Ekeltat auf Penny-Parkplatz: Mann spuckt Familie an

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Eine Ekel erregende Situation mitten in Habinghorst: Auf dem Parkplatz eines Discounters läuft einer Familie ein Mann entgegen und spuckt sie an – für die Polizei mehr als eine Provokation.

Habinghorst

, 04.04.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mittwochnachmittag (1. April) in Habinghorst: Sam S. ist mit ihren Kindern auf dem Fahrrad unterwegs. Auf dem Parkplatz des Penny-Marktes an der Langen Straße kommen ihr zwei Männer mittleren Alters entgegen. Sam S. und ihre Kinder halten Abstand. Aber einer der beiden Männer kommt nah auf die Familie zu, hustet und spuckt sie an.

Sam S. ruft beim Ordnungsamt an, erreicht jedoch niemanden. Dann wählt sie die Nummer der Polizeiwache in Castrop-Rauxel. „Die nette Dame am Telefon sagte mir, dass aus dem selben Grund schon eine Dame anrief und das Ordnungsamt eingeschaltet ist“, berichtet die Habinghorsterin.

Vorfall war bei Stadt und Polizei zunächst nicht offenkundig

So konkret und deutlich wie unserer Redaktion hatte Sam S. die Situation der Polizei aber offenbar nicht geschildert. „Der kommunale Ordnungsdienst hat von solch einem Fall noch nichts gehört“, erklärte Stadtsprecherin Maresa Hilleringmann am Donnerstag (2.4.) zunächst auf unsere Anfrage. Und auch Polizeisprecher Michael Franz fand kein entsprechendes Einsatzprotokoll.

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Erst weitere Recherchen der Kreispolizeibehörde Recklinghausen am Freitag (3.4.) erklären den Umgang der Ordnungsbehörden mit der Spuckattacke. Sam S. habe der Kollegin in der Castrop-Rauxeler Wache eher allgemeine Beobachtungen geschildert, sagt Franz.

Demnach hatte die Habinghorsterin schon häufiger eine Gruppe junger Männer auf dem Penny-Parkplatz beobachtet, die sich provozierend verhalten und auch gespuckt hätten. „Sie hat nicht geschildert, dass es zu dieser ekligen, nicht-akzeptablen Situation gekommen ist und sie sich bedroht gefühlt hat“, erklärt Michael Franz.

Ordnungsamt trifft nur Kinder auf dem Parkplatz an

Deswegen habe es auch keinen Einsatz der Polizei gegeben. Die Beamtin am Telefon habe stattdessen den kommunalen Ordnungsdienst informiert. Der sei dann auch vor Ort gewesen, habe auf dem Parkplatz aber nur ein paar Kinder vorgefunden. Das ergaben weitere Recherchen der Polizei beim Ordnungsamt.

Auf dem Parkplatz des Penny-Marktes an der Langen Straße in Habinghorst wurden Sam S. und ihre beiden Kinder angespuckt.

Auf dem Parkplatz des Penny-Marktes an der Langen Straße in Habinghorst wurden Sam S. und ihre beiden Kinder angespuckt. © Marcel Witte (Archiv)

„Ich frage mich, dürfen die Leute machen, was die möchten?“, fragt Sam S. in ihrer Mail an die Redaktion. „Wir stehen hier alleine mit den schon bekannten Problemen und es wird immer schlimmer.“ Stadtsprecherin Hilleringmann weiß natürlich um die anhaltenden Schwierigkeiten mit einigen Anwohnern der Langen Straße. „Wir wollen hoffen, dass solch eine Provokation nie wieder vorkommt.“

Bei Bedrohungen sollen Bürger den Notruf 110 wählen

Für Michael Franz ist Spucken allerdings mehr als eine Provokation. „Das verbietet sich nicht nur, womöglich steht eine Straftat im Raum“, erklärt der Polizeisprecher. „Man muss das im Einzelfall prüfen, aber es kann in Richtung Körperverletzung gehen.“

Deswegen sollen Bürger, die sich bedroht fühlen, nicht die Polizeiwache anrufen, sondern den Notruf 110 wählen. Der Notruf löse dann direkt den Einsatz einer Polizeistreife aus. Denn derzeit erzeuge ein bedrohliches Verhalten stärkere Ängste als außerhalb von Pandemie-Zeiten, zeigt er Verständnis..

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Besondere Auffälligkeiten gebe es für Castrop-Rauxel nicht, erklärt Franz. Es gebe allerdings immer mal wieder Hinweise auf die Lange Straße, die die Polizei überprüfe. „Wir versuchen das Ordnungsamt zu unterstützen, damit Regeln eingehalten werden.“ Insbesondere gebe es dabei aktuell vor allem Ermahnungen.

Polizei hatte zwei Einsätze am Mittwochabend

Am Mittwoch sei die Polizei zwar nicht am Nachmittag, dafür zweimal am Abend in die Lange Straße gerufen worden. Kurz vor 20 Uhr hätten sich mehrere Personen auf dem Penny-Parkplatz befunden. Um 21.30 Uhr hätten die Beamten vor dem Tedi-Markt Platzverweise ausgesprochen.

Wie die Stadt setzt Michael Franz auf Aufklärung und appelliert, die derzeitigen Regeln einzuhalten. „Diese Bitte richtet sich nicht nur an Deutsche, sondern an alle, die in unserem Land leben.“

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