Castrop-Rauxeler in der Corona-Pandemie: Was fällt welcher Altersgruppe schwer?

hzCorona-Umfrage

Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen haben unterschiedliche Probleme. Auch in der Corona-Krise stößt jede Generation auf andere Herausforderungen. Das sagten die Castrop-Rauxeler in der Umfrage.

Castrop-Rauxel

, 05.07.2020, 16:45 Uhr / Lesedauer: 3 min

Wir haben in unsere Umfrage zu Corona auch nach den Altersgruppen der 347 Teilnehmer gefragt. Nun haben wir herausgearbeitet, womit die verschiedenen Altersgruppen zu kämpfen haben, was sie bewegt und welche Ansichten sie vielleicht auch teilen.

Die Ergebnisse für diese Auflistung sind wie die gesamte Umfrage nicht repräsentativ, es ergeben sich aber interessante Meinungsbilder in verschiedenen Alterskohorten.

18 bis 25 Jahre

Die jungen Erwachsenen gaben an, mit Einsamkeit und dem Wegfall ihres Alltag zu kämpfen. Ein Teilnehmer aus der Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen schreibt beispielsweise: „Mir ist es schwer gefallen, aus meinem Alltag rausgerissen worden zu sein und ihn erst nach Corona wieder beginnen zu können."

Der Politik stellt die jüngere Altersgruppe ein deutlich schlechteres Zeugnis aus. Weder die Kommunalebene noch die Landesebene kommen bei dieser Generation gut weg.

Das Tragen der Maske fiel den Jüngeren hingegen eher leicht. Mehr als die Hälfte gibt an, damit keine Probleme gehabt zu haben.

26 bis 35 Jahre

In der Generation der 26- bis 35-Jährigen spielt besonders das Familienleben eine große Rolle. Die Familien mit jungen Kindern beschäftigen sich vor allem mit Kindergarten und Betreuung und dem eingeschränkten Kontakt zu den Großeltern.

Ein Elternteil schreibt, ihm fehle „der normale Alltag, dass meine Tochter morgens zur Schule geht und ich zur Arbeit fahre.“ Eine anderer Teilnehmer äußert sich ähnlich: „Wir vermissen den Kindergarten und den Kontakt zu den Eltern mit Umarmung."

Nach der Krise muss sich für diese Altersgruppe vor allem das Schulsystem ändern und die politische Landschaft erneuern. Eine Stimme aus diesem Lager gab an: „Aussagen der Regierung sollten genauer hinterfragt und geprüft werden. Es gab so viele unterschiedliche Angaben, die an der Ehrlichkeit der meisten Politiker zweifeln lassen.“ Auch zum Thema Schulsystem gab es viele Anstöße: „Es muss unbedingt mehr Geld für Schulen, Bildung und Digitalisierung ausgegeben werden“, so ein(e) Teilnehmer(in).

36 bis 55 Jahre

Die Alterskohorte, die den größten Anteil bei der Umfrage stellt, gibt immer wieder an, die Einhaltung der Hygiene-Maßnahmen als herausfordernd empfunden zu haben. Ein Leser schreibt: „Am schwersten fällt es mir, dass ich die Maske tragen muss."

Nach den Angaben Vieler war der größte Verlust der Abstand zur Familie und zu den eigenen Kindern. Auf die Frage, was ihnen schwer gefallen sei, antworteten viele: „Großeltern nicht besuchen zu können.“, „Den Kontakt zwischen meiner Tochter und ihren Urgroßeltern zu ,unterbinden‘“, „Mir fällt es schwer, den Kontakt zur Familie zu minimieren."

Aus den Daten geht auch hervor, dass besonders diese Altersgruppe sich ein besseres Gesundheitssystem und mehr Respekt für systemrelevante Berufe wünscht. Ein Teilnehmer schreibt zu diesem Aspekt: „Wir müssen die Berufsgruppen, die dringend notwendig sind, schätzen und den Lohn anpassen. Die Erzieher*innen sollen endlich auch mal dazu zählen."

56 bis 65 Jahre

Dieser Generation ist es leichter als den anderen Teilnehmern gefallen, zu Hause zu bleiben. „Mir ist es leicht gefallen, für eine begrenzte Zeit außerhalb der Arbeit zu Hause zu bleiben und nichts tun zu müssen bzw. tun zu können“, erklärt ein(e) Teilnehmer(in).

Die Solidarität spielt für die Menschen dieser Altersgruppe eine besonders große Rolle. Exemplarisch hierfür stehen die folgenden Aussagen: „Solidarität und Rücksichtnahme müssen die meisten Menschen neu lernen. Kein Mensch braucht so viel Toilettenpapier.“, „Ich finde es gut, dass sich so viele Menschen für andere einsetzen.“, „Die Menschen müssen mehr Verantwortung, auch für andere übernehmen.“

Der Wegfall von Freizeitaktivitäten ist dieser Gruppe der Befragten schwer gefallen, ebenso der Verzicht auf die Familie und hier insbesondere der Enkel. „Mir fehlt das Chorsingen“, schreibt ein(e) Teilnehmer(in) und ein(e) andere(r) erklärt: „Das Abstandhalten innerhalb der Familie ist schwer, vor allem Kinder und Enkel nicht zu treffen und zu umarmen."

Über 65 Jahre

Viele Teilnehmer jenseits der 65 konzentrieren sich stärker „auf die Rückbesinnung auf das Wesentliche“, wie es ein Teilnehmer zusammenfasst. Sie wünschen sich „Zusammenhalt“, „bewusster zu leben“ und „Hilfsbereitschaft untereinander“.
Aber auch in dieser Altersgruppe spielen soziale Aktivitäten und der Abstand zu Freunden und Familie eine große Rolle. Ein(e) Teilnehmer(in) schreibt: „Ich vermisse es, meine Kinder zu besuchen, die in einer eigenen Familie leben, und die Treffen mit Freunden. Auch Veranstaltungen wie Gottesdienste, Theater, Konzerte und Restaurant- und Café-Besuche fehlen mir."

Die große Corona-Umfrage

Am 15. Juni stellten wir unseren Fragebogen frei zugänglich auf unserem Internetportal online. Eine Woche lang hatten die Castrop-Rauxeler die Gelegenheit, anonym rund 20 Fragen zur Corona-Krise zu beantworten. 347 Menschen aus Castrop-Rauxel (eigene Angabe) nahmen teil. In einer Serie werten wir die Umfrage-Ergebnisse nun themenbezogen aus. Wir berichten darüber seit Anfang der Woche täglich.
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