Der Fressnapf ist Teil des sogenannten CastroParks westlich der B235 entlang der Siemensstraße. Rechts gut zu erkennen vorne der Real, hinten der MediaMarkt. © Tobias Weckenbrock (Archiv)
Prozess am Amtsgericht

Diebstahl aus Castrop-Rauxeler Fressnapf-Container bleibt rätselhaft

Hat ein 58-jähriger Castrop-Rauxeler sich illegal aus einem Fressnapf-Container bedient? Das bleibt auch nach einem Prozess am Amtsgericht unklar. Verurteilt wurde der Mann dennoch.

Vor zwei Jahren haben sich mehrere Hausbewohner in Habinghorst über unerwartete Geschenke für ihre Vierbeiner gewundert. Ein 58-jähriger – inzwischen ehemaliger – Mitbewohner des Mehrfamilienhauses verteilte Halsbänder und Tierfutter.

Auf die Freude folgte Argwohn, dann der Verdacht, dass die Geschenke aus einem Einbruch stammen könnten. Wochen zuvor war in einen Container der Firma Fressnapf eingebrochen, viele Dinge rund um Haustiere im Wert von fast 6000 Euro gestohlen worden.

Der Ex-Vermieter des Angeklagten teilte der Polizei mit, dass es in der Wohnung seines Mieters ein ständiges Rein und Raus an Tüten und Kisten gegeben habe, stets seien viele Leute da gewesen. Damit brachte er die bis dato erfolglos suchende Polizei auf eine neue Spur.

Neue Zeugen

„Ich war nicht im Container“, hatte der 58-Jährige kürzlich vor dem Amtsgericht Castrop-Rauxel ausgesagt. Aber er hatte zugegeben, in der Nähe gewesen zu sein. Dort habe er drei Bekannte getroffen, die auch dem Vermieter nicht fremd waren. Die hätten ihm aus ihren Taschen einige Hundeartikel geschenkt. Der große Rest sollte wohl, mutmaßte der Angeklagte, auf dem Trödel verkauft werden.

Nun, an einem zweiten Verhandlungstag, standen zwei der drei Freunde als Zeugen bereit. Ein 32-Jähriger gab an, seit zwei Jahren nichts mehr mit dem Angeklagten zu tun zu haben. „Ich frage mich, warum sich der Angeklagte das ausdenkt“, sinnierte er, erinnerte sich, dass der Mann damals ein neues Hundekörbchen besessen habe. „Die anderen machten generell Scheiße“, wies er alle Beteiligung von sich.

Ob das auf die 46-jährige Zeugin zutrifft, wurde nicht ergründet. Ursprünglich wurde befürchtet, dass sie der Ladung ins Gericht nicht folgen würde. Doch weil sie derzeit in Gelsenkirchen inhaftiert ist, wurde sie, von Polizisten eskortiert, ins Castrop-Rauxeler Amtsgericht gebracht.

Unter Betreuung

Zur Aufklärung der Tat konnte sie indes nichts beitragen. „Bitte“, sagte sie im Zeugenstand, „ich habe damit nichts zu tun“. Sie wusste nach eigenen Angaben zunächst nicht, worum es überhaupt ging, beteuerte dann, nicht dabei gewesen zu sein.

Die Zeugenanhörung brachte die Verhandlung nicht weiter, wohl aber der Bewährungshelfer und der gesetzliche Betreuer des Angeklagten. Der Kontakt sei gut, so der Bewährungshelfer, und lobte die umfängliche Betreuung, ohne die der 58-Jährige abgerutscht wäre nach seiner Haftentlassung im Jahr 2018.

Der Diebstahl konnte dem Angeklagten nicht nachgewiesen werden, wohl aber Hehlerei, denn er hatte wissentlich Diebesgut angekommen und weitergereicht. Dafür wurde er zu einer viermonatigen Bewährungsstrafe verurteilt.

Über die Autorin
Redaktion Castrop-Rauxel
Ich bin seit etlichen Jahren als freie Mitarbeiterin für die Lokalredaktion tätig, besuche regelmäßig Gerichtsverhandlungen, um darüber zu berichten, und bin neugierig auf alles, was in Castrop-Rauxel passiert.
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