Corona-Tests im Schnelldurchlauf: Montag eröffnet ein Zentrum in Castrop-Rauxel

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Im Kreis Recklinghausen gibt es drei Durchfahrtzentren für Coronavirus-Tests. Nun kommen zwei hinzu: in Castrop-Rauxel und in Dorsten.

Castrop-Rauxel

, 27.03.2020, 17:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

An den beiden Berufskollegs in Dorsten und Castrop-Rauxel herrscht gerade die große Leere: Die Schulen mit weit über 1000 Schülern sind bis mindestens zum Ende der Osterferien geschlossen. Ab dem Wochenende ändert sich das: Auf den Schulhöfen werden zwei Durchfahrt-Testzentren für die Corona-Krise aufgebaut.

Damit erhöht der Kreis Recklinghausen seine Test-Kapazität: 100 Abstriche auf Coronavirus-Infektionen kann man laut Krisenstabs-Manager Christoph Behrenspöhler (Deutsches Rotes Kreuz) derzeit in jedem dieser Testzentren pro Tag nehmen. Also geht die Maximal-Kapazität von 300 auf 500 Abstriche am Tag hoch. An den Start gehen die Zentren Montagmorgen.

Damit reagieren die Hilfsorganisationen im Kreis Recklinghausen (DRK, Malteser, Arbeiter-Samariter-Bund), die sich zu einem Krisenteam zusammengeschlossen haben, auf eine Aussage der Bundesregierung: Die will in den nächsten Wochen und Monaten die Zahl der Tests deutlich ausweiten, um ein klareres Bild über die Infektionslage in Deutschland zu erhalten und erkrankte Personen noch schneller isolieren zu können.

Lange warten aufs Testergebnis

Das ist zurzeit noch ein Problem im Kreis Recklinghausen: Derzeit dauert es nach Informationen unserer Redaktion teilweise eine Woche, bis ein Testergebnis vorliegt. In der Zwischenzeit kann die getestete Person aber weitere Menschen anstecken.

Behrenspöhler erklärt das so: „Die Geschwindigkeit hat weniger mit Testzentren, mehr mit den Laborkapazitäten zu tun. Das derzeit beauftragte Labor hat nicht die Kapazitäten, um immer weiter aufzustocken. Denn die Labore machen ja auch weiterhin Tests auf andere Erkrankungen, zum Beispiel Influenza.“ Man habe nun aber ein neues Labor außerhalb des Kreises gefunden, das mehr Tests schafft.

Christoph Behrenspöhler ist beim DRK-Standort derzeit Krisenstabs-Manager für die Corona-Pandemie.

Christoph Behrenspöhler ist beim DRK derzeit Krisenstabs-Manager für die Corona-Pandemie. © Fritsch

Bei der Auswahl der Orte sei man recht schnell auf Dorsten und Castrop-Rauxel gekommen, so der hauptamtlich tätige Castrop-Rauxeler DRK-Chef Behrenspöhler: „Die Städte liegen von den bisherigen Zentren in Recklinghausen und Marl am weitesten entfernt. Die Berufskollegs boten sich an.“ Sie sind beide in Trägerschaft des Kreises und derzeit geschlossen.

So läuft ein Abstrich ab

In Castrop-Rauxel werde die Einfahrt an der Wartburgstraße liegen. Am Wochenende baut ein THW-Team eine Einsatzzentrale für die Dokumentation und ein Zelt auf. Personen werden dort mit ihren Autos hereinfahren, weisen sich mit Ausweis oder Krankenkassenkarte aus, lassen sich einen Abstrich aus dem Mund entnehmen und fahren wieder, ohne auszusteigen. Das soll zwei bis drei Minuten dauern.

Der Test wird wie bei einer Blutspende ebenso wie die Dokumente mit einem Strichcode versehen. Dafür muss der Abschnittsleiter Jörg van der Groef von der Rettungswache in Marl, der für das neue Testzentrum in Castrop-Rauxel zuständig sein wird, am Wochenende „noch ein paar technische Dinge aufbauen“. Montag kann der erste Patient kommen. „Mir persönlich ist es lieber“, sagt Behrenspöhler, „wir sind vorbereitet und haben eine Durchfahrtstation mit etwas Leerlauf als eine, in der sich Schlangen bilden.“

Betroffene können nicht einfach so vorbei kommen. Wer Symptome hat, die auf eine Erkrankung mit dem Corona-Virus schließen lassen, sollte sich telefonisch bei seinem Hausarzt oder am Wochenende unter 116117 beim ärztlichen Bereitschaftsdienst melden. Dieser meldet die Person zum Test an.

Test nach wie vor nur auf Anordnung

„Es werden nur diejenigen getestet, die von ihrem Arzt eine entsprechende Überweisung bekommen haben“, sagt Landrat Cay Süberkrüb. „Der Hausarzt ist weiterhin der erste Ansprechpartner. Nur auf seine Anweisung wird von den Hilfsorganisationen der Test durchgeführt.“ Patienten bekommen einen Anruf und die Aufforderung, zu einer bestimmten Zeit vor Ort zu sein.

Die ersten Testzentren wurden vor etwa zwei Wochen eingerichtet, nachdem sich vor dem Prosper-Krankenhaus in Recklinghausen Schlangen mit Erkrankten gebildet hatten. Das wolle man unbedingt vermeiden, so Behrenspöhler.

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