In der Wahlarena zugeschaltet: Jörg Schlösser, Entertainer aus Castrop-Rauxel. © NDR
Wahlarena

Castrop-Rauxeler Promi stellt heute Armin Laschet live im TV eine Frage

Entertainer Jörg Schlösser ist Mittwoch (15.9.) zur Prime Time im Fernsehen. Das ist noch nicht unbedingt eine Nachricht wert. Aber hier schon: Er stellt dem Kanzlerkandidaten eine brisante Frage.

Die Zahl der Fernsehauftritte von Jörg Schlösser, früher vielleicht noch bekannter als Jörg Dussa, ist groß. So oft wie er war wohl kaum ein anderer Castrop-Rauxeler in diversen Shows zu Gast. Aber am Mittwochabend (15.9.) ist der Entertainer mit einer brisanten Frage Teil einer Sendung mit CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet.

Titel der Sendung ist „Wahlarena“: eine weitere in einer Vielzahl von Diskussionsrunden, die zurzeit im Vorlauf der Bundestagswahl zu sehen sind. Ab 20.15 Uhr geht es im Ersten Programm (ARD) darum, dass „ganz einfache Bürger“ den Kanzlerkandidaten direkt ihre Fragen stellen können.

Das wird auch Jörg Schlösser tun. Schlösser ist seit vielen Jahren Organisator der Aids-Gala „Tanz unterm Regenbogen“ in der Europahalle. Er ist Chef und Gründer der Terrortucken, einer Gruppe queerer Menschen, die bunte Shows auf die Bühne bringen. Er selbst ist seit 2014 mit Travestie-Künstler Karsten Schlösser verheiratet.

Kanzlerkandidat soll Blutspende-Frage klären

Und aus dieser Lebenswelt kommt auch seine Frage, die vor allem deshalb brisant ist, weil die CDU als „Christlich-Demokratische Union“ einen konservativen Umgang mit LGBTQ-Themen pflegt: Was sagt der Kanzlerkandidat zur Frage nach Blutspenden / Blutplasmaspenden von Homosexuellen?

Karsten (l.) und Jörg Schlösser organisieren gemeinsam die Aids-Gala in Castrop-Rauxel.
Karsten (l.) und Jörg Schlösser organisieren gemeinsam die Aids-Gala in Castrop-Rauxel. © Freddy Schneider © Freddy Schneider

Schwule Männer dürfen nach aktueller Gesetzeslage nur Blut spenden, wenn sie ein Jahr lang keinen sexuellen Kontakt zu einem anderen Mann gehabt haben. Eine Arbeitsgruppe aus Gesundheitsministerium, Paul-Ehrlich-Institut (PEI) und Robert Koch-Institut (RKI) und Bundesärztekammer haben sich aber auf Änderungen dieser Regelung verständigt, die noch in diesem Jahr in Kraft treten könnte.

Und wie kommt nun Schlösser zu dieser Frage? Den Aktivisten ärgert eine gesellschaftliche Ungleichbehandlung Homo-, Trans- und Bisexueller. Er selbst sei aus der Redaktion angefragt worden, ob er diese Frage nicht an Laschet stellen wolle, denn Anfang 2021 wurde er selbst bei einer geplanten Blutspende abgewiesen. Daraufhin berichtete er öffentlichkeitswirksam darüber bei Facebook, was von verschiedenen Medien aufgegriffen wurde.

Liveschalte von Dortmund nach Lübeck

Blutspender werden seit jeher händeringend gesucht. Viele schwule Männer, die spenden wollen, fühlen sich diskriminiert.

Die Sendung wird in Lübeck produziert. Schlösser wird aber aus einem WDR-Landesstudio in Dortmund live zugeschaltet. „Ich bin ja berufstätig, das wäre ein Riesen-Zeitaufwand für mich gewesen“, sagt er. Und: „Laschet wird morgen Rede und Antwort stehen müssen.“ Die Sendung läuft um 20.15 Uhr und wird danach auch in der ARD-Mediathek zum Abruf bereitstehen.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen in der Medienwelt der 2010er-Jahre.
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