Der Jockey am Castroper Reiterbrunnen ist kopflos Im Internet läuft die Namenssuche

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Der kopflose Reiter: In vielen Sagen bringt er den Menschen den Tod. Das wird in Castrop anders ein.
Der kopflose Reiter: In vielen Sagen bringt er den Menschen den Tod. Das wird in Castrop anders ein. © Lars Biermann
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Seit Freitag (4.11.) ist er kopflos. Der Jockey des Reiterbrunnens, dem zwei Weltkriege nichts anhaben konnten, ist durch einen Kran enthauptet worden. Grund genug für viele Castrop-Rauxeler nach einem Namen für den Reiter zu suchen.

In der Facebook-Gruppe „Du bist Castrop-Rauxeler, wenn…“ hat es innerhalb von drei Tagen 60 Kommentare gegeben, in denen neue Namen für den Reiter vorgeschlagen wurden.

Viele der Kommentatoren assoziieren das kaputte Reiterdenkmal mit dem Gruselfilm „Sleepy Hollow“. Der Film von Tim Burton lief 1999 in den Kinos. Johnny Depp verkörpert einen Polizisten, der mysteriöse Morde in dem Ort Sleepy Hollow aufklären soll. Dort geht die Sage eines zum Leben erwachten hessischen Söldners um, der durch Enthauptung gestorben ist. Der kopflose Reiter wird im Film bloß „Der Hesse“ genannt.

Die Namensvorschläge in der Facebook-Gruppe lauten entsprechend „Hesse“, „der kopflose Reiter“, „Sleepy Hollow“ oder auch „Sleepy Castrop“.

Der Kopf des Jockeys auf dem Reiterbrunnen in der Castroper Altstadt wurde bei Aufbauarbeiten des Weihnachtsmarktes von der Statue geschlagen.
Der Kopf des Jockeys auf dem Reiterbrunnen in der Castroper Altstadt wurde bei Aufbauarbeiten des Weihnachtsmarktes von der Statue geschlagen. © Lars Biermann

Doch auch auf einen anderen Film wird zumindest indirekt in der Diskussion verwiesen. Der Vorschlag „Horst“ wird mit dem Satz „die Pferd heißt Horst“ kommentiert – ein Filmzitat aus dem Ruhrpott-Klassiker „Bang Boom Bang“.

Passenderweise wird der Satz im Zusammenhang mit einer Pferdewette auf der Pferderennbahn gesprochen.

Und noch ein Vorschlag mit popkulturellem Bezug: „Der kopflose Nick“. Harry-Potter-Fans werden den Hausgeist von Gryffindor kennen. Ganz passend ist der Name aber nicht. Denn Sir Nicholas de Mimsy-Porpington ist nur beinahe kopflos, sein Kopf hängt noch einem Hautfetzen. Das kann man im Falle des Jockeys vom Castroper Marktplatz nicht sagen. Bei dem Unfall am Freitag schlug der Kran den steinernen Kopf komplett vom Hals.

Andere Vorschläge beziehen sich auf das Reiterdenkmal. „Georg Grasegger Gruselreiter“ schlägt einer Nutzerin vor. Grasegger war Bildhauer und fertigte die Statue in Castrop 1912 an. Ein anderer Vorschlag: „Willy“, mit Bezug auf die ehemalige Pferderennbahn in Castrop, die von dem Iren William Mulvany begründet wurde.

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