Letztes Konzert für Cäcilienchor: Eine 146 Jahre lange Episode des Kirchengesangs endet

hzÄltester Chor

Zum letzten Mal fand am Sonntag in Henrichenburg ein Gottesdienst mit den beiden Kirchenchöre aus dem Norden statt. Es war der letzte Auftritt des ältesten Chors Castrop-Rauxels.

Henrichenburg

, 13.01.2020, 16:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Gemeinsame Auftritte des evangelischen und katholischen Kirchenchores endeten am Sonntag (12. Januar) mit einem letzten Konzert. In der Erlöserkirche standen die beiden Chöre bei einem ökumenischen Gottesdienst noch einmal zusammen auf dem Podium. Die 18 Mitglieder des scheidenden Cäcilienchores waren darüber sehr traurig.

„Ich fühle mich echt besch…“, gab Alfred Greger traurig an. „Es ist ein komisches Gefühl“, sagte der Sänger, der seit 64 Jahren Mitglied der Chorgemeinschaft St. Lambertus war. Woche für Woche haben sie miteinander geprobt. Der Cäcilienchor ist 146 Jahre alt.

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„Das ist sehr sehr schade“, fand auch Ulla Hengst. Die Sängerin, die schon seit 62 Jahren dabei ist, wünschte sich, dass mit dem Konzert am vergangenen Sonntag ein guter Abschluss gefunden wurde.

„Uns fehlt einfach der Nachwuchs“, nannte sie die Gründe für das Aus. „Heute wird den jungen Leuten so viel anderes geboten, so dass sich die Interessen gravierend geändert haben.“ Außerdem sei das Thema Kirche ja rückläufig geworden.

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Der evangelische Bläserchor begleitete die Sänger musikalisch. So konnte sich der Chor mit vielen Chorälen von seinen Zuhörern verabschieden. Der kleine Kirchenraum an der Freiheitstraße war bis zum letzten Platz gefüllt.

Musiker sein, war ihr Leben

„Musiker zu sein, umfasst das ganze Leben“, stellte Chormitglied Udo Lahme bei seiner Ansprache fest. Auf Atmung und Stimme achten und gleichzeitig auf den Nachbarn Acht geben, das mache die Spannung aus.

Pfarrer Dominik Kemper stellte fest, dass der ökumenische Kirchengesang nach 40 Jahren nun ende. Jedoch nicht der Lobgesang auf Gott.

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