Non-Food-Flächen waren am Wochenende in Castrop-Rauxel gesperrt: Kunden wunderten sich

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Castrop-Rauxeler wunderten sich am Wochenende, dass Märkte mit einem gemischten Warensortiment nur Lebensmittel verkaufen durften. Eine Anordnung des Ordnungsamts – in der Umgebung ein Alleingang.

Castrop-Rauxel, Habinghorst, Ickern

, 24.03.2020, 12:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mancher Kunde des Real-Markts an der Siemensstraße rieb sich am Samstag (21.3.) verwundert die Augen: „Anordnung der Stadt Castrop-Rauxel: Kein Verkauf von Non-Food Artikeln“, lasen sie auf Schildern an rot-weißem Flatterband. Ein ähnlich lautender Hinweis auch im Edeka am Ickerner Markt: „Ware gesperrt durch Ordnungsamt“, hieß es da. Bilder machten auf Facebook die Runde.

„Lidl darf auch keine Non-Food-Artikel verkaufen... Aber scheinbar nur in Castrop“, kommentierte eine Dortmunder Kundin, die die gleiche Beobachtung machte. Kurz hinter der Stadtgrenze, im Stadtbezirk Mengede, gab es diese Einschränkung nicht.

Kunden haben Verständnis

Montagvormittag im Lidl an der Siemensstraße: Grüne Folien decken die aktuellen Non-Food-Angebote ab. Die Kunden nehmen es weitgehend gelassen hin. „Das ist in Ordnung“, sagt Andreas Schipp. „Weil große Läden auch zu machen müssen, wäre das ein unfairer Wettbewerb.“

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Hans Dünnschat kommt mit leeren Händen aus dem Markt. „Ich wollte Süßigkeiten für Ostern kaufen“, erklärt er. „Aber die kommen erst im Laufe des Tages. Es sind erst die Grundnahrungsmittel geliefert worden.“ Das erachtet auch Visar Shala für wichtiger: „Die anderen Sachen brauche ich doch nicht dringend.“

Bürgermeister Kravanja verweist auf Landesverordnung

Gegenüber im Real-Markt sind die Sperren derweil schon wieder aufgehoben. Es herrscht reger Betrieb. Die Kunden haben vor allem jedoch Lebensmittel und Hygieneprodukte im Einkaufswagen. Die Gänge in der Unterhaltungselektronik, bei Bekleidung und Spielwaren sind recht leer.

Auch bei Edeka Lasarz am Ickerner Markt waren am Samstag Non-Food-Produkte für den Verkauf gesperrt.

Auch bei Edeka Lasarz am Ickerner Markt waren am Samstag Non-Food-Produkte für den Verkauf gesperrt. © privat

Dass es am Montag anders läuft als noch am Wochenende liegt an den Maßnahmen, die die Landesregierung am Sonntagabend verkündet hat, erklärt Bürgermeister Rajko Kravanja im Interview mit dieser Redaktion. Seitdem sei geklärt, dass Non-Food in den Märkten mit einem gemischten Warensortiment verkauft werden dürfen.

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Castrop-Rauxel ist nicht die einzige Stadt, in der es die Einschränkung gegeben hat. Real-Sprecher Markus Jablonski berichtet im Gespräch mit der Redaktion von mindestens einer weiteren Stadt in NRW und zweien in Baden-Württemberg. Grund für die unterschiedlichen Regelungen sei der Föderalismus in Deutschland. Die Erlasse der Länder würden von den Städten unterschiedlich interpretiert.

Real-Sprecher findet Neu-Regelung vernünftig

Dass nun alles verkauft werden darf findet Jablonski vernünftig. „Viele Leute sitzen nun zuhause und brauchen Ersatz, wenn etwas kaputt geht“, sagt Jablonski. „Die Kinder lernen zuhause und brauchen Blöcke, Stifte und Lineale.“

Montagvormittag war der Parkplatz vor dem Real-Markt gut gefüllt. Die Menschen kauften aber vir allem Lebensmittel und Hygieneprodukte.

Montagvormittag war der Parkplatz vor dem Real-Markt gut gefüllt. Die Menschen kauften aber vir allem Lebensmittel und Hygieneprodukte. © Uwe von Schirp

Im Real in Habinghorst haben am Montag Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes darauf geachtet, dass die Menschen Distanz halten.

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