Drei mutmaßliche Geldautomaten-Sprenger von Frohlinde vor Gericht

Audi-Bande

Drei Männer aus den Niederlanden stehen vor Gericht. Sie sollen für insgesamt sieben Geldautomaten-Sprengungen verantwortlich sein. Auch für den Versuch an der Frohlinder Sparkasse.

15.06.2019 / Lesedauer: 2 min
Drei mutmaßliche Geldautomaten-Sprenger von Frohlinde vor Gericht

Drei Männer aus den Niederlanden sollen auch für die versuchte Sprengung des Geldautomaten in Frohlinde verantwortlich sein. © Tobias Weckenbrock

Drei junge Männer müssen sich seit Anfang Juni vor dem Düsseldorfer Landgericht verantworten. Den Mitgliedern der sogenannten Audi-Bande wird vorgeworfen, Geldautomaten in mehreren Städten – darunter auch Castrop-Rauxel – gesprengt zu haben.

Am ersten Verhandlungstag baten ihre Verteidiger um ein Rechtsgespräch hinter verschlossenen Türen. Dabei ging es darum, ob der für mehrere Monate mit 35 Verhandlungstagen geplante Prozess abgekürzt werden kann. Die Angeklagten äußerten sich nicht. Sie sollen laut Anklage mehr als 600.000 Euro erbeutet und mehr als 100.000 Euro Sachschaden angerichtet haben.

Angeklagte sind Niederländer aus Utrecht

Der Hauptangeklagte soll an der Sprengung von sieben Geldautomaten beteiligt gewesen sein, die beiden anderen an je einer der Explosionen. Die 26, 28 und 31 Jahre alten Angeklagten sind Niederländer aus Utrecht. Zwei von ihnen haben auch die marokkanische Staatsangehörigkeit.

Ihnen wird schwerer Bandendiebstahl und das Herbeiführen von Sprengstoffexplosionen vorgeworfen. In zuvor angemieteten Garagen hatten sie laut Anklage ihr Equipment versteckt. Für die Fahrt zum Tatort sollen sie gestohlene, hoch motorisierte Autos der Marke Audi genutzt haben. Die Angeklagten würden vor allem durch DNA-Spuren belastet, sagte der Staatsanwalt am Rande des Verfahrens.

Haftstrafen angeboten

Am zweiten Verhandlungstag wurden ihnen Strafen zwischen zweieinhalb und knapp acht Jahren Haft angeboten – gegen ein umfassendes Geständnis. Der Hauptangeklagte soll mindestens sechseinhalb Jahre Haft bekommen. Die beiden anderen bekämen im günstigsten Fall zweieinhalb und dreieinhalb Jahre Haft.

Die Sprengungen, die ihnen zur Last gelegt werden, sollen neben der Sparkasse in Frohlinde (April 2018) in Essen, Mönchengladbach, Ratingen und Recklinghausen, Magdeburg und im niedersächsichen Schüttorf passiert sein.

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