Großbrand bei einem Autoverwerter an der Dailmerstraße im Bochumer Ortsteil Gerthe: Die Feuerwehr musste hier bis in die Nacht auf Donnerstag über 50 brennende Autos löschen. © Feuerwehr Bochum
Großeinsatz

Einsatz bei Großbrand in Bochum-Gerthe dauerte 21 Stunden lang an

Die Folgen des Großbrandes auf einem Schrottplatz in Bochum-Gerthe am Mittwoch beschäftigten die Feuerwehr Bochum noch bis in den Donnerstagnachmittag hinein.

In der Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag waren über 200 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Bochum, Dortmund und Herne im Einsatz auf einem Schrottplatz im Bochumer Ortsteil Gerthe. Gegen 16.30 Uhr am Mittwoch war auf dem Gelände eines Autoverwerters an der Daimlerstraße Ecke Dieselstraße ein Feuer ausgebrochen, das sich in kürzester Zeit zum Großbrand entwickelt hatte.

Eine gewaltige Rauchsäule des Feuers war weit über die Bochumer Stadtgrenze hinaus sichtbar und alarmierte auch viele Bürger in Castrop-Rauxel.

Bis 19.30 Uhr am Mittwochabend bestand zudem die Gefahr, dass das Feuer auf Nachbarfirmen, darunter auch eine Chemiefabrik, des Gewerbegebiets übergreifen könnte.

Gasflaschen explodierten

Zur Sicherung war das Technische Hilfswerk (THW) mit Einsatzkräften angefordert worden. Während des Löscheinsatzes, bei dem Spezial-Drehleiterwagen der Wehr Dortmund hinzugezogen worden waren, kam es zu Explosionen mehrerer Propangasflaschen, die auf dem Schrottplatzgelände gelagert waren. Mehr als 50 Autowracks brannten.

Aufgrund der starken Rauchgasentwicklung forderte die Feuerwehr die direkten Anwohner dazu auf, Türen und Fenster geschlossen zu halten. Mit sechs Messfahrzeugen wurde die Schadstoffbelastung der Luft durch das Rauchgas erfasst.

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Großbrand bei Bochumer Schrotthändler

Ein Übermaß an reizenden Stoffen in der Luft hätte laut Feuerwehrsprecher Martin Weber gegebenenfalls eine Evakuierung der Menschen im Stadtteil Gerthe und angrenzenden Gebieten erforderlich gemacht. Dazu kam es aber nicht, denn die Grenzwerte seien nicht überschritten worden.

Nachlöscharbeiten in der Nacht

Gegen 20.40 Uhr am Mittwochabend waren erste Teile des Feuers bereits abgelöscht worden. Um 23 Uhr informierte die Feuerwehr via Twitter darüber, dass das Feuer unter Kontrolle sei. Nachlöscharbeiten mit Löschschaum begannen gegen 2 Uhr am Donnerstagmorgen.

Am Donnerstag gegen 8.45 Uhr gab Feuerwehreinsatzleiter Simon Heußen über die Facebook-Seite der Feuerwehr Bochum bekannt, dass der Hauptbrand gelöscht worden sei, nur noch einzelne Kollegen mit dem Aufspüren von kleineren Glutnestern beschäftigt seien. Am Nachmittag hatten Feuerwehrleute in Ausbildung die letzten Nachlösch- und Aufräumarbeiten an der Einsatzstelle übernommen. An einer Stelle des Schrottplatzes wurden zudem Fahrzeugwracks mit Hilfe eins Schrottbaggers entfernt werden müssen, um dort ein letztes Brandnest abzulöschen. Nach 21 Stunden war der Einsatz beendet.

Laut Feuerwehr Bochum kam bei dem Brand kein Mensch zu Schaden. Wehrchef Simon Heußen sprach von einem der größten Einsätze der vergangenen Jahre. Die Brandursache ist bisher noch unbekannt. Die Polizei habe die Ermittlungen aufgenommen.

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Freier Mitarbeiter
Fabian Paffendorf, Jahrgang 1978, kam 2003 zum Journalismus. Ursprünglich als Berichterstatter im Bereich Film und Fernsehen unterwegs, drehte er kleinere Dokumentationen und Making-Of-Berichte für DVD-Firmen. In diesem Zusammenhang erschienen seine Kritiken, Interviews und Berichte in verschiedenen Fachmagazinen und bei Online-Filmseiten. Seit 2004 ist der gebürtige Sauerländer im Lokaljournalismus unterwegs. Für die Ruhr Nachrichten schreibt er seit Herbst 2013.
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