Castrop-Rauxel gründet eine CAS-Wirtschaftsförderungs- und Stadtteilmanagement GmbH

hzRatsbeschluss

Kaum eine Stadt hat so viele Stadtteilvereine wie Castrop-Rauxel, kaum eine so wenig Mitarbeiter in der Wirtschaftsförderung. Nun wird beides vereint und mit mehr Personal ausgestattet.

Castrop-Rauxel

, 07.04.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Stadtrat hat am Donnerstagabend beschlossen, unterhalb des EUV-Stadtbetriebs eine solche CAS-Wirtschaftsförderungs- und Stadtteilmanagement GmbH zu gründen. Sie soll die Aufgaben, die man zusammenfassend auch als Standortmarketing bezeichnen könnte, unter einem Dach zusammenfassen.

Die Politik entschied mit deutlicher Mehrheit für die Gründung. Die beiden großen Fraktionen SPD und CDU stimmten dafür, FDP, Grüne, FWI, Linke und UBP dagegen.

Das komplette Gutachten:

Bürgermeister Rajko Kravanja dankte der Politik für die Unterstützung für seinen Vorschlag, den er mit der Gemeinde-Prüfungsanstalt und per Gutachterbüro ExperConsult ausarbeiten ließ. „Es ist nicht das Ende der Debatte, sondern der Beginn des Aufbaus“, so Kravanja nach der Abstimmung – „jetzt folgen viele Gespräche mit Beteiligten, und eine Planung, die wir im Detail erarbeiten müssen.“

Jetzt lesen

Das Gutachten stellte deutliche Mängel in Bezug auf wirtschaftliche Eckdaten in Castrop-Rauxel fest. Es ermittelte in Interviews mit Unternehmen, Stadtteilvereinen und mittels verschiedener Datenquellen, dass die Stadt im Vergleich zu anderen Städten ähnlicher Größe an vielen Stellen Nachholbedarf hat.

„Viel schlechter kann es nicht werden“

CDU-Fraktionschef Michael Breilmann sagte: „Sowohl die Mitarbeiter in der Wirtschaftsförderung als auch der Gutachter haben uns gesagt: Der Trost ist – viel schlechter kann es nicht werden.“ Jetzt, freute man sich, sei man endlich zu einem Ergebnis gekommen, die Wirtschaftsförderung zu verbessern.

SPD-Fraktionschef Daniel Molloisch berichtete von positiver Resonanz von der Standortgemeinschaft Casconcept und dem aktivsten der Stadtteilvereine, Mein Ickern. „Beide haben das sehr begrüßt.“ Er sehe es als große Chance, „das ehrenamtliche Engagement noch besser zu koordinieren und so das Image der Stadt besser zu fördern“.

SPD: Beteiligungen durch Vereine möglich

Er erläuterte auch, warum die SPD der Idee der Gründung einer GmbH aus dem Gutachten folgte: „Die Organisationsform ermöglicht uns, dass Vereine mit in diese Arbeit einsteigen und Beteiligungen erwägen können“, so Molloisch. In einer kommunalen Verwaltung selbst sei das nicht möglich.

Das war auch der größte bestehende Kritikpunkt der FDP. Nils Bettinger fragte, ob man die Mitarbeiter auf den 2,5 verbliebenen von einst 6 Stellen der städtischen Wirtschaftsförderung in diesem Prozess überhaupt mitgenommen hätte und was sie zu dieser Ausgliederung sagen würden. „Mein Eindruck ist, dass sie nicht dafür sind“, so der FDP-Fraktionschef.

FDP eher gegen die neuen „Pöstchen“

Die Liberalen seien gegen eine GmbH, weil man neue Pöstchen wie einen Geschäftsführer schaffe. Bettinger wunderte sich auch, warum die CDU nun einer GmbH-Lösung zustimme, nachdem sie, wie auch die Grünen unterstrichen, anfangs eher dagegen, zumindest aber skeptisch gewesen sei.

Jetzt lesen

Breilmann und der wirtschaftspolitische Experte Jan Cornely sagten, dass man nicht explizit dagegen gewesen sei, sondern nur hinterfragt habe, ob es erforderlich sei, eine Gesellschaft zu gründen. Breilmann: „Die SPD wollte eine GmbH, und manchmal muss man in der Politik auch Kompromisse eingehen.“

Unter dem Dach der neu zu gründenden Gesellschaft sollen die klassischen Aufgaben der Wirtschaftsförderung wie Ansiedlungsmanagement und Unternehmensbegleitung ergänzt werden um Stadt- und Standortmarketing, Veranstaltungs- und Stadtteil-Management sowie Märkte und Tourismus.

Zunächst hatten wir berichtet, dass die FDP mit ihren zwei Mandaten für den Antrag gestimmt habe. Das ist nicht korrekt, die FDP stimmte dagegen. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Lesen Sie jetzt