsse man einfach denken: „Arschbacken zusammen und durch, es hilft alles nichts.“

Fahrschulen: Alles, was auf -schulen ende, bleibt geschlossen, das gilt also auch für Musikschulen, Tanzschulen, Hundeschulen etc.

Hochzeiten: Trauungen dürfen weiterhin nur im allerengsten Familienkreis abgehalten werden. Daran habe sich bei den neuen Regelungen von Bund und Land nichts geändert.

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