Habinghorster sind sauer: Rad- und Fußweg und die Emscherbrücke sind abgeriegelt worden

hzWohnen an der Emscher

Nicht nur wegen der alten Eiche steht das Baugebiet „Wohnen an der Emscher“ in der Kritik in Castrop-Rauxel. Auch die Schließung des Rad- und Fußwegs südlich der Emscher erzürnt Anwohner.

Habinghorst

, 23.11.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Anwohner und Nutzer des Emscherwegs sind sauer: Der Weg südlich der Emscher zwischen Wartburgstraße und Henrichenburger Straße (B235) ist plötzlich ohne Ankündigung versperrt worden.

Da, wo Investor Dreigrund das Gelände für das wegen der alten Eiche so umstrittene Baugebiet „Wohnen an der Emscher“ mit Bauzäunen abgeriegelt hat, ist auch gleich der Rad- und Fußweg dicht gemacht worden. Wie kann das passieren?

Wir fragten zunächst bei der Emschergenossenschaft nach: „Die Fläche gehört nicht uns, sondern der Stadt und mittlerweile offenbar dem privaten Eigentümer, der auch die Sperrung in die Wege geleitet hat. Wir sind mit der Stadt so verblieben, dass sie eine Umleitung einrichtet und ausschildert“, antwortete Ilias Abawi, Sprecher des Unternehmens, auf Anfrage.

Provisorisch installierte Umleitungsschilder

Tatsächlich finden sich bei einem Spaziergang nördlich und südlich der Emscher provisorisch installierte Umleitungsschilder und Markierungen für den Emscher-Radweg, der hier eigentlich auf der Südseite der Emscher bis zur Wartburgstraße verläuft.

Die Umleitungsschilder führen Radfahrer auf die Nordseite der Emscher, wo es in diesem Bereich einen asphaltierten Betriebsweg der Emschergenossenschaft gibt.

Hat also Dreigrund den Weg sperren lassen oder die Stadt?

Das wollten wir von der Stadtverwaltung wissen. „Der Weg wurde durch den Eigentümer gesperrt“, antwortet uns Stadtsprecherin Nicole Fulgenzi. Und ja, es sei „von einer dauerhaften Sperrung auszugehen“.

Habinghorster sind sauer: Rad- und Fußweg und die Emscherbrücke sind abgeriegelt worden

Der Fuß- und Radweg wird derzeit provisorisch auf die Nordseite der Emscher umgeleitet. © Thomas Schroeter

Aha. Wird es den Weg nach Bebauung des Geländes überhaupt wieder geben? Ist das im Bebauungsplan vorgesehen? „Die Flächen der Emschergenossenschaft sind außerhalb des Plangebiets. Üblicherweise wird die Emscher durch einen Seitenweg auf deren Land begleitet. Das ist später hier auch zu erwarten. Abstimmungen über die Wegeverbindung zwischen Stadt und Emschergenossenschaft werden dann üblicherweise geführt“, erklärt die Stadt auf unsere Frage.

Masterplan sieht mehr Anbindung vor

Das klingt noch vage. Dabei ist im Masterplan Emscher-Zukunft „Das Neue Emschertal“ zu lesen: „Neben der Entwicklung von Wohnen sollen die Grün- bzw. Wegeverbindungen für Fußgänger und Radfahrer entlang der Emscher und auch über die Emscher (als Querung) gestärkt werden.“

„Ein Ding der Unmöglichkeit.“
Karlheinz Rauhut

Weiter heißt es dort speziell zu Castrop-Rauxel: „Mit der Umgestaltung der Emscher bieten sich für die östlich des Wasserkreuzes gelegenen, dicht besiedelten Stadtteile Habinghorst, Ickern und Henrichenburg neue Möglichkeiten, die bisherige Barrierewirkung des Flusses zu überwinden und ihn zum verbindenden Element zu machen. Eine wichtige Voraussetzung hierfür ist die Anbindung vorhandener Grünzüge, Grünanlagen und Wegeverbindungen an die Emscher.“

Derzeit ist auf nicht absehbare Zeit eher das Gegenteil der Fall. Das Neubaugebiet sorgt sogar für eine Abbindung. So ist der Friedhof Habinghorst von der Wartburgstraße aus nicht mehr über den Fuß- und Radweg an der Emscher zu erreichen.

Hinzu kommt, dass auch die Fußgängerbrücke über die Emscher gesperrt ist. „Ein Ding der Unmöglichkeit“, wie Karlheinz Rauhut, ehemaliger Ratsherr der SPD aus Habinghorst, findet. „Die Kuhbrücke ist doch als Verbindung von der Henrichenburger Emscherseite aus zum Friedhof unverzichtbar“, die könne man doch nicht einfach schließen.

Habinghorster sind sauer: Rad- und Fußweg und die Emscherbrücke sind abgeriegelt worden

Die Fußgängerbrücke über die Emscher ist ebenfalls abgeriegelt. © Thomas Schroeter

Aber das ist sie. Auf der Nordseite stehen Absperrungen der Strabag, auf der Südseite kommt man im „Sperrgebiet“ des Baugebietes gar nicht erst an die Brücke heran.

Soll das etwa so bleiben,fragen wir die Stadt. „Die Brücke ist gesperrt, da sie derzeit kein Ziel hat. Sie ist im planerischen Konzept vorgesehen, genau wie die Anbindungen aus dem Gebiet zum Land der Emschergenossenschaft“, antwortet Nicole Fulgenzi für die Stadt. „Auch eine Verbindung aus dem Gebiet zum Friedhof ist geplant, sodass man direkt über die Brücke zum Friedhof gehen kann.“

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt