Das Drama um die Kobra ging um die Welt - bis der EUV es beendete

hzMein Thema 2019

Schon mal was von einer Monokelkobra gehört? Viele wohl erstmals im Sommer 2019. Denn da war das jedes Jahr wiederkehrende Sommer-Medien-Tier gefunden. An der Stadtgrenze von Castrop-Rauxel zu Herne.

Herne / Castrop-Rauxel

, 28.12.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Es war die Tier-Nachricht des Sommers – und das nicht nur in Herne und Castrop-Rauxel, wo sich dieses Theater abspielte, sondern deutschlandweit. Und selbst in der New York Times: Die Monokelkobra von Herne beschäftigte wochenlang die Öffentlichkeit. Problembär Bruno und Eisbär Knut lassen grüßen.

Diesmal also eine Kobra. Nicht so „niedlich“ wie ein Berliner Eisbären-Baby und ein wuscheliger Braunbär im Voralpenland. Dafür aber gefährlich. Lebensgefährlich vielleicht sogar: Bei einem Biss würde ein Mensch nicht mehr allzu viel Zeit haben, um sich dagegen ein Gegengift zu besorgen.

Der EUV wurde zum Helden des Dramas

Das Kobra-Drama gipfelte darin, dass der EUV-Stadtbetrieb Castrop-Rauxel zum Helden wurde. Weil in Castrop-Rauxel am Westring, nicht weit vom Wohnort der Kobra, ein Mähroboter für Außenflächen steht, bot die Stadt Nachbarschaftshilfe an. Zumal es bei der freizumähenden Fläche um eine Castrop-Rauxeler Grenzfläche ging.

Bürgermeister Kravanja schaute sich die Situation vor Ort an und brachte ein Team des EUV mit. Das wollte anfangen zu mähen, da entdeckte Andreas Wilczek das Tier in einem Spalt vor dem Kellereingang.

So nahm die Geschichte ihre Wendung: Die Angst war gebannt, die Schlange wenig später unter riesigem Medienauflauf in einer Plastik-Box abtransportiert. Schlangen-Fachmann Roland Byner hatte sie mit einer Schlinge am Ende einer Art Angel eingefangen.

Das Ende der Geschichte ist noch nicht erreicht

Und wer dachte, dass die Geschichte damit zu Ende gewesen wäre, irrte: Inzwischen hat die Politik einen neuen Gesetzentwurf für die Haltung von gefährlichen Tieren aufgelegt. Die Stadt Herne hat versucht, die Kosten der Einsätze auf den Schlangenhalter umzulegen. Und der Schlangenhalter dürfte wohl trotzdem weiterhin giftige Schlangen halten, wenn er wollte.

Im Sommer 2020 gibt es wohl das nächste Tier-Drama in den Medien. Vielleicht ja wieder bei uns...

MEIN THEMA 2019

In der Serie „Mein Thema 2019“ blicken unsere Redakteure aufs Jahr in Castrop-Rauxel zurück. Welches Thema hat sie am meisten begeistert, mitgenommen, betroffen gemacht oder bewegt? Sie schildern auf den Punkt, warum es diese Geschichten geschafft haben, in Erinnerung zu bleiben.
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