Die Polizei warnt vor falschen Facebook-Profilen

Trickbetrug im sozialen Netzwerk

Trickbetrug betrifft nicht nur ältere Menschen: Mit gefälschten - oder besser gesagt: geklonten - Facebook-Profilen versuchen bislang unbekannte Täter, an sensible Daten ihrer vermeintlichen Freunde zu gelangen. Der Trick: Die Profile sehen täuschend echt aus.

CASTROP-RAUXEL

, 16.07.2015, 18:21 Uhr / Lesedauer: 1 min

Eine Person, mit der man eigentlich schon bei Facebook befreundet ist, schickt einem erneut eine Freundschaftsanfrage. Das Profilbild passt, vielleicht ist ein kleiner Buchstabendreher im Namen - es sieht täuschend echt aus. Dahinter verbergen sich jedoch Kriminelle.

Sie bauen das Profil ihrer Opfer mit Namen und Fotos nach, schreiben anschließend die Freunde des echten Profils an und fragen sie zum Beispiel nach ihrer Handynummer. „Wer sich unsicher ist, ob die Nachricht von einem echten Freund kommt, sollte penetrant nachfragen“, sagt Internet-Experte und Bluebox-Mitarbeiter Florian Pätzold im Gespräch mit unserer Redaktion.

Nicht die Handy-Nummer weitergeben

Wer von einem geklonten Profil nach seiner Handynummer gefragt wird, sollte sehr vorsichtig sein. Gibt man seine Nummer weiter, kann kurze Zeit später eine SMS aufs Telefon kommen. „In dieser ist ein TAN-Code eines regulären Internet-Bezahlservice (Zong) enthalten“, schreibt die Polizei in einem Warnhinweis. Das Opfer werde anschließend erneut angeschrieben und gebeten, den TAN-Code zu übermitteln. „Wird auch das getan, ist es den Betrügern möglich, Transaktionen im Internet durchzuführen. Das Geld wird dann vom Mobilfunkanbieter mit der nächsten Telefonrechnung eingezogen“, so die Polizei.

Etwa zehn Fälle dieser Art werden monatlich bei der Polizei Recklinghausen angezeigt. „Das sind jedoch nur die Fälle, die wirklich bei uns angekommen“, sagt Polizeisprecher Michael Franz auf Anfrage. Dass es eine Dunkelziffer nicht angezeigter Fälle gibt, ist wahrscheinlich. Und diese dürfte die angezeigten Taten um Längen übersteigen. „Geben sie sensible Daten nicht weiter und achten sie darauf, wer sie kontaktiert“, so Franz. 

Keine Anhänge öffnen

Auch wenn Bilder oder Dateianhänge verschickt würden, müsse man aufmerksam sein. „Wer diese Anhänge öffnet, läuft Gefahr, sich einen Virus einzufangen“, so Internet-Experte Florian Pätzold. Und dann könnte es Probleme geben. Die Trickbetrüger könnten so an sensible Daten wie Kontonummer und sogar den dazu passenden Pin-Code abgreifen. Mögliche Folgen sind Shoppingtouren, die man nie selbst gemacht hat.

Lesen Sie jetzt