Die Castroper Tafel ist jetzt plastikfrei

Umweltschutz

Dass Plastikmüll der Umwelt und auch unserer Gesundheit schadet, ist hinlänglich bekannt. Daher stellt die Tafel nun auf Stoffbeutel um.

Castrop

, 02.12.2018, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Castroper Tafel ist jetzt plastikfrei

Werben für die neue, plastikfreie Tafel: Dhana Stannek (v.l.), Michaela Schmidt, Astrid Dähnke und Nina Diring. © Carsten Sander

Trotz der hohen Anzahl an Menschen, die sich in den Keller der Castroper Caritas am Lambertusplatz drängten, herrschte Ordnung. Jeder Kunde hatte zuvor eine Marke gezogen und reihte sich entsprechend seiner Nummer in der Schlange ein. Nach der Reihe wurde an diesem Freitag jedem Kunden ein neuer, bedruckter Stoffbeutel übergeben. Im Gegensatz zu den zuvor verwendeten Plastiktüten, ist dieser wiederverwendbar, kann gewaschen werden und schadet nicht der Umwelt. „Es werden keine Plastiktüten mehr bestellt“, sagte Nina Diring, Koordinatorin der Castrop-Rauxeler Tafel.

Damit die Mitarbeiter nachvollziehen können, wer schon einen Beutel hat, und wer nicht, wurden deren Bezugskarten gelocht.

Die Tafeln leisten eine wichtige Arbeit für Bedürftige. Für 2 Euro bekommen Kunden hier eine Tüte voll mit Brot und frischen Lebensmitteln. Am Lambertusplatz seien es an die 50 Bedürftige, die dort wöchentlich versorgt werden. In Castrop-Rauxel gibt es insgesamt sechs Ausgabestellen, in denen über 50 Mitarbeiter ehrenamtlich tätig sind. Sie sortieren die Lebensmittel vor und helfen bei der Ausgabe. Zudem die Fahrer, die zu Supermärkten und Bäckereien fahren, um die Ware abzuholen. Die sind als sogenannte Ein-Euro-Jobber tätig. Die Waren, die die Zulieferer zu Verfügung stellen, sind solche, die sich für den Verkauf nicht mehr eignen und werden gespendet.

Engagement für die Umwelt

Zu dem sozialem Engagement kommt nun auch Engagement für die Umwelt. Es ist hinlänglich bekannt, dass Plastikmüll nicht nur den Meeren, Seen und Flüssen schadet, sondern im Endeffekt auch unserer Gesundheit. Zu Mikroplastik - also mikroskopisch kleinen Teilchen - zerfallen, landet es nämlich wieder in der Nahrungskette. „So wurde es zum Beispiel in Trinkwasser, Milch und Honig nachgewiesen“, lautet es im Informationsblatt der Caritas. Aber auch im Fisch ist das Mikroplastik vorhanden. Viele kennen die erschreckenden Bilder von Meeresbewohnern, die elendig an Plastikmüll, wie unter anderem Tüten, verendeten.

Die Tafelkunden wurden vorab informiert, dass es ab dem 30. November keine Plastiktüten mehr gibt. Das Informationsblatt dazu gab es auch auf arabisch. Angefangen mit der Ausgabestelle am Lambertusplatz soll diese Praxis ab sofort auch auf die anderen fünf Ausgabestellen in Castrop-Rauxel angewendet werden.

Auch die Zulieferer werden angehalten, die Waren für die Tafel nicht mehr in Plastik zu verpacken. Dafür gebe es Papiertüten, die man vom Bäcker kennt - oder die Ware wird lose entgegengenommen und von den Fahrern in Kisten geladen.

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