Einbrecher haben zig Meter Kupfer vom Kindergartendach gestohlen und niemand merkte es

hzHerz Jesu Rauxel

Zig Meter Kupferdachabschluss haben Einbrecher am Kindergarten der Herz-Jesu-Gemeinde gestohlen. Der Fall blieb zunächst sogar unentdeckt, erst Gärtner entdeckten jetzt die Tat.

Rauxel

, 08.05.2019, 16:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Vorfall im Januar, zwei im Februar, zwei im März, drei im April. Und im Mai, der gerade einmal ein paar Tage alt ist, hat es auch schon wieder zwei Vorfälle gegeben, bei denen Einbrecher Werkzeug und Altmetall gestohlen haben.

Der aktuelle Fall ist wieder einmal besonders. Denn die Einbrecher müssen sich richtig Zeit genommen haben und auch ein größeres Fahrzeug dabei gehabt haben. Denn sie haben am Kindergarten St. Hildegard an der Schulstraße in Rauxel zugeschlagen. Der Kindergarten ist eine Einrichtung der Pfarrei Corpus Christi und bietet Platz für 40 Kinder.

Kupferumrandung wurde fast komplett entfernt

Der Kindergarten ist in einem eingeschossigen Backsteinbau mit Dach untergebracht. Dieses Dach beginnt daher schon in rund zwei Metern Höhe und ist mit einer Kupferumrandung versehen. Und auf genau die hatten es die Einbrecher in den letzten Tagen abgesehen.

Zunächst fällt dem Besucher gar nicht auf, dass etwas fehlt. So erging es auch dem Personal des Kindergartens, den Kindern und den Eltern, die dort Tag für Tag ein- und ausgehen. „Uns ist gar nichts aufgefallen“, erzählt Kindergarten-Mitarbeiterin Mareike Pagel unserer Redaktion. Erst Gärtner, die am Dienstag am Kindergarten gearbeitet hätten, seien aufmerksam geworden und hätten die Kindergartenleitung informiert.

Kupfer hatte die Farbe des Wandabschlusses angenommen

Wenn man genau hinsieht, erkennt man, was die Gärtner entdeckt haben. Rings um den gesamten Kindergartenbau ist die komplette Kupferabdeckung abmontiert, abgerissen oder sonstwie entfernt worden. Man kann es kaum sehen, denn das Kupfer hat mit den Jahren einen ähnlichen Farbton angenommen, wie die braunen Platten, die als Wandabschluss zum Dach dienen.

Das Kupfer ist so weit entfernt, wie ein erwachsener Mensch mit den Händen an das Material kam. „Eine Leiter hatten die wohl nicht dabei“, sagt auch Mareike Pagel. Denn an Gauben, die im Dach eingelassen sind, und an anderen Stellen, wo das Dach weiter in die Höhe ragt, ist das Kupfer an Ort und Stelle geblieben.

Für die Polizei passt der Fall ins aktuelle Muster

Die Tat muss irgendwann zwischen dem 2. Mai (Donnerstag) und dem 7. Mai (Dienstag) geschehen sein, so hat es der Kindergarten rekonstruiert. Nachdem die Gärtner die Tat feststellten, „hat die Kindergartenleitung sofort die Polizei informiert. Die war dann auch hier und hat die Tat aufgenommen“, so Mareike Pagel, die ziemlich fassungslos darüber ist, dass die Diebe auch vor Kindergärten nicht zurück schrecken.

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Für die Polizei passt der Fall in das Muster, das zuletzt festzustellen war: „Es gibt immer bevorzugte Diebesgüter, da gehört auch Metall dazu“, so Michael Franz, Pressesprecher der Polizei im Kreis Recklinghausen, zu den jüngsten Fällen.

Schadenshöhe ist noch nicht festgestellt

Wie hoch der Schaden in Rauxel ist, kann noch nicht gesagt werden. Bei den Kupferpreisen, die inzwischen aufgerufen werden, dürfte die Summe aber nicht unbedeutend sein. Der Kupferpreis liegt (Stand heute) laut dem Vergleichsportal „schrott24“ für „Kupfer, gebraucht, alt“ je nach Menge derzeit bei bis zu 4,49 pro Kilo.

Hinweise auf den oder die Täter erbitten die zuständigen Kriminalkommissariate unter Tel. (0800) 2361 111.

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