Castrop-Rauxeler muss nicht für mutmaßlichen Millionen-Betrug büßen

1,2 Millionen Euro Schaden

Vor zwei Wochen beim Prozessauftakt war noch von einem Millionenschaden für die Getränkeindustrie die Rede. Jetzt kann ein mutmaßlicher Pfandflaschenbetrüger aus Castrop-Rauxel aufatmen.

Bochum/Castrop-Rauxel

, 05.05.2020, 18:51 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die vier Angeklagten beim Auftakt im Pfandflaschen-Prozess vor zwei Wochen.

Die vier Angeklagten beim Auftakt im Pfandflaschen-Prozess vor zwei Wochen. © Werner von Braunschweig

Fast sieben Jahre nach einer Trickbetrugs-Serie mithilfe manipulierter Pfandautomaten hat das Bochumer Landgericht die Akten wohl endgültig geschlossen - denn die wahren Täter scheinen abgetaucht zu sein.

Nachdem beim Prozessauftakt drei Mitangeklagte Verfahrenseinstellungen gegen Geldbußen (500, 750 und 1000 Euro) akzeptiert hatten, kam der letzte verbliebene Angeklagte (47) aus Castrop-Rauxel nun sogar komplett ohne Auflagen aus der Sache raus. Sein Strafverfahren wurde wegen allenfalls geringer Schuld eingestellt.

Ursprünglich war dem Castrop-Rauxeler vorgeworfen worden, von Juli 2013 bis Februar 2014 in seiner damaligen Eigenschaft als Leiter eines Bochumer Getränkemarkts Schaden von 1,2 Millionen Euro angerichtet zu haben.

Pfandautomat soll manipuliert worden sein

Der 47-Jährige sollte gemeinsam mit anderen mutmaßlichen Tätern zwei Pfandrücknahmeautomaten so manipuliert haben, dass Dosen oder Einwegflaschen nach dem Abscannen nicht zerstört, sondern unbeschädigt entnommen und immer wieder aufs Neue eingelegt werden können.

Bereits im April 2018 war in dem „Pfandflaschen-Skandal“ ein Mann (27) aus Castrop-Rauxel am Landgericht Bochum mit einer Verfahrenseinstellung (3000 Euro Geldbuße) davongekommen. Schon da hatte es Hinweise auf die wahren Hauptverdächtigen gegeben, die aber offenbar seit Jahren im Ausland abgetaucht sind.

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