Die Bücherei im Kolbe-Haus - uralt, aber immer noch beliebt

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Wie gut ist die Bücherei im Maximilian-Kolbe-Haus in Henrichenburg? Wir haben alle Bibliotheken der Stadt besucht und getestet - heute unser Test zur ältesten Bücherei Castrop-Rauxels.

von Dieter Düwel

Henrichenburg

, 26.01.2020, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer hätte gedacht, dass man seit 146 Jahren im Norden unserer Stadt Bücher ausleihen kann? Was im Jahre 1874 als „Borromäusbücherei“ in Henrichenburg gegründet wurde, besteht heute immer noch als öffentliche Bücherei im Kolbe-Haus der St. Lambertus Gemeinde und erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit.

Dabei ist es vor allem die individuelle Beratung und der persönliche Kontakt mit den Lesern, die den besonderen Charakter der Bücherei ausmachen. „Das ist nur aufgrund der dörflichen Struktur Henrichenburgs möglich“, erklärt Kordula Bongartz-Lojack, eine von sieben Mitarbeiterinnen, die sich um das Lesewohl ihrer Kundschaft kümmern.

Austausch mit den Lesern

„Wir kennen die meisten Leser persönlich, vor allem auch ihre Lesegewohnheiten. Daher können wir auch entsprechende Empfehlungen aussprechen und ihre Rückmeldungen entgegennehmen. Der ständige Austausch ist uns sehr wichtig.“

Die Leser können aus rund 3000 Medien ihre Favoriten auswählen. Neben den Büchern stehen auch CDs und DVDs in den Regalen. Am beliebtesten ist immer noch die Thriller- und Krimi-Abteilung. „Aber auch historische Romane gehen gut“, weiß Tina Pepping vom Bücherei-Team. „Und viele Frauen haben gerne was für’s Herz. Da können wir mit unseren Liebesromanen dienen.“

Für Bücher im Großdruck ist dagegen kein Bedarf. „Viele Leser nutzen wahrscheinlich eher Hörbücher oder Tablets, wo man die Schrift größer einstellen kann“, vermutet Tina Pepping.

Bücherei für den ganzen Norden

So unterschiedlich wie das Angebot ist auch die Leserschaft der Henrichenburger Bücherei. „Wir decken praktisch den ganzen Norden der Stadt ab,“ berichtet Mitarbeiterin Christel Pepping. „Neben unseren Gemeindemitgliedern kommen auch Leser aus Ickern und Habinghorst.“ Wie zum Beispiel Hans Suren. Der gebürtige Henrichenburger lebt in Habinghorst und leiht seit Jahren seine Lieblingslektüre in der Gemeindebücherei aus: „Ich finde hier immer was passendes, weil ich gut beraten werde.“

Kontakt mit der Grundschule

Aufgrund der Nähe zu den drei Kindergärten und der Grundschule nutzen auch viele Kinder bis im Alter von zehn Jahren das Angebot. „Wir legen Wert auf die Zusammenarbeit mit der Grundschule Alter Garten“, erklärt Brigitte Meyer. „Neben unseren Führungen für die Grundschulklassen, kommt unser Lesewettbewerb gut an. Die Lehrer bilden die Jury und wir stellen die Preise.“ Dagegen fehlt die jugendliche Leserschaft fast vollständig: „Wahrscheinlich sind in dem Alter andere Medien eher angesagt“, so Pepping.

Traditionelle Veranstaltungen

Neben dem Kontakt zur Grundschule präsentiert sich die Bibliothek im Kolbe-Haus mehrmals im Jahr der Öffentlichkeit. Beim„Adventsleuchten“ der St.-Lambertus-Gemeinde am Vorabend des ersten Advents lasen die Mitarbeiterinnen kurze Geschichten in der Kirche vor. Auch beim Osterbasar ist die Bücherei vertreten. „Viel Anklang findet unsere Buchausstellung, die regelmäßig im November stattfindet“, erklärt Kordula Bongartz-Lojack.

Spenden für Neuanschaffungen

Die Arbeit der Bücherei im Kolbe-Haus wird hauptsächlich durch das Bistum Münster finanziert. „Wir erhalten aber auch Spenden, die wir in die Neuanschaffungen von Medien investieren“, so Bongartz-Lojack .

Trotz der positiven Entwicklung der Bücherei in den vergangenen Jahren gibt es den Wunsch nach Verbesserungen. Die Mitarbeiterinnen hoffen, noch in diesem Jahr ein digitales Ausleihsystem einführen zu können, was das bisherige Verfahren mit Pappkarten und Handschrift erleichtern würde.

Positiver Trend der vergangenen Jahre

Noch wichtiger wäre die Vergrößerung der Örtlichkeiten: „Wir hätten gern einen größeren Raum, um vor allem eine Leseecke für die Kinder einrichten zu können“, wünscht sich Christel Pepping. Das würde den positiven Trend der Bibliotheken unterstützen. Brigitte Meyer erklärt: „Bis zum Jahr 2015 konnten wir einen Rückgang unserer Leserschaft beobachten. In den vergangenen beiden Jahren ist wieder ein positiver Trend eingetreten. Die Leser schätzen den persönlichen Kontakt und wollen ihre Bücher nicht im Internet bestellen. Es kommen mehr und mehr Leser, die ein richtiges Buch in der Hand haben wollen.“

Zur Sache

Die Bücherei in Henrichenburg

Die Bücherei im Kolbe-Haus ist eine katholische öffentliche Bücherei, deren Träger die katholische Pfarrgemeinde ist. Sie steht allen Lesern unabhängig von deren Konfession offen.
  • Adresse
    Alter Kirchplatz 10, 44581 Castrop-Rauxel
  • Öffnungszeiten
    Dienstags 15 bis 18 Uhr (15 bis 17 Uhr in den Schulferien)
  • Anmeldung
    Bei der Anmeldung wird für den Leseausweis einmalig eine Gebühr von 1 Euro erhoben.
Leihgebühren und -zeiten
0,20 Euro je Buch für Erwachsene 0,10 Euro je Buch für Kinder 0,50 Euro je CD
für jeweils vier Wochen
0,50 Euro je DVD für zwei Wochen
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