Julius von Agris entwickelt eine Maschine zur Produktion von Trinkhalmen aus Stroh. © von Agris
Klimaschutz

Castrop-Rauxeler Unternehmen gewinnt Klimaschutz-Preis

Das Start-up „Back to Nature“ stellt Trinkhalme aus Stroh her. Jetzt wurde die umweltfreundliche Arbeit belohnt. Und eine Maschine soll die Fertigung in Handarbeit ablösen.

Sie wollten konkret werden, wenn es um die Erhaltung der Natur und die Vermeidung von Plastikmüll geht. Im Sommer 2019 begannen Hannes Müller (19) sowie Luise (24) und Julius (20) von Agris, Trinkhalme aus echtem Stroh herzustellen. Das junge Unternehmen wurde über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.

Gleich zu Jahresbeginn gibt es zwei Neuigkeiten. Der diesjährige Klimaschutz-Preis des EUV Stadtbetriebs geht zu großen Teilen an „Back to Nature“. Darüber hinaus konnte ein potenter Partner für die Entwicklung neuer Produktionsmaschinen gewonnen werden.

Luise von Agris berichtet im WDR-Interview über ihr Start-up Unternehmen.
Luise von Agris berichtet im WDR-Interview über ihr Start-up Unternehmen. © Dieter Düwel © Dieter Düwel

Preisgeld in Höhe von 1500 Euro

Der Klimaschutz-Preis Castrop-Rauxel fördert lokale Projekte, die sich für Nachhaltigkeit, Natur- und Umweltschutz einsetzen und die allen Bürgern der Stadt zugute kommen. Das Preisgeld in Höhe von 1500 Euro soll laut „Back to Nature“ in die Weiterentwicklung des Unternehmens investiert werden.

Dazu sagt Hannes Müller: „Wir sind sehr stolz, zu den Gewinnern zu zählen. Es zeigt, dass unser Einsatz sich lohnt und auch gewürdigt wird.“

Maschinelle Fertigung statt Handarbeit

Ein wichtiger Schritt in der weiteren Entwicklung des Start-up Unternehmens könnte die maschinelle Fertigung der Strohhalme werden. Bisher war die Produktion der Halme sehr mühsam. In Handarbeit wurden sie vermessen, geschnitten, geschält und später desinfiziert, eine sehr mühselige Arbeit.

Danach kamen spezielle Scheren und Papierschneidewerkzeug zum Einsatz. Trotzdem musste jeder einzelne Strohhalm weiterhin in den einzelnen Schritten von Hand bearbeitet werden.

Julius von Agris ist seit August 2020 in der Ausbildung zum Mechatroniker als Dualer Student bei GEA Westfalia Separator, einem Spezialisten für die Automatisierungstechnik in der Lebensmittelindustrie. „Hier gibt es für uns die besten Möglichkeiten, völlig neue Anlagen zu entwerfen und zu bauen“, sagt von Agris.

„Wir arbeiten jetzt gemeinsam daran, eine Maschine zu entwickeln, die die Herstellung von Trinkhalmen aus Stroh weitgehend automatisiert. Die große Herausforderung besteht darin, dass jeder Getreidehalm anders in Länge, Durchmesser und Abstand der Knoten ist.“

Die Trinkhalme aus Stroh von
Die Trinkhalme aus Stroh von “Back to Nature” © von Agris © von Agris

Optimistisch in die Zukunft

Erste Prototypen für ein automatisches Schneiden der Halme sind fertig. Somit besteht die Aussicht, die Herstellung der Trinkhalme aus Stroh einfacher und schneller zu gestalten. Julius von Agris erklärt: „Um unser Unternehmen langfristig erfolgreich zu machen, brauchen wir den technischen Fortschritt. Die Maschine wird uns ermöglichen, viel größere Mengen zu günstigeren Kosten herzustellen.“

Luise von Agris ist für die Zukunft des Unternehmens optimistisch: „Der Klimaschutzpreis und die Zusammenarbeit mit GEA bringen „Back to Nature“ in eine perfekte Ausgangslage, um in diesem Jahr richtig durchzustarten.“

Die Trinkhalme aus Stroh von „Back to Nature“ sind im Online-Shop (https://www.backto-nature.net/) erhältlich sowie im „Hendrich Strümpfe und Mehr“-Laden am Biesenkamp in der Altstadt.

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In Castrop-Rauxel geboren und in der Heimatstadt geblieben. Schätzt die ehrliche und direkte Art der Menschen im Ruhrgebiet. Besonders interessiert am Sport und den tollen Radwegen im Revier.
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