Eichenprozessionsspinner: Darum sind die nächsten Wochen entscheidend

hzRaupen-Plage

Der Eichenprozessionsspinner hat die Stadt, Schulen und Sportvereine zuletzt einige graue Haare gekostet. Glaubt man einem Experten, ist die Hoch-Zeit jedoch noch nicht vorbei.

Castrop-Rauxel

, 01.08.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die giftige Raupe tauchte zuletzt an vielen Bäumen auf und löste allergische Reaktionen aus. Glaubt man Mathias Niesar, Leiter der Abteilung Waldschutzmanagement des Landesbetriebs Wald und Holz, ist es für ein Aufatmen noch zu früh.

Steht das Schlimmste noch bevor?

Zu Ende Juli / Anfang August verpuppen sich die Tiere. Im August findet dann der Hochzeitsflug der Falter statt. Von den Faltern und Puppen an sich geht keine Gefahr aus. Aber von den Häutungsresten – also den zurückbleibenden Hüllen der Raupen. Dazu gehören die giftigen Haare. Diese Brennhaare können die Haut- und Atemwegsreizungen, bis hin zu allergischen Reaktionen, auslösen.

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Wie lange bleibt die Gefahr noch bestehen?

Die Eichenprozessionsspinner-Larven sind wie die kleine Raupe Nimmersatt, sie fressen und fressen, bis sie sich verpuppen können. Die giftigen Haare können bis zu zehn Jahren ihre Brennwirkung behalten. Im Regelfall sind das eher zwei bis drei Jahre. Aber bis zu zehn Jahre sind möglich.

Auch der Winter mit seinen kalten Temperaturen hat keinen Einfluss auf die Wirksamkeit des Eiweißes, das für die deutlichen Reaktionen bei Mensch und Tier verantwortlich ist. Da hat eher Wärme ein Auswirkung. Bei Temperaturen ab 50 Grad Celsius verlieren die Eiweiße ihre Wirkung.

Deshalb gibt es in Apotheken Mittel zur Hitzebehandlung für Insektenstiche – oder eben Brennhaare. Die betroffene Stelle werde dann zum Beispiel mit einem Hitzestift behandelt. Dann hat man vielleicht eine kleine Brandwunde, aber das ist besser als die Alternative.

Warum gibt es ausgerechnet in diesem Jahr so viele Raupen?

Die Raupen gibt es schon länger. Dennoch war es seit 2004 eher ruhig um den Eichenprozessionsspinner. Bis zum vergangenen Jahr – und in diesem gab es noch mal mehr Fälle. Im August 2018 war es für die Tiere wunderbar warm. Das ist wie bei uns Menschen. Auch wir wollen unsere Hochzeit am liebsten bei schönem Wetter feiern.

Die Falter leben nur ein paar Tage. Bei einem verregneten August gibt es weniger Falter und vor allem weniger Eier. Es ist also stark abhängig vom Augustwetter, wie stark die Eichenprozessionsspinner-Dichte im darauffolgenden Jahr ist.
Wie es 2020 wird, hängt also vom Wetter der kommenden Wochen ab.

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Vorausgesetzt, der August würde wieder ähnlich gute Hochzeitsbedingungen für die Insekten bringen. Wann hat das Ganze ein Ende?

Die Populationen nehmen so lange zu, bis die Dichten so hoch sind, dass es für die Raupen nichts mehr zu fressen gibt. Doch das wird nie passieren, weil wir das nicht zulassen. Wenn man Maßnahmen wie Absaugen oder das Sprühen von Bioziden stoppt, sterben die Eichen. Darauf sollte man nicht warten.

In NRW sind die Eichenprozessionsspinner derzeit nur ein humantoxikologisches Problem. Sprich: Sie sind nur da ein Problem, wo Menschen und Tiere mit den Brennhaaren in Kontakt kommen können. In Bayern und Sachsen-Anhalt hingegen sind sie auch schon zum ökologischen Problem geworden. Die Eichen dort sterben aufgrund der hohen Raupendichte teilweise schon ab.

Wenn in einem Jahr alle Blätter einer Eiche immer wieder abgefressen werden, dann stirbt diese Eiche noch in demselben Jahr. In NRW sind die Raupendichten dafür glücklicherweise noch zu gering.

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