Die Suppenküchen-Saison der Caritas hat begonnen

hzFür Bedürftige

In der Suppenküche am Lambertusplatz brodeln wieder die Töpfe. Bis Ostern 2019 gibt es täglich eine warme Mahlzeit für Bedürftige. Zur Eröffnung kam ein besonderer Gast mit einem Geschenk.

Castrop

, 20.11.2018, 11:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit 2004 kommt Nicole Dröfke regelmäßig in die Suppenküche am Lambertusplatz in Castrop. Seit Montag hat die Einrichtung der Caritas wieder geöffnet und versorgt bis Ostern Bedürftige mit einer warmen Mahlzeit. Insbesondere in der kalten Jahreszeit sind einige Castrop-Rauxeler darauf dringend angewiesen.

Nicole Dröfke etwa ist sehr froh darüber, dass es die Suppenküche gibt. Die Grundsicherung, die sie bekommt, reiche hinten und vorne nicht aus. Sie hat zwar ein Dach über dem Kopf, kann aber aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten. Die gelernte Kinderpflegerin leidet seit 2001 an einer schweren Nierenkrankheit, muss regelmäßig zur Dialyse.  „Es war wirklich sehr schwierig für mich, nicht mehr arbeiten gehen zu können,“ sagt sie. Immer hätte sie gearbeitet, aber nicht genug und nicht auf Lohnsteuerkarte, sodass sie keine Erwerbsminderungsrente bekommt. Es sei kein schönes Gefühl, auf das Amt und auf Hilfe angewiesen zu sein. Man gewöhne sich aber auch an den Besuch in der Suppenküche.

Freunde gefunden

Diese sei nicht nur ein Ort, wo man kostenlos eine Mahlzeit bekommt, sondern in den Jahren hätten sich Bekanntschaften, gar Freundschaften entwickelt. „Wir haben hier eine richtige Frauenclique, die sich regelmäßig trifft und nach dem Essen quatschen wir noch ausgiebig miteinander“, freut sich Dröfke. Nicht mit allen, aber mit vielen käme sie gut aus. Sie hat nicht viel Familie und lebt allein, so freut sie sich über die Gemeinschaft und fühlt sich weniger einsam. Neben der Suppenküche sucht Nicole Dröfke auch die Tafel auf, um sich mit Lebensmitteln einzudecken.

„Am Monatsanfang, wenn das Geld noch nicht so knapp ist, kommen weniger Leute“, sagt Veronika Borghorst von der Caritas. Am Monatsende dann dafür gern schon mehr. Im Schnitt seien es an die 25 bis 30 Bedürftige, die die Einrichtung aufsuchten. Der Großteil von ihnen sei Stammkundschaft. Jeden Tag, auch am Wochenende, hat die Suppenküche geöffnet. Donnerstags trifft man sich zum Frühstück, an den anderen Tagen gibt es ab 11.30 Uhr etwas Warmes auf die Gabel. Das Essen wird dabei entweder vor Ort gekocht, oder aus Herne, wo es auch eine Suppenküche der Caritas gibt, angeliefert.

Aktuell sei man auch zufrieden, was die Personalsituation angeht, so Veronika Borghorst. Der Einsatzplan für die nächsten Monate steht schon, man habe genug Ehrenamtliche und alle seien auch am ersten Tag erschienen.

Am Montag zur Eröffnung wurde vor Ort gekocht und der Topf, in dem die Hühnersuppe köchelt, hat immense Ausmaße. Es muss ja auch für viele Menschen reichen. Die Suppenküche befindet sich im Keller des Gebäudes am Lambertusplatz 16. Der einladende Geruch empfängt einen aber schon, wenn man das Gebäude betritt. Am Montag war so viel Suppe da, dass sich der ein oder andere noch einen Nachschlag holen konnte. Alle sind satt geworden und die Gesichter der Gäste wirkten zufrieden.

800 Euro als Geschenk mitgebracht

Neben den Bedürftigen kam am Montag noch ein besonderer Gast zu Besuch und brachte einen recht dicken Umschlag mit. Werner Kupka hat am 26. Juni seinen 80. Geburtstag gefeiert. Dazu verzichtete er auf Geschenke und bat Familie und Freunde darum, sich an einer Spende für die Suppenküche zu beteiligen. Dabei ist er auf große Zustimmung getroffen. Beinahe 800 Euro hat er zusammenbekommen. Um daraus eine runde Summe zu seinem runden Geburtstag, zu machen, stockte Kupka den Betrag noch etwas auf. Zur großen Freude der Caritas, denn die Suppenküche finanziert sich aus Spenden.

Die Suppenküchen-Saison der Caritas hat begonnen

Werner Kupka (Mitte) und Ehefrau (rechts) übergeben eine Spende von 800 Euro an Veronika Borghorst (links) von der Caritas. © Carsten Sander

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