Eine Überwachungskamera wurde einem Gaunertrio zum Verhängnis

Raub in Spielhalle

Drei Freunde gehen in eine Habinghorster Spielhalle. Lange bleiben sie dort, verlassen den Laden schließlich mit einer vierstelligen Summe. Blöd nur, dass es da eine Überwachungskamera gibt.

Castrop-Rauxel

, 06.10.2020, 09:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
In einer Habinghorster Spielhalle haben drei Freunde richtig abgeräumt. Allerdings mit einem Trick.

In einer Habinghorster Spielhalle haben drei Freunde richtig abgeräumt. Allerdings mit einem Trick. © picture alliance/dpa

Eigentlich sollte ein Trio auf der Anklagebank im Castrop-Rauxeler Amtsgericht Platz nehmen. Doch letztlich blieb nur ein Mann übrig. Ein anderer sitzt derzeit in U-Haft, bei einer Frau wurde das Verfahren wegen Geringfügigkeit eingestellt.

Blieb der 40-jähriger Vater von drei Kindern. Die Anklage: bewaffneter Diebstahl.

Tatort war eine Spielhalle in Habinghorst im Dezember 2018. Zuvor hatten die drei Täter gemeinsam gegessen, der Freund habe ihm die neue Freundin vorstellen wollen, so der 40-Jährige. Dabei kam dann der Vorschlag, in eine Spielhalle zu gehen.

„Ich weiß nicht genau, was mein Bekannter da gemacht hat“, gab sich der Angeklagte vor Gericht ahnungslos., hatte dabei aber mit einem unbestechlichen Zeugen gerechnet: der Überwachungskamera. Mit deren Hilfe konnte das Treiben in der Spielhalle exakt rekonstruiert werden.

Automat von der Wand abgerückt

So sieht man den Angeklagten an einem der Geräte zocken, zwischendurch an zweien gleichzeitig. Dann kommt der Kollege hinzu, fordert den 45-Jährigen auf , dabei zu helfen, den Geldspielautomaten, an dem dieser gerade spielt, von der Wand zu rücken.

Der Mann schiebt sich dahinter, man kann sehen, dass er an der Rückseite herumwerkelt. Mit Messer und Schraubendreher, in der Anklage als Waffen geführt. Nach ein paar Minuten wird der Automat zurückgeschoben.

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Die gleiche Aktion wiederholt sich drei Stunden später an anderer Stelle in derselben Spielhalle. Was die Anwesenden im Gerichtssaal jedoch trotz mehrfachen Vor- und Rückspulens nicht sehen konnten, ist eine Entnahme von Bargeld.

Doch das war bei der später folgenden Polizeikontrolle reichlich in den Taschen der beiden Männer vorhanden. 410 Euro beim Angeklagten, obwohl dieser, wie er sagte, mehr verloren als gewonnen habe. Das gefundene Geld erklärte er als „Kindergeld“, den Scheck habe er an diesem Tag eingelöst.

2217,60 Euro Bargeld wurde sichergestellt

Insgesamt wurden 2217,60 Euro sichergestellt. Eine denkbare Erklärung: Es soll möglich sein, Geldspielautomaten so zu manipulieren, dass sie anschließend viel Bares ausspucken. Wie ein dicker Gewinn.

Verloren hat jetzt allerdings letztlich doch der Angeklagte, der sich ob des Videomaterials geschockt gab und immer noch behauptete, nichts geahnt zu haben. Ganz so ahnungslos könne er nicht gewesen sein, so der Richter. Schließlich habe er mit angepackt.

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Und, noch erdrückender, habe er bereits eine einschlägige Vorstrafe, ist schon einmal wegen Automatenbetruges verurteilt worden. Haupttäter sei dennoch der Freund. So gab es ein Urteil wegen Mithilfe zum Betrug samt neunmonatiger Bewährungsstrafe und die Einziehung der 410 Euro, die bei ihm gefunden wurden.

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