Bauschutt auf dem Ecosoil-Gelände in Bochum. © Nora Varga
Meinung

Der Umzug von Ecosoil an die Stadtgrenze ist das einzig Richtige

Die Stadt Castrop-Rauxel und die Merklinder wehren sich mit Händen und Füßen gegen die Ecosoil-Ansiedlung. Doch unsere Autorin meint: Klimaschutz und Ressourcen-Schonung geht nur mit Ecosoil.

Ja, auch ich war im ersten Moment gegen Ecosoil. Bodenaufbereitungsanlage, das klingt schon nach Chemikalien, Lärm und Dreck. Auf Demonstrationen gegen die Ansiedlung war dann von mehr als 300 Lkw und Umweltgiften die Rede. Doch denkt man länger drüber nach und besucht das bisherige Ecosoil Gelände in Bochum, stellt sich die Situation plötzlich ganz anders dar.

Was macht Ecosoil? Die Firma recycelt Böden. Allerdings keine Böden, in denen Chemie steckt, sondern vor allem Erde, Bauschutt, Wurzeln und Steine. Geht man über das Firmengelände von Ecosoil, sieht man jede Menge Haufen mit unterschiedlich fein gesiebter Erde und Steinen – klassisches Recycling eben. Wer da von chemischer Belastung für die Umwelt spricht, hat einfach unrecht.

Abgesehen davon, dass Ecosoil vom Gesetzgeber gezwungen wird, mit Reifenwaschanlagen und Messungen auszuschließen, dass irgendetwas nach draußen kommt, was auch nur im Entferntesten schädlich sein könnte.

Bodenaufbereitung muss in die Metropolen

Dieses Recycling lohnt sich aber nur, wenn die Wege nicht zu lang sind. Böden müssen dort recycelt werden, wo sie anfallen, und das ist nun mal dort, wo gebaut wird und Menschen sind. Ecosoil kann sich nicht fernab aller Existenzen ansiedeln. Die Firma muss mitten ins Ruhrgebiet. Mal ganz ab davon, dass die Fahrerei alles andere als rentabel und die Lkw-Kilometer schlecht fürs Klima wären.

Die Gerther Straße ist eine Landstraße, die B235 eine Bundesstraße. Die Lkw fahren nicht durchs Wohngebiet, sondern auf Straßen, die dafür vorgesehen sind, Teil des Logistiknetzes dieser Republik zu sein. Niemand, der an eine Landstraße zieht, darf erwarten, dass es dort still ist. Wenn man dem Unternehmen glauben darf, wird ohnehin ein großer Teil der Lkw aus Bochum kommen.

Ecosoil ist wichtig für den Klimaschutz

Der nächste große Punkt ist der Ach so hohe Geräuschpegel. Zunächst einmal wohnt kaum einer direkt an dem Gelände und zweitens gibt es auch hier Gesetze, die Lärmschutzwände und Abstände erzwingen. Die Maschinen in der Tat sehr laut, wenn man direkt davor steht, aber schon etwa 100 Meter weiter bekommt man vom Rütteln und Sieben kaum noch etwas mit.

Auch wenn viele es nicht hören wollen: Unternehmen wie Ecosoil sind unerlässlich für den Klimaschutz und die Schonung unserer Ressourcen. Viele Gründe sprechen für die Ansiedlung nahe Merklinde. Es ist ein bisschen wie mit den Windrädern. Alle wollen sie haben, aber bloß nicht im eigenen Garten.

Über die Autorin
Volontärin
Jahrgang 2000. Ist in Bergkamen aufgewachsen und nach Dortmund gekommen, um die große, weite Welt zu sehen. Überzeugte Europäerin mit einem Faible für Barockmusik, Politik und spannende Geschichten
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