Apotheker in Castrop-Rauxel warnen vor Wundermitteln: „Viele Menschen sind verunsichert“

Coronavirus

Die Apotheken in Castrop-Rauxel müssen auch in der Corona-Krise die Belieferung mit Medikamenten gewährleisten. Apotheker warnen vor Hamsterkäufen und vermeintlichen Wundermitteln.

Castrop-Rauxel

, 23.03.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Apotheken achten besonders auf Sicherheitsmaßnahmen: Denn ohne Fachpersonal ließe sich die Versorgung mit Medikamenten nicht gewährleisten.

Die Apotheken in Castrop-Rauxel achten besonders auf Sicherheitsmaßnahmen: Denn ohne Fachpersonal ließe sich die Versorgung mit Medikamenten nicht gewährleisten. © dpa

Schulen sind geschlossen, ebenso Bibliotheken, Theater, Kneipen und viele Geschäfte – auch in Castrop-Rauxel. Die Apotheken bleiben jedoch auch in der Corona-Krise geöffnet.

Die Apothekerinnen und Apotheker und ihre Teams in Castrop-Rauxel verzeichnen laut Claus Ehrensberger, Sprecher der Apothekerschaft in Castrop-Rauxel, großen Andrang und Aufklärungsbedarf. „Viele Menschen sind verunsichert.“

Dafür sorgten nicht zuletzt die Falschinformationen über das Coronavirus, die im Internet kursieren. Wenn sich plötzlich Nachrichten zu angeblichen Gefahren oder Wunderwirkungen bestimmter Medikamente im Netz verbreiteten, sei meist Vorsicht geboten: „Fragen Sie einen Experten. Apotheker stehen für Fakten statt Fake-News“, so Ehrensberger.

Keine Hamsterkäufe von Medikamenten tätigen

So wollen die Apotheker auch Hamsterkäufe von Medikamenten verhindern, für die es keinerlei Grund gebe. Solche Panikkäufe schadeten stattdessen denjenigen, die die anderswo gehorteten Medikamente tatsächlich benötigen.

Um die Versorgung aufrechtzuerhalten, sei es wichtig, dass nun nicht zu viele Apotheken-Mitarbeiter selbst am Coronavirus erkrankten und in Quarantäne müssten. Dieses Risiko besteht laut Ehrensberger, da man in den Apotheken ständig Kontakt mit potenziellen Virusträgern habe. Um das Infektionsrisiko zu minimieren, hätten viele Apotheken mittlerweile verschiedene Maßnahmen umgesetzt.

„Diese sollen bitte nicht als Affront missverstanden werden“, wirbt Ehrensberger um das Verständnis der Kunden. So fordern zum Beispiel Hinweisschilder dazu auf, zwei Meter Abstand voneinander zu halten. Einige Apotheken haben Plexiglaswände an den Verkaufstischen angebracht, die die Mitarbeiter davor schützen sollen, angehustet oder angeniest zu werden. Andere bitten darum, dass sich beispielsweise nicht mehr als drei oder fünf Kunden zeitgleich in der Apotheke aufhalten.

Im Zweifel lieber erst anrufen

„Je weiträumiger es zugeht, desto geringer das Ansteckungsrisiko für das Personal, aber auch für die Patientinnen und Patienten“, begründet der Apothekensprecher diese Maßnahmen. Patienten mit Symptomen, die auf eine Infektion mit dem Coronavirus hindeuten, sollten eine Apotheke am besten überhaupt nicht mehr betreten, sondern sich telefonisch melden.

„Die Apothekerinnen und Apotheker in Castrop-Rauxel bedanken sich bei den Kunden für die Solidarität und gegenseitige Rücksichtnahme“, betont Ehrensberger. Diese seien wichtig, um in der Krise, von der keiner wisse, wie lange sie dauern wird, die flächendeckende Versorgung mit Arzneimitteln sicherzustellen.

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