Castrop-Rauxel gründet GmbH für Marketing, Wirtschaft und Stadtteile

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Lange wurde diskutiert, im Rat noch mal ziemlich jedes Argument aufgeworfen. Nun steht fest: Die Stadt gründet eine neue Gesellschaft, um die Wirtschaft, Stadtteile und eigene Events zu fördern.

Castrop-Rauxel

, 26.06.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gründung einer städtischen Wirtschaftsförderungs- und Stadtteilmanagementgesellschaft mit beschränkter Haftung: Das ist der Beschluss, den die Castrop-Rauxeler Politik in der letzten Ratssitzung vor der Sommerpause gefällt hat.

Die „CAS - Wirtschaftsförderungs- und Stadtteilmanagement GmbH“ wird als gemeinsame Gesellschaft der Stadt Castrop-Rauxel und des EUV Stadtbetriebs AöR gegründet. 12.750 von 25.000 Geschäftsanteilen (51 Prozent) hält die Stadt, die anderen 49 Prozent der EUV, der selbst ein städtisches Tochterunternehmen ist.

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Die Gesellschaft soll mehrere Dinge in sich vereinen und dafür neun Planstellen zugerechnet bekommen: Die Wirtschaftsförderung, bisher in der Stadtverwaltung angesiedelt, geht hierin auf. Zudem soll hier das Stadtmarketing liegen und der Eventbereich, der zurzeit beim EUV liegt (Jahrmärkte, Märkte, Feste). Zudem soll die neue Gesellschaft der besseren Vernetzung und Unterstützung von Stadtteilarbeit dienen.

Castrop-Rauxel ist eine Stadt, in der das Leben sehr stadtteilorientiert funktioniert. Ein Beispiel: Viele Menschen in Ickern fahren so gut wie nie nach Frohlinde oder betrachten auch die Castroper Altstadt weniger als „ihr“ Stadt- und Einkaufszentrum. Zumal sich das Rathaus als zentrale Service- und Verwaltungsstelle eben nicht wie in den meisten Städten in der Innenstadt, sondern an einem künstlich geschaffenen Stadtmittelpunkt befindet.

So wird in den Stadtteilen gearbeitet

In den Stadtteilen Ickern, Schwerin, Rauxel, Deininghausen, Merklinde und Habinghorst haben sich über die Jahre viele Bürgervereine gegründet, in Dingen gibt es eine Siedlergemeinschaft, in Frohlinde eine große und aktive Kolpingsfamilie in Henrichenburg einen sehr präsenten Schützenverein. „Mein Ickern“ zum Beispiel betreibt dabei bereits ein sehr intensives Stadtteilmarketing aus ehrenamtlichem Engagement heraus. Für die Altstadt engagiert sich die Standortgemeinschaft CasConcept, in Habinghorst der Habinghorst e.V. und die Kaufleute-Vereinigung InWerb - Beispiele aus dem regen Stadtteilleben.

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Darauf zählt die Stadt Castrop-Rauxel auch weiter, will aber mit der Gesellschaft die Zusammenarbeit verbessern und die Akteure besser vernetzen.

Das finden die meisten Politiker gut, allerdings ist umstritten, ob man für dieses Aufgabenspektrum eine eigene GmbH braucht. Für die CDU sagte Oliver Lind in der Ratssitzung, man trage „diesen Kompromiss so mit“. Die FWI aber ist gegen die Gesellschaft. Annette Korte: „Die GmbH will bis 2024 neun Stellen schaffen, wir haben jetzt 2,5 in der Wirtschaftsförderung besetzte Stellen. Warum stocken wir nicht die bestehende WiFö auf und halten das in der Verwaltung?“ Man hätte sich einen teuren Geschäftsführer gespart und die Fachleute in der Verwaltung seien durch ihre Expertise gut geeignet.

Stellen werden aus Fördermitteln bezahlt

Bürgermeister Rajko Kravanja begründete das so: „Die neun Stellen sind mit Fördermitteln refinanziert, nicht aus dem städtischen Haushalt.“ Das habe man nur mit einer neuen Gesellschaft abbilden können, die in Städten dieser Größenordnung auch durchaus üblich sei.

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Ein Kritikpunkt der FDP, den Nils Bettinger vorbrachte: „Die Gesellschaft entzieht sich der Zugriffsfähigkeit des Rates. Das wäre bei einer Andockung bei der Stadtverwaltung anders, und das ist auch manchmal notwendig.“ So entspreche das „nicht unseren Vorstellungen“. Rajko Kravanja entgegnete, dass der Aufsichtsrat aus dem Stadtrat besetzt werde. Manfred Fiedler (Grüne) kritisierte zudem eine undurchsichtige Kostenstruktur.

Die Gesellschaft kommt: SPD, CDU und UBP stimmten mit einer großen Mehrheit für den Gesellschaftervertrag. Grüne, FWI, FDP und Linke votierten dagegen.

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