Coronavirus: Casconcept sagt Frühlingsmarkt wegen Warnungen vorsorglich ab

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Veranstaltungen mit über 1000 Besuchern sollen abgesagt werden. Emsdetten sagte seinen Frühjahrsmarkt ab. Castrop zieht jetzt nach: Der Frühlingsmarkt Ende März fällt aus. Aus zwei Gründen.

Castrop

, 10.03.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im münsterländischen Emsdetten ist jetzt der für das kommende Wochenende geplante Frühjahrsmarkt abgesagt worden. Ein dreitägiges Ereignis, das mit dem Castroper Frühlingsmarkt vergleichbar ist. Den wollte Casconcept vom 27. bis zum 29. März veranstalten.

Als Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Sonntagnachmittag die Empfehlung aussprach, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern abzusagen, hat man in Emsdetten schnell gehandelt und den Markt abgesagt.

In Castrop hat man noch den Montag abgewartet, sich jetzt aber auch entschieden: Der Frühlingsmarkt mit verkaufsoffenem Sonntag, Live-Musik und Kinderanimation wird abgesagt.

Eigentlich eröffnet der traditionell die Open-Air-Saison in der Altstadt und zieht bei gutem Wetter viele Bummler und Käufer auch aus der Umgebung an.

In Castrop hatte man noch eine mögliche Anordnung der Kreisgesundheitsbehörde oder des Castrop-Rauxeler Ordnungsamtes abwarten wollen, wie Edith Delord von Casconcept am Montagmorgen schrieb. Dann aber meldete sich doch Matthias Zimmer, Vorsitzender der Standortgemeinschaft, telefonisch in der Redaktion: „Wir sagen ab! Wir hättten den Markt wirklich gerne durchgeführt, haben uns aber aus zwei Gründen jetzt doch dagegen entschieden.“

Einserseits, so Zimmer, sehe man sich in der Verantwortung gegenüber Händlern und Kunden. „Wenn überall Großveranstaltungen abgesagt werden, können wir hier nicht den Frühlingsmarkt feiern.“ Da folge man den Empfehlungen der Gesundheitsminister aus Bund und Land.

Außerdem, und das ist Grund Nummer 2: „Wenn jetzt möglichst viele solcher Großveranstaltungen abgesagt werden, gelingt es uns in Deutschland vielleicht, das Virus einzudämmen, bevor es richtig schlimm wird“, so Matthias Zimmer.

Jens Reiter: Gelassenheit ist angesagt

Wie Jens Reiter aus dem Casconcept-Vorstand ebenfalls gegenüber der Redaktion sagte, müsse man ansonsten aufpassen, vor überzogenen Maßnahmen. Der Inhaber des Modegeschäfts in der Fußgängerzone kann bei den Kunden bislang nicht feststellen, dass die große Angst umgehe.

„Das vergangene Wochenende ist bei uns im Laden auf jeden Fall super gelaufen“, sagt Reiter, der gerade erst selbst einen Krankenhausaufenthalt hinter sich hat. „Auch im EvK habe ich festgestellt, dass das Personal eine große Gelassenheit an den Tag legt“, meint der Unternehmer.

„Ein größeres Problem könnte für uns irgendwann der Mode-Nachschub werden, wenn Corona in der Welt bleibt“, sagt Reiter. Aber auch da gilt aus seiner Sicht: Ball unaufgeregt flach halten und abwarten.

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