Die Deutsche Bank wird Castrop bald verlassen. © Abi Schlehenkamp (Archiv)
Banken in Castrop-Rauxel

Deutsche Bank verlässt Castrop – Zeitpunkt steht bereits fest

Die Filiale der Deutschen Bank am Castroper Markt soll bald schließen. Ein Sprecher erklärt, worauf sich Mitarbeiter und Kunden einstellen müssen.

Circa 100 Filialen will die Deutsche Bank alsbald bundesweit schließen – eine davon ist jene am Castroper Markt. Dort werde sich die Bank noch in diesem Jahr zurückziehen, erklärt ein Sprecher im Gespräch mit dieser Redaktion. „Neue Zeiten brauchen neue Antworten“, heißt es in bester Marketing-Manier auf dem Online-Auftritt der Deutschen Bank.

„Die Kundenbedürfnisse haben sich drastisch verändert“, erklärt der Sprecher. „Viel mehr Leute nehmen die Online-, Telefon- oder Video-Beratung in Anspruch, gehen nicht mehr in die Filiale. Dieses Verhalten hat sich im Laufe der Jahre abgezeichnet. Es war schon vor Corona da, hat sich aber wegen der Pandemie wohl noch mal verstärkt.“

Aus 500 will die Deutsche Bank deshalb 400 Filialen machen – in ganz Deutschland, „sodass sich keine großen Landflächen ohne Filiale ergeben. Wir wollen überall vertreten und gut erreichbar sein, im Falle der Castrop-Rauxeler ist die nächste Filiale dann in Recklinghausen“, sagt der Sprecher.

Als Termin für die Schließung sei das vierte Quartal 2021 vorgesehen. „Bis dahin haben wir Zeit, die Kunden über den Schritt zu informieren und mit den betroffenen Mitarbeitern zu sprechen.“

„Sozialverträgliche Lösung“ – und eine Mini-Hoffnung

Kunden müssten sich keine Sorgen machen, erklärt der Sprecher. Zum Abheben von Bargeld geben es gleich mehrere Optionen: Die Deutsche Bank arbeite mit der Postbank und der Commerzbank zusammen – an deren Automaten könnten die Deutsche-Bank-Kunden kostenfrei Bargeld abheben. Zudem sei das inzwischen auch in mehreren Supermärkten oder Tankstellen möglich.

Mit den von der Schließung betroffenen Mitarbeitern werde sich die Deutsche Bank in Gespräche begeben. „Wir haben es bisher meistens geschafft“, erklärt der Sprecher, „sozialverträgliche Lösungen zu finden und betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden“.

Der Deutschen Bank stehe dafür ein „breiter Instrumentenkasten“ bereit, sagt er im Gespräch mit uns – und zählt ein paar Beispiele auf: „Mitarbeiter könnten sich auf andere Jobs innerhalb der Deutschen Bank bewerben, andere könnten Altersteilzeit erhalten. Es gibt Vorruhestandsregelungen und Abfindungspakete – all das sind Möglichkeiten.“

Eine weitere Möglichkeit versieht er mit einem dicken Fragezeichen. „Wir werden uns die 100 Filialen noch einmal genau ansehen. Aus manchen machen wir womöglich eine Finanzagentur, von der sich Kunden beraten lassen können. Große Hoffnungen sollten sich die Mitarbeiter allerdings nicht machen.“

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Schreibt seit 2015. Arbeitet seit 2018 für die Ruhr Nachrichten und ist da vor allem in der Sportredaktion und rund um den BVB unterwegs.
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