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Coronavirus

Endlich rasantes Impftempo: 35.000 Erst-Impfungen in zwölf Tagen

Endlich läuft die Impfkampagne gegen Sars-CoV-2 auf Touren: 35.000 Erstimpfungen wurden in zwölf Tagen im Kreis RE verabreicht. So viel wie nie. Das hat große Wirkung auf die Alters-Inzidenz.

Auf diese Nachricht haben viele Menschen lange gewartet: Das Impftempo nimmt mehr und mehr zu. Nicht nur, dass inzwischen jeder Mensch in seinem Umfeld andere kennt, die schon geimpft wurden: Auch die Zahlen zeigen, was möglich ist, wenn genügend Impfstoffe vorhanden sind. Allein in den vergangenen zwölf Tagen wurden 35.000 Menschen zum ersten Mal gegen Sars-CoV-2 geimpft.

Für diese Zahl, 35.000 Erstgeimpfte, brauchte es zu Beginn der Impfkampagne 65 Tage. Am 5. März waren die ersten 35.500 Menschen zum ersten Mal geimpft. Weitere 17.350 Menschen im Kreis Recklinghausen hatten zu dem Zeitpunkt bereits die zweite Impfspritze bekommen. Damals waren das vor allem die Menschen über 80 Jahren, die in Pflegeheimen wohnen. Dort hatte es zuvor die höchsten Todesraten gegeben. Inzwischen ist von Ausbrüchen in Pflegeheimen kaum noch die Rede.

Bei der Zweitimpfung hat sich die Zahl der Menschen seit Anfang März verdoppelt: Die zweite Spritze erhielten inzwischen 35.500 Menschen. Es gibt Virologen und Epidemiologen, die einen größeren Impfabstand zwischen der Erst- und der Zweitimpfung nicht mehr so kritisch sehen, ihn sogar empfehlen, um möglichst schnell allen Menschen eine Erstimpfung ermöglichen zu können.

Im Kreis Recklinghausen gibt es heute drei Wege, über die geimpft wird: im Impfzentrum auf dem Konrad-Adenauer-Platz in Recklinghausen, über mobile Teams und in den Arztpraxen, die nach Ostern einstiegen und zum Teil schon Hunderte Patienten in einer Praxis versorgen konnten.

Das Impfzentrum hat aktuell (vorerst bis zum 14.4.) seine Öffnungszeiten bis 22 Uhr erweitert, erklärt Kreis-Sprecherin Lena Heimers auf Anfrage unserer Redaktion. Die Taktung der Impfungen habe man auch erhöht, sodass aktuell bis zu 2600 Impfungen am Tag möglich seien. „Das macht auf sieben Tage gerechnet über 18.000 Impfdosen pro Woche, die im Impfzentrum verabreicht werden können“, so Heimers.

Dass die Arztpraxen seit der vergangenen Woche darüber hinaus ein eigenes Kontingent an Impfstoff direkt vom Land NRW bekommen hätten und nun vor Ort auch noch dabei unterstützen, die Ü60-Jährigen mit Astrazeneca zu impfen, habe zum Erfolg beigetragen, so Heimers. „Etwa 9000 Impfdosen wurden an Arztpraxen im Kreisgebiet gegeben“, sagt sie.

Hinzu kommen nach wie vor auch mobile Impfungen, deren Anzahl je nach Woche allerdings variiert. Es könnte sein, dass nach dem Schwung nach Ostern das Impftempo in den kommenden eins, zwei Wochen noch mal etwas zurück fällt. Die Impfquote der zumindest Erstgeimpften im Kreis Recklinghausen ist aber inzwischen auf immerhin schon einmal 16,9 Prozent gewachsen. Das langfristige Ziel sind 70 Prozent.

Die vielleicht beste Nachricht ist die Wirkung der Impfungen auf die Inzidenz: Wer sich die Infektionslage nach Altersgruppen anschaut, erkennt den Erfolg der Impfkampagne. Zurzeit richtet sie sich neben einzelnen Berufsgruppen vor allem an ältere Menschen, bei denen die Corona-Sterblichkeit besonders hoch ist. Zuerst wurden Über-80-Jährige geimpft, zurzeit Über-70-Jährige, die nach Jahrgängen von Alt nach Jung derzeit Impftermine ausmachen können.

Hinzu kommt die Freigabe von Astrazeneca für alle Menschen über 60 Jahren, die sich zuletzt Impftermine holen konnten. Und die Impfungen in Arztpraxen, bei denen die Ärzte selbst eine Impf-Reihenfolge bei ihren Patienten festlegen. Deutlich wird: Die älteren Menschen sind inzwischen weit weniger stark infiziert als die jüngeren.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen in der Medienwelt der 2010er-Jahre.
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