CasShop24 bei Facebook: Gruppe soll Castrop-Rauxeler Händlern mehr Kunden bringen

hzEinzelhandel

Um Einzelhändlern in Castrop-Rauxel zu helfen, möchte Bürgermeister Rajko Kravanja einen lokalen Online-Shop aufbauen. Im Kleinen gibt es etwas Ähnliches bei Facebook. Was ist der CasShop24?

Castrop-Rauxel

, 06.03.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Das regionale Home-Shopping-Erlebnis“ steht auf dem Titelbild der Facebook-Gruppe CasShop24. Darunter posten Händler aus der Stadt Bilder von neuer Ware, werben für Angebote oder informieren über Gutscheine und Rabatte. Rund 30 Gewerbetreibende und mehr als 340 Mitglieder hat die Gruppe in dem Sozialen Netzwerk. Aber bringt das den Gewerbetreibenden mehr Kunden?

Onlineshopping setzt den Einzelhändlern zu. Nicht nur in Castrop-Rauxel spüren die Ladenbesitzer die Konkurrenz aus dem Netz, aber hier häuften sich zuletzt die Klagen über zu wenig Passanten in der Altstadt, mehrere Ladenlokale stehen inzwischen leer.

Ein Amazon für Castrop-Rauxel

Um den Einzelhändlern zu helfen, möchte Bürgermeister Rajko Kravanja in den kommenden Jahren einen lokalen Onlineshop aufbauen – eine Art Amazon für Castrop-Rauxel. Die Idee: Kunden suchen online nach Angeboten der Castrop-Rauxeler Händler, können vor Ort im Laden noch mal gucken, oder bestellen gleich online und bekommen die Ware bequem nach Hause geliefert.

Jetzt lesen

Bei CasShop24 können die Castrop-Rauxeler nichts direkt bestellen. Geliefert wird auch nicht. Aber sie bekommen einen Überblick über das Angebot der Läden, die dort mitmachen. 2017 hat Karsten Supa die Gruppe gegründet. Eigentlich wollte er einen Onlineshop aufbauen. Doch die Web-Adresse, die im Titelbild der Gruppe angegeben ist, führt ins Leere.

Rechtliche Probleme bei Onlineshop

Das liege an Haftungsproblemen, sagt Karsten Supa im Gespräch mit der Redaktion. Bei einem großen Mischshop, bei dem verschiedene Händler mitmachen, gebe es viele juristische Fragen. Eigentlich hatte Supa einen richtigen Onlineshop geplant, der auch liefert. „Wie kriege ich die Leute in die Stadt“, sei seine Fragestellung damals gewesen.

Es habe auch ein Treffen mit Gewerbetreibenden gegeben. Doch es seien nur vier, fünf Läden dabei gewesen. „Das fand ich sehr schade“, dass es so ein geringes Interesse gegeben habe, sagt Supa. Im Studium 2003 habe er selbst einen Onlineshop betrieben. Nun arbeite er bei einer Wirtschaftsprüfungsfirma, der CasShop24 ist nur noch Hobby.

Jetzt lesen

Jeder Händler der jetzt mitmachen will, wird zum Administrator der Gruppe ernannt und kann somit Beiträge posten. „Die können tun und lassen, was sie wollen“, sagt Supa. Er überwacht die Beiträge nicht. Kunden können nicht direkt kommentieren. Sie müssen in die echten Läden in die Stadt gehen, oder auf die Facebook-Seiten der Läden, soweit die vorhanden sind.

Werbung nach Gefühl

Einer der Händler, die am häufigsten Angebote bei CasShop24 postet, ist Simone Hendrich von Strümpfe & Mehr am Biesenkamp. Wenn sie neue Ware bekommt, Strümpfe, Regenschirme, Kleidung, macht sie ein Foto davon und postet es bei CasShop24. „Hauptsache raus“, sei ihre Devise dabei, sagt Simone Hendrich. „Ich gehe da völlig naiv an die Sache ran.“

Simone Hendrich von Strümpfe & Mehr ist eine der regsten Teilnehmerinnen bei CasShop24.

Simone Hendrich von Strümpfe & Mehr ist eine der regsten Teilnehmerinnen bei CasShop24. Wenn sie neue Ware hat, postet sie das in der Gruppe. © Jessica Hauck

Ob deshalb mehr Kunden in den Laden am Biesenkamp kommen? Simone Hendrich weiß es nicht. Die Leute erzählten ihr ja nicht, warum sie ins Geschäft kommen, sagt die Händlerin.

Ob ihr der CasShop24 neue Kunden bringt, kann auch Claudia Jung vom Blumen- und Floristikgeschäft Pusteblume, Im Ort 7, nicht sagen. „Nein, null“, antwortet sie auf die Frage. „Zumindest hat es noch niemand gesagt.“ Sie habe noch keine Resonanz auf ihre Werbung in der Facebookgruppe bekommen.

Zumindest wissen potenzielle Kunden durch die Gruppe, welche – auch kleinere Läden – Castrop-Rauxel biete, sagt Karsten Supa. „Da weiß man erst mal, was die verkaufen“, sagt der Gruppengründer. Die Online-Shop-Idee des Bürgermeisters findet er gut. „Da muss nur ein Jurist dran“, meint Supa. Um die Haftungsfragen zu klären, an dem seine Webseite scheiterte.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt