Ein Wiegenlied vom Tod

CASTROP Das als "Wiegenlied vom Tod" bekannt gewordene Requiem von Gabriel Fauré steht im Mittelpunkt eines Chorkonzertes.

14.11.2007 / Lesedauer: 2 min
Ein Wiegenlied vom Tod

<p>Gabriel Fauré, gemalt von John Sargent.</p>

Meditatives Werk

Meditatives Werk

Hauptwerk des Abends ist Gabriel Faurés wundervolles Requiem. Fauré prägte die französische Musik zwischen 1870 und 1914. Seine Komposition ist ein ungemein meditatives Werk, dessen Entstehung zeitlich eng mit dem Tod seiner Eltern (1885/87) verbunden ist. Fauré selbst wollte von einem Zusammenhang diesbezüglich nichts wissen. "Mein Requiem wurde ohne Anlass komponiert", schreibt er in einem Brief. Seine Totenmesse kennt weder die herbe Tonsprache des Brahms - noch die gewaltige Dramatik des Verdi-Requiems.

Kein Furcht und Schrecken verbreitendes "Dies irae", eher ein Klagbild in sanftem Dämmerlicht. Faurés persönliche Auffassung vom Sterben - eine freudvolle Erlösung von irdischen Mühen und Glückseligkeit jenseits des Grabes - findet in der Komposition durchweg ihren Niederschlag. Einschmeichelnde Melodien, von tiefen Streicherklängen, Hörnern, Fagotten und Harfe getragen, ergreifen die Zuhörer. Sein Totengesang sei "von sanftem Charakter, so wie ich selbst", schrieb Fauré an seinen Freund. Es ist gleichsam ein elegantes Wiegenlied, das einen seligen Schlaf beschwört.

Totensonntag

Das Konzert zum Totensonntag beginnt mit der Pavane von Fauré in der Orchesterfassung. Außerdem stehen noch Teile aus der Messe A-Dur von Cesar Franck sowie sein Psalm 150 auf dem Programm des Konzertes in St. Lambertus.

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