Corona-Gefahr: CCCS-Rot-Weiß sagt Karneval in Castrop-Rauxel ab

hzKarneval

Keine Karnevalsgala, kein Kinderkarneval in der Europahalle: CCCS Rot-Weiß hat den Karneval für die Session 20/21 komplett abgesagt. Unklar ist, ob woanders in Castrop-Rauxel gefeiert wird.

Castrop-Rauxel

, 20.08.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Noch 83 Tage bis zum Start der Session, so verspricht es die Homepage des CCCS Rot-Weiß. Doch der 11.11. wird in diesem Jahr kein Grund zum Frohsinn sein. Der Karnevalsclub hat seine Karnevalsveranstaltungen abgesagt. Und das sogar schon, bevor jetzt Gesundheitsminister Jens Spahn Karneval in Corona-Zeiten als kritisch bezeichnet hat. Die Roten Funken und Jörg Schlösser (Tanzpalast Mythos und Agora) sind noch unentschlossen.

Präsidentin Cornelia Straßmann war alarmiert, als sie im Juli vom Krisentreffen des Kölner Festausschusses mit Künstlern hörte. Wie kann Karneval gefeiert werden? So wurde dann auch in ihrem Vorstand in Castrop-Rauxel diskutiert. „Es rechnet sich nur, wenn Gala und Kinderkarneval beide stattfinden“, sagt die Karnevalistin.

Dicht gedrängt an der Bühne: So kann Kinderkarneval nicht stattfinden. Deshalb hat CCCS Rot-Weiß seine Session abgesagt.

Dicht gedrängt an der Bühne: So kann Kinderkarneval nicht stattfinden. Deshalb hat CCCS Rot-Weiß seine Session abgesagt. © Volker Engel (Archiv)

Aber 1000 Gäste beim Kinderkarneval am Karnevalssonntag in der Europahalle – das schien ihr unvorstellbar. Genauso wenig vorstellbar ist für sie, dass 300 bis 400 Kinder auf Abstand und mit Masken Karneval zu feiern. „Man kann den Kindern doch nicht verbieten, in einer Polonaise durch die Halle zu ziehen oder zu Spielen auf die Bühne zu kommen“, sagt sie.

Einnahmen aus dem Galaabend reichen nicht aus für die Finanzierung

Bei der Gala am Karnevalssamstag sieht es anders aus. Hier hätte man für die rund 300 bis 400 Besucher schon Corona-Regeln einhalten können. „Aber die Stimmung leidet.“ Die Einnahmen aus diesem Abend würden zudem nicht reichen. „Rund 9000 Euro brauchen wir für beide Tage“, so Cornelia Straßmann. Hallenmiete, Gema, Künstlergage und Werbung – das alles kostet. Dazu kommt außerdem die Miete an die Stadt für die Nutzung der Turnhallen zur Vorbereitung, die sie mit rund 1800 Euro jährlich beziffert.

„Die Künstler für die Gala waren schon gebucht“, so die CCCS-Präsidentin. „Sie kommen aus unserer Region, sind mit uns befreundet. Sie haben Verständnis gezeigt.“ Man habe sich für 2022 verabredet. Der Großteil des Programms der Gala „Lachendes Castrop-Rauxel“ wird allerdings üblicherweise aus eigenen Reihen bestritten. Beim Kinderkarneval kommt der Karnevalsclub sogar ohne Gastauftritte aus.

Tanzgarden trainieren trotz Absagen weiter

Eine bittere Nachricht war die Absage für die Tanzgarden. „Sie trainieren das ganze Jahr, quälen sich und fiebern auf den Karneval hin“, so Cornelia Straßmann. Denn sie treten nicht nur vor heimischem Publikum auf, sondern sind auch zum Beispiel bei den Prinzen-Proklamationen in Oer-Erkenschwick und Recklinghausen dabei. Auch hier kommen bereits die Absagen.

Zur Session gehören außerdem Auftritte in Altenheimen. Auch die werden für die Garden des CCCS nicht stattfinden. Auch in den Altenheimen selbst, so Cornelia Straßmann, sei man sehr vorsichtig.

Jetzt lesen

Ihre Tochter Janina Straßmann trainiert zwei der Garden, außerdem vier Tanzmariechen. „Sie wollen weitermachen“, berichtet die CCCS-Präsidentin. Weil die Hygienevorschriften in den Turnhallen so aufwendig waren, hätten sich die Tanzmariechen zum Training auch schon mal auf ihrer Terrasse getroffen. Das ist wichtig, so Cornelia Straßmann: „Sonst besteht die Gefahr, dass sie hinschmeißen.“ Und 2022 will man doch wieder Karneval feiern.

Rote Funken treffen Entscheidung in den kommenden Tagen

Die Roten Funken werden in den kommenden Tagen entscheiden, ob sie ihre Karnevalsveranstaltungen durchziehen wollen und wenn ja, wie, so Vizepräsidentin Melanie Appel. Zu Galabend und Kinderkarneval kamen in der Vergangenheit jeweils rund 300 Narren in die Aula des Albert-Stifter-Gymnasiums.

Veranstalter Jörg Schlösser hat bereits für Weiberfastnacht und Karneval im Tanzpalast Mythos und für den Open-Air-Karneval in der Agora Künstler gebucht. „Es sind Corona-Verträge“, sagt er. Ob die Veranstaltungen stattfinden werden? Anfang September will er entscheiden. Schlösser rechnet allerdings damit, dass auch gesetzlich große Veranstaltungen im Karneval nicht erlaubt sein werden. „Karneval hat es einfach in sich.“

Lesen Sie jetzt